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Invasive Neophyten im Gemüse- und Kräuterbau

Meldung  | 

Invasive Neophyten stellen für den Gemüse- und Kräuterbau eine wachsende Herausforderung dar. Diese gebietsfremden Pflanzen etablieren sich immer häufiger auf offenem Boden und in Kulturbeeten und konkurrieren dort direkt um Nährstoffe, Wasser und Licht.

Die Chinesische Samtpappel (Abutilon theophrasti) ist auf der Alpennordseite noch wenig bekannt, im Tessin jedoch bereits im Gemüsebau etabliert. In Nord­italien gilt sie als stark invasive Art. Foto: Antoine Jousson, WSL Cadenazzo

Besonders problematisch sind Arten wie Abutilon theophrasti (Chinesische Samtpappel), Ambrosia artemisiifolia (Traubenkraut), Artemisia verlotiorum (Verlotscher Beifuss), Asclepias syriaca (Syrische Seidenpfl anze), Cyperus esculentus (Erdmandel­gras), Erigeron annuus (Einjähriges Berufkraut), Reynoutria japonica aggr. (Staudenknöterich), Sicyos angulatus (Haaregurke), Solidago spp. (Goldrute) Sorghum halepense die sich rasch über Samen oder vegetative Pflanzenteile vermehren und dadurch Kulturen massiv verunreinigen.

Anfälligkeit, Eintragswege und betriebliche Folgen invasiver Neophyten

Kräuterproduktionen und mehrjährige Kulturen sind besonders anfällig: In dichten Beständen mit kleinen Pflanzen oder in Dauerkulturen kann bereits eine geringe Anzahl invasiver Pflanzen zu erheblichem Druck führen. Langfristige Kulturen wie Salbei, Thymian oder Beerenkräuter bieten den Neophyten stabile Standorte über mehrere Vegetationsperioden, was ihre Etablierung erleichtert und die Bekämpfung aufwendiger macht.

Die Eintragswege in Gemüse- und Kräuterbetriebe sind vielfältig. Kontaminiertes Saatgut, Setzlinge, verschleppte Erde oder Substrate, verschmutzte Maschinen und Erntematerialien sowie angrenzende Hecken und unkontrollierte Wegränder von Verkehrswegen dienen als Eintrittspunkte. In mehrjährigen Kulturen können sich invasive Arten über Jahre hinweg etablieren.

Die Folgen für Betriebe sind ökonomisch wie organisatorisch gravierend: reduzierte Erträge, Qualitätseinbussen, erschwerte Ernteprozesse und deutlich erhöhter Arbeitsaufwand für das Unkrautmanagement. Laut Studien können einige invasive Pflanzenarten als alternative Wirts- oder Reservoirpflanzen für Pflanzenschädlinge und Krankheitserreger dienen, wodurch indirekt Pflanzenschutzrisiken für Kultur- oder Zielpflanzen entstehen. So kann die Goldrute (Solidago spp.) Blattläuse beherbergen, die auch auf Kulturpflanzen übergehen. Aleppo-Hirse (Sorghum halepense) wiederum übertragen Viren, die für Graskulturen potenziell schädlich sind.

Prävention und Früherkennung als zentrale Massnahmen

Effektives Management basiert auf Vorbeugung, Früherkennung und gezielten Eingriffen. Wesentliche Massnahmen sind der Einsatz von zertifiziertem Saatgut und geprüften Setzlingen, sauberes Substratmanagement, gründliche Reinigung von Maschinen und Transportbehältern sowie Schulung des Personals zur schnellen Erkennung unerwünschter Pflanzen. Dies umfasst auch Lohnunternehmer, deren überbetrieblicher Maschineneinsatz zur Verschleppung führen kann.

Zudem unterstützend wirken die mechanische Entfernung, Fruchtfolgeanpassungen, dichte Bestandsführung und gezielte Pflege in ein- und mehrjährigen Kulturen. Wo rechtlich zulässig, kann ein gezielter Einsatz von Herbiziden ergänzend sinnvoll sein.

Pascale Cornuz, FiBL

Quelle: Dieser Artikel ist im Dezember 2025 im GMÜESSBLATT Seeland erschienen

Weiterführende Informationen

gvbf.ch (Website Seeland Gemüseland)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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