Absetzdurchfall bei Ferkeln: Vorbeugen ist das A und O Jedes Ferkel zählt 

Längere Säugezeit für bessere Ferkelgesundheit

Auf Biobetrieben werden die Ferkel sechs Wochen gesäugt. Ein früheres Absetzen bringt gesundheitliche Probleme. Doch auch sechs Wochen sind physiologisch noch nicht optimal. Es gibt bereits Betriebe, die ihre Ferkel länger als vorgeschrieben bei der Mutter lassen – insbesondere Betriebe mit Gruppensäugen.

In einem Versuch des Thünen-Instituts Trenthorst wurden die Absetzzeitpunkte von 42 und 63 Tagen bezüglich Leistung und Immunstatus verglichen. Die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

  • Die länger gesäugten Ferkel hatten bessere Leistungsdaten und benötigten weniger medizinische Behandlungen.
  • Die Ferkelverlustrate und der Immunitätsstatus unterschieden sich hingegen nicht.
  • Auf die Kondition der Sauen und den Zustand der Gesäugeleiste hatte die verlängerte Säugezeit keinerlei negative Auswirkungen.

Nach der verlängerten Säugezeit können die Ferkel direkt von der Mutter weg verkauft werden. Das bringt weitere Vorteile:

  • Der Absetzstall kann eingespart werden.
  • Die Ferkel sind im Alter von neun Wochen schon ausreichend an die Ferkelfutteraufnahme gewöhnt. Damit entfällt das Absetzproblem der Futterumstellung, und die immunologisch kritische Phase ist überstanden.

Aber Vorsicht: auch das späte Absetzen ist ein Stress für die Tiere und muss beobachtet und durch richtiges Füttern und Tränken begleitet werden.

Stellt man alle Vorteile den niedrigeren Umtriebsleistungen gegenüber, kann sich das System rechnen. Zusammenfassend lässt sich also eine verlängerte Säugezeit empfehlen. Dank der besseren Tiergesundheit und dem niedrigem Medikamenteneinsatz ist es sicher ein interessanter Weg im Biolandbau.

Johann Heinrich von Thünen-Institut (Webseite Thünen-Institut)

Autorin: Barbara Früh

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.09.2010

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