Biozuckerrüben: neue Methoden der Unkrautkontrolle

Der Anbau von Biozuckerrüben ist auf dem Vormarsch. Die Nachfrage nach hiesigem Biozucker steigt stark, auch dank der Swissness-Vorlage. Deshalb wird der Anbau nun mit verschiedenen Projekten und Innovationen stark angekurbelt, was auch schon erste Früchte zeigt: nach jahrelangem dahindümpeln als absolute Nische steigt die Anbaufläche nun an.

(09.03.2018) Für 2018 sind bis jetzt schon erfreuliche 60 Hektaren gemeldet. Damit kommt man dem Ziel von 200 Hektaren bis ins Jahr 2022 schon einiges näher. Der Anbau soll auch über bessere Preise gesteigert werden: der Richtpreis für 2018 beträgt 128 Franken pro Tonne zuzüglich einer Prämie von 30 Franken pro Tonne. Obwohl Zuckerrüben aus Umstellung konventionell vermarktet werden müssen, wird von der «Interprofession Zucker» neu eine Umstellerprämie von 40 Franken pro Tonne entrichtet.

Handarbeitsaufwand senken

Doch auch die schönsten Preise helfen nicht, wenn der Anbau sich als nicht praktikabel erweist. Die Zuckerrübe ist eine der anspruchsvollsten Kulturen im konventionellen Anbau und stellt unter Biobedingungen erst recht eine Herausforderung dar. Um Lösungen zu finden, trafen sich am 1. März 2018 Produzenten und Branchenaktueure am FiBL in Frick. Das grösste Problem ist zweifelsfrei die Verunkrautung und der daraus resultierende Aufwand, um die Beikräuter von Hand zu entfernen. So stand denn auch im Austausch unter den Produzenten die Senkung des Handarbeitsaufwand im Zentrum.

Laut Anton Wälti, dem langjährigen Biozuckerrübenpflanzer, sollten grundsätzlich 200 Stunden Handarbeit eingeplant werden. Alles was weniger sei, sei dann ein Geschenk. Im lebhaften Austausch kamen unterschiedlichste Voten zum Ausdruck, als Zeichen dafür, dass noch viel getüftelt wird.

Michael Baumann von der Rebio GmbH berichtete vom Biozuckerrübenanbau in Deutschland. Die Anbauflächen konnten dort verdoppelt werde, so dass momentan knapp 800 Hektaren Biozuckerrüben für die Schweizer Verarbeitung angebaut werden bei einem Ertrag von durchschnittlich 60 Tonnen pro Hektare.

Norbert Schlieper präsentierte eine spannende Innovation: Er sät in Deutschland im Lohn Zuckerrüben unter eine neue, biologisch abbaubare Mulchfolie. Diese wird aus verschiedenen Stärken hergestellt und mit Mikroorganismen versetzt, so dass der rasche Abbau eine problemlose Rodung ermöglicht. Versuche werden damit auch in der Schweiz durchgeführt, man darf gespannt sein.

An Versuch interessiert?

Das FiBL führt verschiedene Versuche bei Zuckerrüben durch. 2017 wurde mit GPS- und RTK-Technik gesät und gehackt. Das Prinzip besteht darin, die exakten Positionen der Pflanzen zu kennen und das Hackgerät signalgesteuert längs und quer durchs Feld zu führen, ohne Pflänzchen auszuhacken. Bei diesem und weiteren Versuchen gibt es für interessierte Landwirte mit Zuckerrüben noch die Möglichkeit mitzumachen, melden kann man sich bei Hansueli Dierauer (Kasten rechts).

Weiterführende Informationen

Biozuckerrüben (Rubrik Pflanzenbau)

Text: Tobias Gelencsér, FiBL

 

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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