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Biosoja: Unkrautregulierung

Unkrautkur

Wenn Sie die Möglichkeit haben, führen Sie vor der Saat 1-2 Unkrautkuren durch, um den Unkrautdruck zu vermindern. Man sollte 2-3 Wochen vor der Aussaat damit beginnen und alle 7-10 Tage wiederholen.

Blindstriegeln

Blindstriegeln ist bis 2-3 Tage nach der Aussaat möglich. Die Sojakeimlinge sollten aber noch mindestens drei Zentimeter unter der Bodenoberfläche sein. Wichtig ist auch, nicht auf den Reihen zu fahren, da in den Fahrspuren nichts mehr oder nur noch sehr wenig wächst. Den Striegel ganz sanft einstellen. Es lohnt sich, nach ein paar Metern abzusteigen und das Ergebnis zu kontrollieren.

Hacken

Zusätzlich zu einem Striegel oder einer Rollhacke empfehlen wir den Einsatz einer leistungsfähigen Hacke mit Gänsefussscharen. Sie sollte Scheiben oder ein Blech aufweisen zum Schutz der jungen Pflanzen beim ersten Hackdurchgang. Es gibt immer häufiger Hacken, die mit Fingerhackenelementen ausgerüstet sind, um in der Reihe zu arbeiten. Wenn Sie die Fingerhacke einsetzen, nehmen Sie sich die Zeit, das Gerät richtig einzustellen.

Unsere Beobachtungen haben gezeigt, dass Spätverunkrautung mit Amaranth, Melde und Knöterich, die vor der Ernte die Soja überwuchern, meistens nicht aus spät aufgelaufenen Pflanzen stammen (nach dem letzten Hackgang), sondern aus Pflanzen, die bei den ersten Hackgängen nicht erwischt wurden. Beim Hacken in der Reihe (mit Fingerhacke oder anderen Geräten) empfiehlt es sich bei den ersten Hackgängen, die Soja nicht zu schonen und auch die Entwurzelung einiger Sojapflanzen in Kauf zu nehmen. Gegebenfalls muss mehr gesät werden, damit nach dem Hacken noch eine Bestandesdichte von etwa 55 Pflanzen pro m2 erzielt wird. Die sich gegenüberstehenden Finger der Fingerhacke sollten sich  einige Zentimeter überlappen. Die Intensität der Arbeit der Fingerhacke wird über die Geschwindigkeit geregelt.

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Film: Mechanische Unkrautregulierung in Soja

Die Unkrautregulierung ist einer der wichtigsten Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg im biologischen Sojaanbau. Dieser Film stellt folgende Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung vor:
1. Hacken zwischen und in den Reihen

  • MATER Macc Unica-F Macc Unica-F
  • Einböck Chopstar
  • Garford Robocrop
  • Schmotzer

2. Reihenunabhängige Maschinen

  • Treffler TS 620/3M
  • Einböck Aerostar-Rotation
  • Carre Rotanet

Wann welches Gerät einsetzen?

Weiterführende Informationen

Praxistipp «Unkrautregulierung in Soja mit der Fingerhacke» (FiBL-Shop)

Laurent Godel, Biosojaproduzent in Domdidier FR kennt die Fingerhacke sehr gut und kann bei Bedarf nähere Auskünfte erteilen.
Laurent Godel: Tel. 079 723 81 20,  E-Mail (spricht sehr gut deutsch).

Film : Mechanische Beikrautregulierung in Soja  (Youtube, Autor: Sojaförderring)

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Mögliche Alternativen zu den Kress-Fingern

Die Torsionszinken (siehe Foto):
Sie sind billiger als die Kress-Finger. Die Einstellung scheint ziemlich einfach zu sein. Auf harten, verkrusteten Böden haben jedoch diese Zinken keine Wirkung. In der Schweiz gibt es bis heute in Soja wenig Erfahrung mit diesen Zinken.

Der Rollstriegel (siehe Fotos):
Diese Maschine hat eine hohe Stundenleistung. Sie kann auch bei Sojapflanzen eingesetzt werden, die schon eine gewisse Höhe aufweisen (z.B. 15 cm).

Film: Rollstriegel Einböck «Aerostar-Rotation», JUni 2015, Courtételle JU

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Jäten von Hand

Sofort nach dem Reihenschluss

Nach Ende des Hackens wachsen Melden, Amaranth und weitere Unkräuter die das Hacken überstanden haben, ungestört weiter. Die Unkräuter sollten nicht erst vor der Ernte ausgerissen werden, sondern so früh wie möglich, gegebenfalls von Hand, da sie eine gleichmässige Abreife der Soja verhindern und sie bezüglich Wasser und Nährstoffe konkurrenzieren oder die Qualität der Sojaernte durch Verfärbungen der Körner vermindern können. Entfernt werden müssen auch: 

  • Disteln und Blacken (Blacken mit Samen vom Acker enfernen)
  • Giftige Pflanzen wie den Stechapfel
  • Sonnenblumen und Mais (die Körner können nur schwer aus der Sojaernte entfernt werden)
  • Schwarzer Nachtschatten

Kurz vor der Ernte

siehe:Speisesoja: die Ernte gut vorbereiten (gleiche Rubrik)

Handarbeitsaufwand

Vor einigen Jahren bei Biojoja waren 50 bis 150 Handarbeitsstunden pro Hektare üblich. Heute spricht man eher von 10 bis 25 Stunden pro Hektare, im schlimmsten Fall von 50 Stunden. Um den Handarbeitsaufwand zu minimieren, muss das Unkraut auch in den Reihen maschinell reguliert werden. Die Grundlage einer effektiven Unkrautregulierung bildet die Unkrautkur vor der Aussaat.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.04.2019

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