Kleinwiederkäuer: Nachhaltiger Einsatz von Entwurmungsmitteln

Auch im Biolandbau sind gegen Entwurmungsmittel resistente Würmer bei den Kleinwiederkäuern im Vormarsch. Wenn jeweils nur ein Teil der Herde behandelt würde, könnte die Menge verabreichter Entwurmungsmittel reduziert und die Entwicklung von Resistenzen verlangsamt werden.

(13.10.2019) 

Es wird davon ausgegangen, dass mischerbige Würmer, also Nachkommen eines zum Beispiel resistenten Vaters und einer auf Entwurmungsmittel empfänglichen Mutter, weiterhin auf Entwurmungsmittel ansprechen (rezessiver Erbgang). Sind beide Elternteile der Parasiten hingegen resistent, kann der jeweilige Wirkstoff diese Nachkommen nicht mehr beseitigen.

Wird die Herde zum Beispiel zu zwanzig bis dreissig Prozent nicht entwurmt, bringen diese Tiere auf Entwurmungsmittel empfängliche Parasiten auf die Weide, was später einen hohen Anteil an mischerbigen und mit Entwurmungsmittel kontrollierbare Würmer zur Folge haben sollte. Werden dagegen alle Tiere entwurmt, setzen sich Resistenzen viel schneller fest.

Bei Problemen mit dem sich von Blut ernährenden «Roten gedrehten Magenwurm» (Haemonchus) kann die Rotfärbung der Lidbindehaut des Auges von Ziegen oder Schafen als Hilfsmerkmal herangezogen werden. Es wird davon ausgegangen, dass bleiche Lidbindehäute eine Blutarmut anzeigen, die durch eine starke Verwurmung mit diesem Parasiten hervorgerufen wird. So kann unter Einbezug weiterer Merkmale entschieden werden, welche Tiere eine Entwurmung benötigen und welche zunächst unbehandelt bleiben können. Steffen Werne

Weiterführende Informationen

Kleinwiederkäuer (Rubrik Tierhaltung)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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