Diese Website unterstützt Internet Explorer 11 nicht mehr. Bitte nutzen Sie zur besseren Ansicht und Bedienbarkeit einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome
FiBL
Bio Suisse
Logo
Die Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern

Resultate statt Mass­nahmen: Grosses Interesse der Land­wirtschaft

Meldung  | 

Ergebnisorientierte Biodiversitätsförderung ist ein Ansatz, der in der Agrarpolitik als Alternative zum aktuellen massnahmenorientierten System diskutiert wird. Eine nun ausgewertete Umfrage zeigt ein grosses Interesse unter Landwirtinnen und Landwirten.

Gelebte Biodiversität: Schachbrettfalter auf Orchidee. Foto: Simona Moosmann, FiBL

Seit den 1990er Jahren gibt es in der Schweiz Biodiversitätsbeiträge auf landwirtschaftlicher Nutzfläche (LN), bei denen die Umsetzung von vorgegebenen biodiversitätsfördernden Massnahmen vergütet wird. Trotz dieser Massnahmen nimmt die Biodiversität in der Schweiz weiter ab.

«Der ergebnisorientierte Ansatz wird als vielversprechende Alternative gesehen, da die tatsächliche ökologische Qualität einer Fläche vergütet wird», schreiben die Autor*innen eines neuen Artikels von FiBL, ZHAW und des Amts für Landschaft und Natur Kanton Zürich auf agrarforschungschweiz.ch.

Es gibt auch Risiken beim neuen Ansatz

Dadurch sind Betriebsleitende frei in der Wahl und Durchführung von biodiversitätsfördernden Massnahmen. Zudem spielen Wissenstransfer und individuelle Beratung eine zentrale Rolle. Der Ansatz ist jedoch auch mit Risiken verbunden. Faktoren wie etwa Wetterereignisse können das Erreichen eines angestrebten Ergebnisses beeinflussen.

Im Rahmen einer Umfrage wurden Landwirt*innen zu ihrer Einstellung und Umsetzungsbereitschaft der ergebnisorientierten Biodiversitätsförderung befragt. Grundlage war der ergebnisorientierte Ansatz, wie er seit 2020 im Pilotprojekt Zielorientierte Biodiversitätsförderung (ZiBiF) im Kanton Zürich getestet wird. Hierbei erhalten Landwirt*innen eine Entschädigung basierend auf der tatsächlichen ökologischen Qualität ihrer Flächen sowie eine betriebsspezifische Beratung.

Zwei Drittel finden den Ansatz gut

295 Schweizer Landwirt*innen haben an der Umfrage im Jahr 2024 teilgenommen. Die Stichprobe ist bezüglich der meisten Charakteristiken vergleichbar mit den Betrieben, die im Rahmen der Strukturerhebung 2023 befragt wurden, nicht jedoch im Bereich Produktionssystem und Betriebsgrösse (Bio- und IP Suisse-Betriebe waren in der ZiBiF-Umfrage übervertreten, Nebenerwerbs-, Klein- sowie Bergbetriebe untervertreten).

Die Befragten zeigen mehrheitlich grosses Interesse am ergebnisorientierten Ansatz: 68,7 Prozent finden den Ansatz gut oder sehr gut und 56,4 Prozent könnten sich vorstellen, ihn auf dem eigenen Betrieb umzusetzen. Jeweils über 80 Prozent gaben an, mehr Freiheit resp. Eigenverantwortung zu begrüssen.

Biobetriebe sind offener für den Ansatz

Ein zentrales Element des ZiBiF-Projekts ist die enge Begleitung durch Beratende, welche die Landwirt*innen bei der Wahl passender Massnahmen unterstützen. Diese betriebsspezifische Beratung hat sich in der Umfrage als wesentlich für die Akzeptanz des ergebnisorientierten Ansatzes herausgestellt. Ausserdem finden es 87,3 Prozent der Befragten gut oder sehr gut, ihr Wissen zur Biodiversität vermehrt nutzen zu können.

Biobetriebe sind, wie sich in der Umfrage gezeigt hat, eher bereit, den ergebnisorientierten Ansatz umzusetzen als IP- und konventionelle Betriebe. Auf Nebenerwerbs- und Bergbetrieben war die Zustimmung ebenfalls grösser. Hingegen zeigt sich, dass mit zunehmender LN die Bereitschaft für den ZiBiF-Ansatz abnimmt. Ausserdem wurde klar, dass Betriebe mit höherem Anteil Biodiversitätsförderflächen an der LN den ergebnisorientierten Ansatz eher umsetzen würden. Letztlich war auch die Bereitschaft von Landwirt*innen mit höherem Bildungsabschluss sowie jene von Frauen höher.

Fazit und Empfehlungen der Studienautor*innen

  • Freiheit, Wissen und Eigenverantwortung: Die Möglichkeit, Massnahmen selbst zu wählen, ihr eigenes Wissen über Biodiversität zu nutzen und somit mehr Freiheit und Eigenverantwortung in der Umsetzung zu haben, wird geschätzt.
  • Grosses Interesse trotz möglicher Risiken: Die befragten Landwirt*innen zeigten ein hohes Interesse für die ergebnisorientierte Biodiversitätsförderung. Dies deutet darauf hin, dass aus Sicht der Landwirt*innen die Vorteile mögliche Risiken überwiegen und daher ergebnisorientierte Instrumente bei künftigen politischen Reformen berücksichtigt werden sollten.
  • Individuelle Beratung: Die individuelle Biodiversitätsberatung ist ein wichtiges Element des ergebnisorientierten Ansatzes und erklärt die grosse Zustimmung. Daher sollte die Rolle von Beratungsdiensten bei der Konzeption solcher Instrumente sorgfältig berücksichtigt werden.

Tamina Felder und Rebekka Frick, FiBL; 
Christina Bosshard, Amt für Landschaft und Natur Kanton Zürich; 
Seline Limacher, FiBL/ZHAW

Weiterführende Informationen

Link zum Artikel Agrarforschung (agrarforschungschweiz.ch)
Webseite ZiBiF (zielorientierte-biodiversitaet.ch)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Möchten Sie die Website zum Home-Bildschirm hinzufügen?
tippen und dann zum Befehl zum Home-Bildschirm hinzufügen nach unten scrollen.