Kontamination durch Pestizide stoppen

Die Medien berichten von Biofeldern, die gemäss einer Studie der Universität Neuenburg mit Pestiziden «verseucht» seien. Der Einsatz der untersuchten fünf Insektizide ist im Biolandbau verboten. Deshalb dürfte die Kontamination aus anderen Quellen stammen. Bio Suisse ist besorgt über das verbreitete Auftreten und fordert Massnahmen bei den Verursachern.

(10.04.2019) 

Eine aktuelle Studie der Universität Neuenburg hat Böden und Ernteprodukte von biologischen, IP- und konventionellen Feldern untersucht. Die Medien berichteten am Wochenende in sehr verkürzter und fachlich nicht korrekter Art von «verseuchten Bio-Böden».

Bio Suisse stellt klar: In Böden und Ernteprodukten von 20 Biobetrieben wurden Spuren von Neonicotinoiden gefunden, ebenso in ökologischen Ausgleichsflächen. Die in Biofeldern gefundenen Mengen liegen im Bereich von Milliardstel Gramm pro Kilogramm. In den untersuchten Bioernteprodukten sind die gefundenen Verunreinigungen 100 Mal geringer als der Interventionswert, ab dem die Behörden Massnahmen ergreifen.

Die fast allgegenwärtige Verbreitung der für Bienen und andere Nützlinge schädlichen Neonicotinoide ist besorgniserregend. Im Biolandbau dürfen die gefunden Mittel nicht eingesetzt werden. Die Ursache der Kontamination ist vermutlich Abdrift von konventionellen Feldern über die Luft und das Wasser.

Die Forderungen von Bio Suisse

  • Bio Suisse verlangt ein Verbot aller Neonicotinoide und einen ambitionierten Aktionsplan, der die Schweizer Landwirtschaft aus der Abhängigkeit von Pestiziden führt.
  • Der Biolandbau ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Die ökologische Landwirtschaft verwendet keine chemisch-synthetischen Pestizide, ist aber immer wieder mit den Folgen dieser Anwendung konfrontiert. Der Biolandbau muss stärker unterstützt werden, für die ökologischen Leistungen sowie in Forschung und Beratung.
  • Bio Suisse fordert eine verstärkte Risikobewertung, wie sie die vorliegende Studie macht. Die Ausbreitungswege über Luft und Wasser sind im Bewilligungsverfahren realitätsnäher zu berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

Die Studie auf Researchgate (externe Webseite)

Medienmitteilungen (Webseite Bio Suisse)

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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