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Durchgang 1: Ergebnisse (Modul 2)

Das Alter und Lebendgewicht war zum Versuchsbeginn bei allen Tieren einheitlich. Wie in der Grafik zu sehen ist, unterschieden sich Tageszunahmen in der Anfangsmast um bis zu 170g/Tag. Dies kann auf ein leichtes Methionin-Defizit zurückgeführt werden. Dieser Unterschied wurde mit der Zeit geringer und die Tageszunahmen unterschieden sich ab 40 kg LG nicht mehr signifikant. Bei den Versuchsfuttergruppen stiegen die Zunahmen im Wachstumsverlauf stärker an, da sich Schweine an die Unterversorgung anpassen und diese teilweise kompensieren können (kompensatorisches Wachstum). Die 100%-Biofütterung hatte dennoch durchschnittlich über die gesamte Versuchsdauer um etwa 50g/Tag geringere Tageszunahmen zur Folge und die Mastdauer verlängerte sich dadurch um 7.4 Tage.

Obwohl es keinen Unterschied in der Futteraufnahme gab, benötigten die 100%-bio-gefütterten Tiere 4 Megajoule MJ VES (verdauliche Energie Schwein) pro Kilogramm Zuwachs mehr als die Kontrolltiere und zeigten dadurch eine stärkere Verfettung. Der Einsatz von fermentativ hergestelltem Lysin hatte keinen Effekt auf die Mastleistung. Das Versuchsfutter mit erhöhtem Rohfasergehalt verlängerte die Mastperiode (nicht signifikant) um 4.7 Tage.

Der hohe Rohprotein Gehalt von 175 g/kg im Jagerfutter (100%-Bio) verschlechterte die Stickstoff-Effizienz, die im Exaktversuch normal bei 45 bis 50% liegt, auf 31 bis 35 %. Bei korrekter Methionin Versorgung würde sich die Effizienz erhöhen. Der Einsatz von fermentativ hergestelltem Lysin verbessert die Stickstoffeffizienz signifikant, hatte im Versuch jedoch keinen Einfluss auf die Energieverwertung und die Mastleistung. Falls auch Methionin, Threonin und Tryptophan aus fermentativer Herstellung verfügbar wären, würde sich neben der Stickstoff-Effizienz auch die Mastleistung verbessern.

Anmerkung

Aufgrund einer fehlerhaften Futterzusammensetzung im vorliegenden Versuch (Durchgang 1), konnten die Ergebnisse nur teilweise verwertet werden. Es wurden fälschlicherweise Holl-Produkte eingesetzt, die einen höheren Ölsäuren- und geringeren Linolensäure-Gehalt aufweisen und dadurch zu höheren PUFA-Werten im Speck führten als zuvor kalkuliert wurde. Wichtig für die Kommunikation ist, dass nicht die Fütterungsvarianten zu den hohen PUFA-Werten geführt haben, sondern der Fehler in der Durchführung. Die erzeugten Fleischwaren eigneten sich nun aber gerade wegen der hohen PUFA-Werte für die Verarbeitungsversuche und die Konsumententests (Modul 5 und 6).

Zur Beantwortung der wesentlichen Forschungsfragen musste der Versuch wiederholt werden. Auf die Lysin-Variante wurde im zweiten Durchgang verzichtet, da a) kein biokonformes Lysin mehr erhältlich war und b) die Fragen zur Stickstoff-Reduktion bereits im Durchgang 1 beantwortet werden konnten. Der zweite Mastversuch (Durchgang 2) wurde von Juli 2018 bis Dezember 2018 durchgeführt.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.01.2021

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