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Rapsglanzkäfer: Regulierung mit Steinmehl

Das Gesteinsmehl Klinospray der Firma Unipoint hat eine Zulassung als Bodenverbesserer / Pflanzenhilfsstoff und darf in dieser Funktion auch im Bio- und Extensoraps eingesetzt werden. Versuche der vergangenen Jahre zeigten, dass die Anwendung von Klinospray eine positive Nebenwirkung gegen den Rapsglanzkäfer hat. Aus den Versuchsergebnissen wurde eine Strategie für die Anwendung entwickelt.

Anwendungsstrategie

  • Pro Hektare 30-50 Kilo Klinospray + 2 Liter Heliosol + 600 Liter Wasser.
  • Normale Applikationstechnik (Feldspritze).
  • Erste Behandlung im Stadium 52-53, falls Käfer schon da sind oder der Einflug bevorsteht (Temperaturanstieg auf über 15 °C). Erläuterungen zu BBCH-Stadien siehe ganz unten auf dieser Seite.
  • Mindestens zwei Applikationen, bei starker Abwaschung durch viel Regen: drei bis vier Applikationen.

Eine Ausbringung des Gesteinsmehls  mit dem Düngerstreuer (300 Kilo pro Hektare) ist ebenfalls möglich, jedoch sind nicht alle Düngerstreuertypen dafür geeignet. Gute Resultate wurden mit alten Kastendüngerstreuern und Vicon-Pendeldüngerstreuern (nur bei völliger Windstille!) erzielt. Nachteil der Applikation mit dem Düngerstreuer ist die geringe Arbeitsbreite.

Applikationskosten pro Hektare

30 kg Klinospray (Preis Fr. 60.- pro 25 kg) Fr. 72.-
2 Liter Heliosol (Netzmittel; Preis Fr. 18.- pro Liter) Fr. 36.-
Produktekosten pro BehandlungFr. 108.-
Arbeits- und Maschinenkosten pro BehandlungFr. 45.-
Kosten pro Behandlung Fr. 153.-
Kosten für  2 BehandlungenFr. 306.-

Für einen kostendeckenden Einsatz bei zwei Behandlungen muss der Ertragszuwachs also bei mindestens 1.39 Dezitonnen pro Hektare liegen bei einem Produzentenpreis für Bioraps von 220 Franken pro Dezitonne. Dieser Ertragszuwachs wird jedoch nur erreicht, wenn keine anderen limitierenden Faktoren (Stickstoffmangel, andere Schädlinge) vorliegen.

Eine Regulierung des Rapsglanzkäfers mit Gesteinsmehl ist somit nur auf gut gedüngten Feldern mit niedrigem bis mittlerem Stengelrüsslerbefall ökonomisch sinnvoll. Ist die Verfügbarkeit von Stickstoff limitierend für das Ertragspotential, bringt eine zusätzliche Güllegabe mehr als Gesteinsmehl. Güllegaben während der Knospenentwicklung haben zudem auch einen abschreckenden Effekt auf die Käfer.

Resultate aus den Versuchen 2011 und 2012

In den Jahren 2011 und 2012 bestand die Möglichkeit im Rahmen von Grossversuchen Gesteinsmehl gegen den Rapsglanzkäfer einzusetzen. Diese Versuche sind nun abgeschlossen. Dabei wurden die folgenden Resultate erzielt:

  • Bei den Versuchen traten keine Probleme mit der Applikationstechnik auf. Die Ausbringung von Gesteinsmehl in Kombination mit verschiedenen Netzmitteln war problemlos auch mit sehr feinen Düsen (Kaliber 01 Orange) möglich.
  • In den Versuchen kamen die Gesteinsmehle Klinospray (Firma Unipoint, Wirkstoff Klinoptilolith) und Surround (Firma Stähler, Wirkstoff Kaolin) zum Einsatz. Die Wirkung beider Mittel war vergleichbar. Klinospray ist derzeit zur Bodenverbesserung auch im Rapsanbau zugelassen. Surround hat momentan keine Bewilligung im Ackerbau.
  • Die Qualität des Spritzbelags auf den Pflanzen wurde hauptsächlich vom Netzmittel beeinflusst: Heliosol (Firma Omya, Pinienöl) als Netzmittel führte zu einem dichteren Belag auf Pflanzen und Knospen als Genolplant (Firma Syngenta, Rapsöl). Der Einsatz von Klinospray+Heliosol hatte eine stärkere Wirkung auf den Schotenansatz der Pflanzen als Klinospray+Genolplant. Heliosol hatte aufgrund seines Geruches in Laborversuchen eine zusätzliche, abschreckende Wirkung auf die Rapsganzkäfer.
  • Entscheidend für eine gute Wirkung war eine hohe Wassermenge bei den Behandlungen: bei Applikationen von 600 Liter pro Hektare wurde der Schotenansatz stärker erhöht, als bei Applikationen von 200 Liter.
  • Optimaler Zeitpunkt für den Applikationsbeginn ist Stadium 52-53 BBCH, sofern ein Einflug der Käfer schon stattgefunden hat oder unmittelbar bevorsteht (Temperaturanstieg auf über 15 °C). Bei früherem Applikationsbeginn (Stadium 50-51) oder späterem Applikationsbeginn (Stadium 55) war die Auswirkung auf den Schotenansatz deutlich geringer.
  • Mindestens zwei wiederholte Applikationen waren für eine gute Wirkung auf den Schotenansatz nötig.
  • Der Einsatz von Klinospray+Heliosol reduzierte den Befall mit Rapsglanzkäfern um durchschnittlich 20-40 Prozent. Der Wirkungsgrad nahm mit fortschreitender Pflanzenentwicklung ab, da zu Beginn der Knospenentwicklung ein deutlich besserer Spritzbelag auf den Knospen erzielt wurde.
  • Der Schotenansatz pro Quadratmeter wurde durchschnittlich um 13-25 Prozent erhöht.

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BBCH-Stadien

  • 50 Hauptblütenstand bereits vorhanden, von den obersten Blättern noch dicht umschlossen
  • 51 Hauptblütenstand inmitten der obersten Blätter von oben sichtbar
  • 52 Hauptblütenstand frei; auf gleicher Höhe wie die obersten Blätter
  • 53 Hauptblütenstand überragt die obersten Blätter
  • 55 Einzelblüten des Hauptblütenstandes sichbar, aber noch geschlossen
  • 57 Einzelblüten der sekundären Blütenstände sichtbar, aber noch geschlossen
  • 59 Erste Blütenblätter sichtbar (Blüten noch geschlossen)
  • 60 Erste offene Blüten
  • 62 Zirka 20 % der Blüten am Haupttrieb offen


Alle BBCH-Stadien (Webseite Julius Kühn-Institut)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.03.2013

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