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Bioschweine

Bioschweinemarkt aktuell gesättigt

Die Marktlage der Bioschweine schwankte die letzten Wochen und Jahre kaum: Mal hatte es gerade genug, mal knapp zu wenig. Das hohe Preisniveau bestand sieben Jahre. Es bewegte sich unabhängig vom übrigen Schweinemarkt und liegt aktuell bei 7 CHF. Das Wachstum war seit 2011 positiv, zuletzt lag es bei 14 Prozent. Die inzwischen mehr als 38'000 Schweine werden hauptsächlich dem Detailhandel zugeführt. Letztes Jahr wurden trotz der hohen Preise zusätzlich über 10'000 Bioschweine in kleinen Betrieben geschlachtet und vermutlich direkt vermarktet. Doch nun zeigt sich eine Überversorgung.

Saisonalität verstärkt

Weil Betriebe die Umstellung auf den Biolandbau jeweils zum Jahreswechsel starten und abschliessen, gelangen die Schweine dieser neuen Biobetriebe erstmals im Herbst oder Winter in den Handel. Dieses Wachstum verstärkt die natürliche Saisonalität, so dass im Herbst das Angebot steigt. Im Sommer werden weniger Mutterschweine gedeckt, weil sich dies in den warmen Monaten als schwieriger erweist. Deshalb verschiebt sich im Folgejahr das Angebot an diesen Schlacht-schweinen in den Herbst. Wenn aber die Mengen im Sommer ausbleiben, ist es für die Abnehmer kaum möglich, nach Ende der Grillsaison plötzlich mehr Schweine zu schlachten. Dies wird sich auch im Preis widerspiegeln.

Ein Preisabschlag ist verkraftbar. Eine kostendeckende Produktion muss möglich bleiben, wenn der ausgebaute Bio-Schweine-Markt nicht wieder zurückgeworfen werden soll. Bio Suisse plant für den Herbst erneut Absatzförderungs-Massnahmen im Fleisch-Bereich. Um die Saisonalität künftig zu meistern, müssen alle Beteiligten zu einer noch besseren Planung beitragen.

Vorausdenken bei Schweine-Remontierung

Abnahme geregelt

Micarna und Bell erteilen ausgewählten Vermarktern wöchentliche Lieferkontingente für Bioschweine. Diese regeln die Abnahme von Jagern und Schweinen mit den Produzenten schriftlich. Die lizenzierten Händler sind ASF, Anicom, Fidelio, Johann Sutter, Linus Silvestri oder Viegut. Zudem vermittelt die Produzenten-Gemeinschaft Biofleisch (Beni Oswald, Tel. 079 819 33 43) Schweine an die Micarna.

Das Produktmanagement von Bio Suisse sollte umgehend informiert werden, falls Bioschweine einmal nicht flüssig abgesetzt werden können.

Knospe-Lizenznehmer Wick AG in Frauenfeld nimmt seit Jahren wöchentlich Knospe-Mohren ab. Abgehende Mutterschweine werden bei Bell in Basel jeweils alle zwei Wochen geschlachtet. Micarna nimmt ebenfalls Biomohren ab.

IG BSS

Die IG BSS vertritt die Interessen der Bio-Schweinehalter der Schweiz gegen Aussen. Sie arbeitet mit Organisationen, Verbänden und Unternehmen zusammen und nimmt Einfluss bei Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften.

Ebenfalls setzt sie sich für eine geordnete und faire Marktgestaltung und Preisbildung ein. Somit kann in Absprache mit Bioschweinehaltern in einer Schieflage des Marktes angemessen reagiert werden.

Die IG BSS sucht noch Mitglieder. Interessenten melden sich bitte beim Präsidenten, Andreas Bracher, Tel. 034 415 11 34, E-Mail: info(at)oberhuus.ch.

Die nächste Hauptversammlung findet im Anschluss an die FiBL Schweinetagung statt: 22. November 2018 in Frick: Agenda.

Ohrmarken bestellen

Bio Suisse schreibt für Knospe-Schweine grüne Label-Ohrmarken vor. Diese können nur über Labelbase bestellt werden. Erstbestellungen müssen bei Bio Suisse angemeldet werden. 

Merkblatt Bestellung (262.5 KB)

Weil die Transparenz der Vermarktung nicht nur erhalten, sondern verbessert werden soll, können die Ohrmarken den Einsatz der Knospe-Produzenten-Vignetten aber nicht ersetzen. Knospe-Produzenten-Vignetten können via E-Mail bestellt werden. Bitte Bio Suisse- und TVD-Nr. sowie Anzahl gewünschte Vignetten-Bogen angeben.  

Weitere Hinweise zur Vermarktung

Bewertung Fettqualität bei Schweinen

Seit dem 1. Juli 2014 wird die Fettqualität nach PUFA und Jodzahl (JZ) beurteilt. Diese neuen Kriterien lösen die Fettzahl ab. 

Die Kommission Märkte & Handelsusanzen von Proviande hat die Grenzwerte wie folgt festgelegt:

  • 15.6 - 16.5 % PUFA oder Jodzahl 70.1 - 72.0: -0.10 CHF / kg SG
  • 16.6 - 17.5 % PUFA oder Jodzahl 72.1 - 74.0: -0.40 CHF / kg SG
  • ab 17.6 % PUFA oder Jodzahl 74.1: -1.-- CHF / kg SG

Die neuen Restriktionen lassen etwas mehr Spielraum in Bezug auf die Fütterung. Es laufen Versuche mit 100% Biofutter, da dies voraussichtlich künftig gefordert sein wird. 

Begrenzte Möglichkeiten für Umsteller

Umstellbetriebe können nach erfolgreicher erster Zertifizierung ihre Jager an Umstellbetriebe oder an Vollknospe-Betriebe verkaufen. 

Für Mäster besteht die Möglichkeit, vor der Umstellung eine schrittweise Umstellung beim BLW und bei Bio Suisse zu beantragen.

Die Detailhändler vermarkten zurzeit kein Schweinefleisch mit dem Umstellungs-Signet. Zurzeit werden keine neuen Betriebe gesucht.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 05.07.2018

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