Zuchtsauenhaltung richtig aufstocken «Welser Abferkelbucht»: Erfolgreiches Abferkeln auch im Aussenklimastall 

Die WelCon Abferkelbucht bietet wesentliche Vorteile

Stallbauer planen die meisten Abferkelbuchten auch für Biobetriebe nach konventionellen Standards. Bei den Massen werden zwar die Bio Suisse Richtlinien eingehalten, aber es fehlen oft die Anpassungen an die Besonderheiten in der biologischen Schweineproduktion. Dazu gehört, dass die Ferkel 42 Tage säugen und damit beim Absetzen weitaus grösser sind als bei der vierwöchigen Säugezeit auf konventionellen Betrieben. Oft sind die Nester zu klein oder die Technik hält den grossen Ferkeln nicht Stand. Ein weiterer kritischer Punkt ist der Auslauf bzw. der Zugang zum Auslauf (Pfeil). Hier ist ausschlaggebend, dass er für Sau und Ferkel bedienbar und trotzdem dicht abschliessend ist. Er darf in keinem Fall Zugluft ins Ferkelnest verursachen.

Die WelCon Bucht ist gegliedert in folgende Funktionsbereiche:

  • Ferkelnest
  • Liegebereich
  • Fressbereich (vom Liegebereich getrennt)

Sau und Ferkel können kurzfristig eingesperrt werden

Die patentierte konventionelle Variante der Abferkelbucht hat einen Platzbedarf von 6,5 m2. Für den Biolandbau wird die Bucht auf 7,5 m2 erweitert. Befindet sich die Sau im Fressbereich, kann sie mittels automatischer oder Verriegelung von Hand im Stand kurzzeitig eingesperrt werden. Das erleichtert dem Tierbetreuer die Routinearbeiten im Liegebereich.

Ein leichtgängiger Schieber ermöglicht ein einfaches und effektives Einsperren der Ferkel im Ferkelnest. Das Ferkelfangen in der Bucht wird damit vermieden, was für Sauen, Ferkel und Betreuer Stress minimiert. Unmittelbar neben dem Fressplatz der Sau entsteht durch zwei kleine Handgriffe (Anheben der Eingangstür und Umklappen der Gangtür) ein attraktiver Futterplatz für die Ferkel. Hohe Funktionssicherheit bei minimalem Platzbedarf charakterisiert diesen Bereich.

Anfütterung ausserhalb Nest

Anders als in vielen freien Buchten wird ausserhalb des Nestes angefüttert, da die hohen Temperaturen im Nest den Futterverderb begünstigen. Auch die aufwändige, tägliche Reinigung von Futterschalen entfällt. Nicht verzehrtes Futter wird unter der Tür in den Aktionsbereich der Sau gekehrt, sodass keine Futterverluste entstehen.

Die Sau kann die Tür zum Fressbereich selbst öffnen und diesen Bereich auch wieder eigenständig verlassen. Die Ferkel können unter der 35 cm hoch gesetzten Tür frei zirkulieren. Es ist möglich, in der Bucht neben planbefestigten Böden auch teilperforierte Böden (Rostböden) einzusetzen, sodass Kot und Harn über diese in eine darunter ausgeführte Wanne, abfliessen können.

Barbara Früh, FiBL Beratung
Werner Hagmüller, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Österreich

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.07.2013

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