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Biokartoffelbautagung 2020: Themen rund um die Bestandesführung Kartoffelsorten für die Direktvermarktung 

Sortenwahl beim Anbau von Kartoffeln

Die Sortenwahl ist zentral für den Kartoffelanbau. Im biologischen Anbau gilt das noch mehr, da keine chemisch-synthetischen Hilfsmittel erlaubt sind, um Schwächen von Sorten zu korrigieren.

Zuallererst ist immer der Absatz sicherzustellen: Ist der Grosshandel an der Sorte interessiert? Eignet sie sich für meine Direktvermarktung?

Dann stellt sich die Frage, was zur Betriebsstrategie passt. Verfolgt man einen Anbau mit viel Fürsorge, bester Erntequalität und hohen Erträgen? Sucht man eher «einfachere» Sorten, die weniger Aufwand erfordern, tiefere, aber stabile Erträge liefern?

Eine Strategie, die sich auf unterschiedliche Sorten stützt, ist am aussichtsreichsten. Im Biospeisesegment empfiehlt das FiBL bei den festkochenden Sorten vor allem Erika, Ditta und Vitabella. Erika hat die anfällige Charlotte als Leitsorte deutlich verdrängt. Sie bildet früh den Ertrag, ist etwas weniger empfindlich auf die Krautfäule – aber dennoch als empfindlich einzustufen! – und viel robuster gegen die Welkekrankheit.

Gerne stehen FiBL-Beratende für Ihre vertieften Anfragen zur Verfügung.

Kleine Auswahl von Sorten

  • Erika ist die verbreitetste festkochende Sorte. Sie bildet rasch und trotz kleinem Laub einen schönen Ertrag. Bestechend sind vor allem die Optik und Speisequalität.
  • Ditta (festkochend) ist eine altbewährte, im Anbau eher einfache Sorte, liefert stabile Erträge und zeichnet sich durch gute Lagerfähigkeit aus.
  • Vitabella (festkochend) ist sehr widerstandsfähig gegen die Krautfäule und darum die Sorte der Wahl an feuchteren Lagen wie schattigen Waldrändern. Sie dient auch als Risikoabfederung in Jahren mit nasser Witterung. Sie sollte eng und in gut strukturierten Boden gepflanzt werden, um schöne Knollen zu bilden.
  • Jelly (mehligkochend) ist eine extensive Sorte, die mit wenig Stickstoff hohe Erträge liefert. Sie ist überdurchschnittlich robust gegen die Krautfäule und kommt gut mit Trockenheit und Hitze zurecht.
  • Otolia (mehligkochend) ist speziell Widerstandsfähig gegen die Krautfäule. Sie muss eng gepflanzt werden und bringt stabil Erträge, die Lagerfähigkeit ist mittel bis gut.
  • Laura (mehligkochend) ist eine Sorte die sich als robust gegen viele Krankheiten und Trockenheit bewährt hat. Ihre schöne rote Schale und das gelbe Fruchtfleisch machen sie zum Hingucker in der Direktvermarktung.

Testanbau beim Wechsel zu neuen Sorten

Wer zu neuen Sorten wechseln möchte, dem ist ein Testanbau zu empfehlen. Nach Absprache mit dem künftigen Abnehmer kann die Betriebsleiterin oder der Betriebsleiter auf einem kleinen Schlag oder auf einer Teilfläche mit einer neuen Sorte eigene Erfahrungen sammeln. Bei jeder Sorte muss sich noch zeigen, ob sie zu den betrieblichen Rahmenbedingungen wie Lokalklima, Böden oder Mechanisierung passt. Erst dann ist es sinnvoll, grössere Flächen zu bepflanzen.

Bezug von Saatgut

Bei den weniger häufig angebauten Sorten steht noch zu wenig Biopflanzgut zur Verfügung. Wer konventionelles – ungebeiztes! – Saatgut bezieht, muss eine Ausnahmebewilligung beantragen bei www.organicXseeds.ch.

Weiterführende Informationen

Sortenliste Biokartoffeln (kostenloser Download im FiBL-Shop)
Kartoffelsorten für die Direktvermarktung (Rubrik Kartoffeln)
Kartoffeln (ganze Rubrik)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.03.2021

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