Erste Ergebnisse des Projektes Kometian wissenschaftlich veröffentlicht

Kometian: Ein Team aus komplementärmedizinisch erfahrenen Tierärztinnen und Tierheilpraktikerinnen unterstützt mit einer telefonischen Beratung Landwirte dabei, ihre Tiere komplementärmedizinisch zu behandeln.

(05.08.2019) 

Bereits 2012 wurde das Projekt Kometian inititiiert (www.kometian.ch). Im Jahr 2015 lancierte der Bund die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) um die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten, unter anderem gilt es den Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren zu reduzieren. Seit Anfang 2016 ist Kometian ein vom Bundesamt für Landwirtschaft gefördertes Ressourcenprojekt. Aktuell nehmen rund 640 Betriebe, davon 70 Prozent Milchviehbetriebe mit insgesamt 14‘000 Milchkühen teil. Die Ergebnisse der ersten Projektjahre wurden aktuell wissenschaftlich veröffentlicht.

Gesundheitliche Entwicklung von Einzeltieren, für die eine Beratung in Anspruch genommen wurde

Alle Tierbesitzer wurden seit 2017 frühestens eine Woche nach der Kometian-Beratung mittels elektronischem Fragebogen befragt, wie sich der Gesundheitszustand des Tieres seit der Behandlung entwickelt hatte. Auf diese Weise konnten in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 947 Beratungsfälle recherchiert werden. In 795 Fällen erfolgte keine weitere schulmedizinische Behandlung, in 656 Fällen gab der Landwirt einen Behandlungserfolg an. Bei knapp einem Drittel der Fälle handelte es sich um Mastitiden von Kühen. Bei den akuten Mastitiden wurde von rund 70 Prozent zumindest eine Besserung rückgemeldet (Grafik).

Entwicklung des Antibiotikaeinsatzes auf den teilnehmenden Pionierbetrieben

Von 188 im Jahr 2015 angefragten und zu diesem Zeitpunkt seit mindestens einem Jahr an Kometian teilnehmenden Betrieben stellten 46 ihre Behandlungsjournale zur Verfügung. Aus diesen Behandlungsjournalen wurde jeweils der Einsatz antibiotischer Behandlungen des ersten Teilnahmejahres mit dem aus den unmittelbar vor Teilnahmebeginn liegenden 12 Monaten verglichen. Die Zahl antibiotischer Behandlungen lag mit 18 pro 100 Nutztieren (alle Arten und Nutzungsrichtungen) im ersten Teilnahmejahr deutlich und auch statistisch absicherbar unter der Zahl im Vorprojektjahr von 27. Besonders eindrucksvoll war die Reduktion von 42 auf 28 pro 100 Milchkühe. Das Beratungsangebot scheint einen Beitrag zur Antibiotikareduktion auf Betriebsebene zu leisten.

Autoren: Ariane Maeschli und Michael Walkenhorst, FiBL

Referenz:
Maeschli A et al., 2019: Einfluss eines komplementärmedizinischen telefonischen Beratungssystems auf den Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren in der Schweiz. Complement Med Res 2019; DOI: 10.1159/000496031

Weitere Informationen zur Eutergesundheit

Gesundheit Milchvieh (Rubrik Tierhaltung)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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