Die Pflanzenschutzstrategie im Biogemüsebau 

Dropleg - die Spritze mit Beinen

Seit dem 1. Januar 2014 fördert der Bund im Rahmen der Ressourceneffizienzbeiträge die sogenannte Dropleg («Hängebein»)-Spritztechnik. Die im Namen erwähnten Beine sind J-förmige Rohre, die am Spritzbalken befestigt und durch die Kulturen gezogen werden, damit sie die Blätter auch von unten besprühen können. An der FiBL-Tagung berichtete der Biogemüsebauer Hansueli Müller aus Biberist (15 ha Gemüse, 7 ha Kartoffeln) über seine Erfahrungen mit dem System. Müller arbeitet seit 12 Jahren mit Droplegs. Angefangen damit hat er aufgrund von Problemen im Rosenkohlanbau. Müller wurde den Weissen Fliegen nicht Herr, weil sie sich unter den Blättern der Behandlung entziehen konnten. Die Dropleg-Technik habe sich dabei bewährt, eine Epidemie vermöge sie aber auch nicht zu stoppen, dafür brauche es in Ergänzung stetige Beobachtung und Kontrolle der Bestände.

Besonders geeignet ist die Dropleg-Technik laut Müller für hochwachsende Kulturen mit viel Blattmasse. Dazu gehören neben dem Rosenkohl Zwiebeln und Bohnen und die Kartoffelsorten Charlotte und Victoria. Nicht geeignet ist die Dropleg-Technik für Salate: «Hier braucht es hohen Druck von oben», sagte Müller. Für die rationelle Arbeit mit Droplegs sei deshalb ein Kupplungssystem unerlässlich, mit dem man die Beine schnell (de-)montieren kann. Bei der Umrüstung von bestehenden Spritzbalken brauche es überdies eine Verstärkung des Spritzbalkens, da die nachgeschleppten Rohre wenn sie an Hindernissen hängen bleiben für Hebelwirkung und hohe Belastung des Balkens sorgen, wie Müller weiter ausführte. Im weiteren müsse die Spritze nach jedem Feldgang gut gereinigt werden, da die feinen Düsen im Dropleg ansonsten zu verstopfen drohen. akr

Weiterführende Informationen

Eine ausführliche Dokumentation zur «Dropleg-Applikationstechnik für zielgerichteten Pflanzenschutz in Reihenkulturen» von «Dropleg-Papst» Jacob Rüegg und René Total findet sich unter:

Agroscope (nach "Dropleg" suchen)

Informationen zu den Ressourceneffizienzbeiträgen des Bundes:

Ressourceneffizienzbeiträgen (Webseite BLW)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.07.2014

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