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Bioschweine

Angebot tief halten, Absatz weiter fördern

Während zehn Jahren waren die Produzentenpreise für Bioschweine stabil und zeitweise auf hohem Niveau. Letztes Jahr wuchs das Angebot schneller als die Nachfrage. Der Richtpreis lag längere Zeit bei nur noch Fr. 6.20. Bei diesem Preis ist die Produktion nicht oder kaum mehr kostendeckend zu bewältigen. In den letzten Wochen stieg der Preis wieder auf Fr. 6.50 pro kg SG. Dies ist aber kein Anzeichen dafür, dass die Nachfrage anzieht. Die Menge wird im 2020 nicht steigen. Die Bioschweinehalterinnen und -halter kennen die Ernsthaftigkeit der Situation und wissen, dass das Angebot tiefgehalten werden muss, wenn der Preis nicht wieder unter Druck geraten und sich weiter erholen soll. In Anbetracht dessen, dass der Trend beim übrigen Schweinefleisch negativ ist, braucht es zudem weitere Absatzförderungsmassnahmen, welche das Produktmanagement in Zusammenarbeit mit dem Detailhandel plant.

Reglement zweckgebundene Mittel zur Absatzförderung (318.8 KB)

Plus-Gesundheitsprogramme

QM-Schweizer Fleisch, die IG BSS und die Abnehmer Bell und Micarna verlangen die Teilnahme an einem Plus-Gesundheitsprogramm ab 1.4.2021 für alle Betriebe, die Schweine an den Detailhandel liefern möchten. Dies beinhaltet unter anderem das Führen eines elektronisches Behandlungsjournals. Zur Auswahl stehen die Programme SuisSano des SGD sowie Safety-Plus von Qualiporc (nur Deutschschweiz).

Um eine Aufnahme bis Ende März 2021 zu gewährleisten, müssen sich Betriebe bis zum 31.12.2019 bei einem der Plus-Gesundheitsprogramme anmelden.

Bio Suisse wird die Daten des SGD in anonymisierter Form nutzen können und setzt sich für eine bio-kompatible Beratung ein.

Saisonalität verstärkt

Weil Betriebe die Umstellung auf den Biolandbau jeweils zum Jahreswechsel starten und abschliessen, gelangen die Schweine dieser neuen Biobetriebe erstmals im Herbst oder Winter in den Handel. Dieses Wachstum verstärkt die natürliche Saisonalität: Vorausdenken bei Schweine-Remontierung

Abnahme geregelt

Micarna und Bell erteilen ausgewählten Vermarktern wöchentliche Lieferkontingente für Bioschweine. Diese regeln die Abnahme von Jagern und Schweinen mit den Produzenten schriftlich. Die lizenzierten Händler sind ASF, Anicom, Fidelio, Johann Sutter AG oder Viegut. Zudem vermittelt die Produzenten-Gemeinschaft Biofleisch (Beni Oswald, Tel. 079 819 33 43) Schweine an die Micarna.

Das Produktmanagement von Bio Suisse sollte umgehend informiert werden, falls Bioschweine einmal nicht flüssig abgesetzt werden können.

Knospe-Lizenznehmer Wick AG in Frauenfeld nimmt seit Jahren wöchentlich Knospe-Mohren ab. Abgehende Mutterschweine werden bei Bell in Basel jeweils alle zwei Wochen geschlachtet. Micarna nimmt ebenfalls Biomohren ab.

Freilandhaltung

Das Interesse an der Haltung von Schweinen auf der Weide hat bei Tierhalterinnen und Tierhaltern zugenommen. Deshalb haben FiBL, Bio Suisse und KAGfreiland nun das Wissen rund um die Haltung der Schweine im Freien für die Praxis gesammelt.

Richtig geplant und umgesetzt, bietet die Freilandhaltung höchstes Tierwohl, ohne die Umwelt stark zu belasten. Diese Art der Schweinehaltung entspricht den Vorstellungen vieler Konsumentinnen und auch vieler Tierhalter.

Freilandhaltung von Bioschweinen

IG BSS

Die IG BSS vertritt die Interessen der Bio-Schweinehalter der Schweiz gegen Aussen. Sie arbeitet mit Organisationen, Verbänden und Unternehmen zusammen und nimmt Einfluss bei Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften.

Ebenfalls setzt sie sich für eine geordnete und faire Marktgestaltung und Preisbildung ein. Die Mitgliedschaft wird empfohlen für alle Bio-Betriebe, welche Schweine für den Detailhandel halten. Sie sind aufgefordert sich beim Präsidenten, Andreas Bracher, zu melden: Tel. 034 415 11 34, E-Mail: info(at)oberhuus.ch.

Die nächste Hauptversammlung findet im Herbst 2019 statt.

Ohrmarken bestellen

Bio Suisse schreibt für Knospe-Schweine grüne Label-Ohrmarken vor. Diese können nur über Labelbase bestellt werden. Erstbestellungen müssen bei Bio Suisse angemeldet werden. 

Merkblatt Bestellung (262.5 KB)

Weil die Transparenz der Vermarktung nicht nur erhalten, sondern verbessert werden soll, können die Ohrmarken den Einsatz der Knospe-Produzenten-Vignetten aber nicht ersetzen. Knospe-Produzenten-Vignetten können via E-Mail bestellt werden. Bitte Bio Suisse- und TVD-Nr. sowie Anzahl gewünschte Vignetten-Bogen angeben.  

Weitere Hinweise zur Vermarktung

Bewertung Fettqualität bei Schweinen

Seit dem 1. Juli 2014 wird die Fettqualität nach PUFA und Jodzahl (JZ) beurteilt. Diese neuen Kriterien lösen die Fettzahl ab. 

Die Kommission Märkte & Handelsusanzen von Proviande hat die Grenzwerte wie folgt festgelegt:

  • 15.6 - 16.5 % PUFA oder Jodzahl 70.1 - 72.0: -0.10 CHF / kg SG
  • 16.6 - 17.5 % PUFA oder Jodzahl 72.1 - 74.0: -0.40 CHF / kg SG
  • ab 17.6 % PUFA oder Jodzahl 74.1: -1.-- CHF / kg SG

Die neuen Restriktionen lassen etwas mehr Spielraum in Bezug auf die Fütterung. Es laufen Versuche mit 100% Biofutter, da dies voraussichtlich künftig gefordert sein wird. 

Keine Möglichkeiten für Umsteller

Zurzeit werden keine neuen Betriebe gesucht.

Für Mäster besteht die Möglichkeit, vor der Umstellung eine schrittweise Umstellung beim BLW und bei Bio Suisse zu beantragen.

Die Detailhändler vermarkten zurzeit kein Schweinefleisch mit dem Umstellungs-Signet.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.11.2019

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