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Bioschweine

Angebot reduzieren, Absatz stärken

Während zehn Jahren waren die Produzentenpreise für Bio-Schweine stabil. Seit letztem August sinken diese aufgrund eines Überangebots. Im vergangenen Jahr wuchsen zwar sowohl Angebot als auch Nachfrage, das Angebot jedoch noch stärker. Der Richtpreis liegt nun gut einen Franken unter demjenigen des Vorjahres. Seit Neujahr haben weitere Betriebe die Vollknospe erreicht. Für dieses Jahr geht Bio Suisse von einem Überschuss von 5'000 bis 7’000 Knospe-Schweinen aus. Die Produktionskosten sind aber bereits kaum oder nicht mehr gedeckt.

Die Bioschweinehalterinnen und -halter haben die Ernsthaftigkeit der Situation erkannt und wissen, dass das Angebot jetzt reduziert werden muss. Wenn nun weniger Mutterschweine gedeckt werden, zeigt dies allerdings erst in einem Jahr Wirkung. Darum setzt Bio Suisse mit Hilfe von Produzentinnen und Produzenten sowie Vermarktung alles daran, den Absatz kurzfristig zu steigern.

Reglement zweckgebundene Mittel zur Absatzförderung (318.8 KB)

Würde zudem jeder Bio-Betrieb ein Schwein für den Eigengebrauch schlachten oder vermarkten, wäre das Problem bereits weitgehend gelöst.

Saisonalität verstärkt

Weil Betriebe die Umstellung auf den Biolandbau jeweils zum Jahreswechsel starten und abschliessen, gelangen die Schweine dieser neuen Biobetriebe erstmals im Herbst oder Winter in den Handel. Dieses Wachstum verstärkt die natürliche Saisonalität: Vorausdenken bei Schweine-Remontierung

Abnahme geregelt

Micarna und Bell erteilen ausgewählten Vermarktern wöchentliche Lieferkontingente für Bioschweine. Diese regeln die Abnahme von Jagern und Schweinen mit den Produzenten schriftlich. Die lizenzierten Händler sind ASF, Anicom, Fidelio, Johann Sutter AG oder Viegut. Zudem vermittelt die Produzenten-Gemeinschaft Biofleisch (Beni Oswald, Tel. 079 819 33 43) Schweine an die Micarna.

Das Produktmanagement von Bio Suisse sollte umgehend informiert werden, falls Bioschweine einmal nicht flüssig abgesetzt werden können.

Knospe-Lizenznehmer Wick AG in Frauenfeld nimmt seit Jahren wöchentlich Knospe-Mohren ab. Abgehende Mutterschweine werden bei Bell in Basel jeweils alle zwei Wochen geschlachtet. Micarna nimmt ebenfalls Biomohren ab.

Freilandhaltung

Das Interesse an der Haltung von Schweinen auf der Weide hat bei Tierhalterinnen und Tierhaltern zugenommen. Deshalb haben FiBL, Bio Suisse und KAGfreiland nun das Wissen rund um die Haltung der Schweine im Freien für die Praxis gesammelt.

Richtig geplant und umgesetzt, bietet die Freilandhaltung höchstes Tierwohl, ohne die Umwelt stark zu belasten. Diese Art der Schweinehaltung entspricht den Vorstellungen vieler Konsumentinnen und auch vieler Tierhalter.

Freilandhaltung von Bioschweinen

IG BSS

Die IG BSS vertritt die Interessen der Bio-Schweinehalter der Schweiz gegen Aussen. Sie arbeitet mit Organisationen, Verbänden und Unternehmen zusammen und nimmt Einfluss bei Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften.

Ebenfalls setzt sie sich für eine geordnete und faire Marktgestaltung und Preisbildung ein. Die Mitgliedschaft wird empfohlen für alle Bio-Betriebe, welche Schweine für den Detailhandel halten. Sie sind aufgefordert sich beim Präsidenten, Andreas Bracher, zu melden: Tel. 034 415 11 34, E-Mail: info(at)oberhuus.ch.

Die nächste Hauptversammlung findet im Herbst 2019 statt.

Ohrmarken bestellen

Bio Suisse schreibt für Knospe-Schweine grüne Label-Ohrmarken vor. Diese können nur über Labelbase bestellt werden. Erstbestellungen müssen bei Bio Suisse angemeldet werden. 

Merkblatt Bestellung (262.5 KB)

Weil die Transparenz der Vermarktung nicht nur erhalten, sondern verbessert werden soll, können die Ohrmarken den Einsatz der Knospe-Produzenten-Vignetten aber nicht ersetzen. Knospe-Produzenten-Vignetten können via E-Mail bestellt werden. Bitte Bio Suisse- und TVD-Nr. sowie Anzahl gewünschte Vignetten-Bogen angeben.  

Weitere Hinweise zur Vermarktung

Bewertung Fettqualität bei Schweinen

Seit dem 1. Juli 2014 wird die Fettqualität nach PUFA und Jodzahl (JZ) beurteilt. Diese neuen Kriterien lösen die Fettzahl ab. 

Die Kommission Märkte & Handelsusanzen von Proviande hat die Grenzwerte wie folgt festgelegt:

  • 15.6 - 16.5 % PUFA oder Jodzahl 70.1 - 72.0: -0.10 CHF / kg SG
  • 16.6 - 17.5 % PUFA oder Jodzahl 72.1 - 74.0: -0.40 CHF / kg SG
  • ab 17.6 % PUFA oder Jodzahl 74.1: -1.-- CHF / kg SG

Die neuen Restriktionen lassen etwas mehr Spielraum in Bezug auf die Fütterung. Es laufen Versuche mit 100% Biofutter, da dies voraussichtlich künftig gefordert sein wird. 

Keine Möglichkeiten für Umsteller

Zurzeit werden keine neuen Betriebe gesucht.

Für Mäster besteht die Möglichkeit, vor der Umstellung eine schrittweise Umstellung beim BLW und bei Bio Suisse zu beantragen.

Die Detailhändler vermarkten zurzeit kein Schweinefleisch mit dem Umstellungs-Signet.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.08.2019

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