Film: Jätroboter Anatis 

Von der Handhacke bis zum Roboter: Neues an der Tech & Bio

An der Tech & Bio 2017 in Valance (Frankreich) war wiederum eine grosse Bandbreite an High- bis Lowtech-Maschinen und -Geräten zu sehen. Hackgeräte für Menschenkraft, Pferdestärken, Elekroantrieb oder konventionell für Dieselantrieb waren vertreten. Als Neuheiten wurden ein elektrisch betriebener Geräteträger und grössere autonome auf Beetbreite arbeitende Roboter gezeigt. Drei Filme zeigen drei Maschinen im Detail.

Kleine handgeführte Geräte

In Frankreich bieten verschiedene Firmen Kleingeräte für den Handbetrieb an. Das umfangreichste Angebot führt wohl Terrateck an (www.terrateck.com, Webseite teilweise auf Deutsch). Beim handgezogenen Pflanzgerät ist darauf zu achten, dass die Zulassung der Paperpots für Bio Suisse Betriebe derzeit in Abklärung ist. Neu sind zum Beispiel ein handbetriebener Striegel oder die Fingerhacken für den Anbau an die Handradhacke.

Die Geräte sind leicht und kostengünstig hergestellt, das scheint das eine oder andere Mal auf Kosten der Robustheit zu gehen, wie Anwender berichten. Speziell die Fingerhacke und der Striegel eignen sich sowieso für sandige oder humose Böden, dort können sie mit geringem Aufwand viel Handarbeit ersetzen. Bei Böden mit mehr Tonanteil müssen etwas robustere aber auch schwerere Geräte zum Einsatz kommen. Ein Beispiel dafür sind die elektrischen Hacken von Elatec (www.elatec.fr, Webseite nur auf Französisch). Ausgestellt war zum Beispiel eine handgeführte, elektrische Hacke auf zwei Rädern, zwischen die just eine Pflanzreihe passt. Das Gerät ist stolze 105 kg schwer (was für den nötigen Gegendruck sorgt) und soll vier Stunden Betriebsdauer aufweisen. Es können zahlreiche unterschiedliche Hackgeräte angebaut werden. Unklar ist, wie gut das Gerät mit Anbaubreite 80 cm zum Beetanbau passt: zwei Durchgänge pro Beet scheinen notwendig zu sein. Mit Batterie und Aufladegerät wurden Kosten von knapp 3000 Euro angegeben.
Realisierung des Films: Thomas Alföldi, FiBL

Geräteträger

Auf dem Gelände fanden sich verschiedenste Klein-Geräteträger mit zwischen 25 und 35 PS. Diese kleineren und auch kostengünstigeren Geräte sind für etliche Betriebe wichtig, da die Geräteträger von Fendt und Schneider, die noch vielfach zusehen sind, nicht jünger werden…

Zwei verschiedene Geräteträger mit 23 bzw. 35 PS bietet Terrateck an. Die beiden Culti’tracks sind unter einer Tonne schwer und in Zwei- oder Allradausführung erhältlich. Sie sind nicht für den Strassenverkehr zugelassen, das heisst, zusätzlich zum Kaufpreis muss auch ein Anhänger eingerechnet werden, wenn nicht nur Hofparzellen bearbeitet werden sollen. Eine weiterer «GT» wurde von der Firma Agri 3D gezeigt (www.agri3d.eu/), die Palette reicht von 27 PS bis zu 130 PS.

Ein sehr kleines Gerät unter dem Namen Elfturbo wurde von Oliveragro, einer italienischen Firma ausgestellt (http://oliveragro.com). Für breitere Beete oder Hackgeräte mit mehr Kraftbedarf kommt es kaum in Frage.

Eine Neuentwicklung ist das vierte Gerät, ein elektrisch betriebener Geräteträger, der acht Stunden Betriebszeit haben soll, mit 25 PS (www.sabi-agri.com) und nur 450 kg Gewicht. Ausgestellt wurde ein Prototyp, der Erbauer ist zur Zeit auf Promotionstour und will bei genügenden Bestellungen das Gerät in Serie herstellen. Es ist mit 50 cm Bodenfreiheit etwas niedrig unterwegs und wird mit einem Joystick gesteuert. Was bereits sicher ist, ein Ohrenschutz braucht man bei diesem Gerät nicht. Es soll weniger als 30‘000 Euro kosten.
Film: Sabi-agri

Roboter

Ebenfalls neu ist der Naio dino (www.naio-technologies.com ), der grosse Bruder vom Naio oz der schon bei vielen Anlässen zu sehen war. Mit dem «Dino» ist der Roboter erwachsen geworden, da diese Version nun ein 1.5 oder 1.8 Meter breites Beet bearbeiten kann. Der Grundbau ist quadratisch, die Werkzeugaufhängung in der Mitte scheint aber etwas schwer zugänglich zu sein. Da alle Räder voll drehbar sind, kann mit einem 45 Grad Winkel das Gerät im Kreis fahren. Der Dino verfügt über ein GPS mit dessen Hilfe er die Feldbegrenzung erkennt und zum nächsten Beet findet. Innerhalb des Beetes erfolgt die Reihenerkennung über Sensoren, wie das von traktorgezogenen Hackgeräten schon bekannt ist. Aktuell sind noch keine in der Reihe hackenden Geräte verfügbar, analog zum Beispiel zum «Robovator». An der Ausstellung war das Gerät mit Schar- und Fingerhacken ausgerüstet. Da der Salat aber zu wenig verwurzelt war, kamen die Hackgeräte nur sparsam zum Einsatz. Nicht nur die Dimensionen sind vom Oz zum Dino gewachsen, auch –wenig erstaunlich - der Preis. In Frankreich wurden 70‘000 Euro angegeben, der Schweizer Importeur (Aebi Suisse) spricht von 80-90‘000 Franken. Da das Gerät vollautonom zum Einsatz kommt, muss man darauf vertrauen, dass eine Fehlermeldung per SMS kommt, bevor der ganze Salat ausgehackt ist.
Realisierung des Films: Thomas Alföldi, FiBL

Überblick über Tech & Bio und Kommentare

Auf über 50 Hektaren versammelten sich über 300 Aussteller und 17‘000 Besucherinnen. Auf dem Programm standen 100 Felddemonstrationen, 120 Konferenzen und Workshops. Der Film gibt einen Überblick über die Ausstellung, mit Kommentaren von Mitorganisator Jacques Pior sowie Besuchern und Ausstellern.
Realisierung des Films: Thomas Alföldi, FiBL

Weiterführende Informationen

Robotereinsatz an den Ökofeldtagen 2017 (ebenfalls Rubrik Gemüsebau)

Technik zum Anfassen: Die Messe Tech & Bio in Frankreich (267.1 KB) (Artikel Bioaktuell 9|2017)

Unkrautregulierung im Biogemüsebau (Rubrik Biogmüsebau)


Text: Martin Koller

Weitere Filme

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.03.2019

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