Biofarm hält Knospe-Brotgetreidepreise stabil, trotz Mehlzollsenkung

(29.07.2010) 

Für die Biofarm-Vertragsproduzenten bleiben die im Mai von der sogenannten Preisrunde mit Vorbehalt beschlossenen Preise gültig. Sie erhalten für Knospe-Brotgetreide auch in dieser Erntesaison denselben Preis wie im Vorjahr.

Am 27. Mai hatte die Bio-Branche an der ordentlichen Preisrunde von Bio Suisse die Produzentenpreise für inländisches Brotgetreide Knospe festgelegt – rechtzeitig für die Anbauplanung 2010/11. Der Beschluss lautete damals: unverändert stabile Brotgetreidepreise auch in dieser Saison, aber nur, wenn sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ändern würden. Durch die anschliessend kurzfristig angekündigte Mehlzollsenkung durch das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) trat aber genau das ein: Die Rahmenbedingungen änderten sich, und die im Mai beschlossenen Preise sind nun wieder in Frage gestellt. Eine nächste Preisrunde unter der Leitung von Bio Suisse soll sich im September erneut mit den Übernahmepreisen für die diesjährige Ernte befassen.

Dem hat der Biofarm-Verwaltungsrat für seine Produzenten vorgegriffen und «eigenständig ein Zeichen gesetzt», wie er in einer Communiqué vom 22. Juli 2010 mitteilte. Der Biofarm-Preis für Weizen (Sorten Top und Klassse I) bleibt damit auf dem Niveau von Fr. 104.-, für Roggen bezahlt Biofarm Fr. 93.- und für Dinkel (A) Fr. 114.-. Die Preise verstehen sich jeweils für 100 kg fco Sammelstelle und gemäss den Qualitätsbestimmungen Bio Suisse /Swissgranum vom 27. Mai 2010.

«Der Verwaltungsrat von Biofarm protestiert in aller Form gegen die kurzfristige Ankündigung und Inkraftsetzung der Mehlzollsenkung auf den 1. Juli 2010 durch das EVD», schreibt die Produzentengenossenschaft weiter und wertet den Entscheid von Bundesrätin Doris Leuthard als ein klares Signal «gegen die inländische, biobäuerliche Brotgetreideproduktion.» Die Getreidebauern würden aber unverändert hohe Produktionskosten tragen müssen: «Durch die Senkung des Mehlzolles verändern sich die Produktionskosten in der Schweiz in keiner Art und Weise», heisst es in der Mitteilung weiter.

Es sei nicht statthaft durch das Androhen von Mehlimporten tiefere Produzentenpreise zu erzwingen. An die Adresse der Grossabnehmer von Biogetreide richtet Biofarm zudem die Warnung, dass falls sie auf einer Preissenkung bestehen würden, dass sie damit die Bio-Getreide-Offensive von Bio Suisse torpedieren und den tiefen Inlandanteil sowie Billigimporte fördern würden. Zudem zeige die Erfahrung, dass die Konsumentenpreise bei solchen Preissenkungen selten nach unten angepasst würden. «Als Gründungsorganisation der Bio Suisse stellen wir uns ohne Wenn und Aber hinter den Entscheid der Bio Suisse, dass kein Knospe-Mehl importiert werden darf.»

Gleichzeitig kündigte Biofarm an, die Preise für Getreidefertigprodukte im nächsten Jahr auf dem Niveau des Vorjahres zu belassen. Nach eigenen Angaben handelt Biofarm etwa 25 Prozent des Knospe-Getreides. sja

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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