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Der deutsche Biosektor wächst bei stagnierender Betriebszahl

Meldung  | 

Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat dieser Tage die aktuellen Strukturdaten zur Entwicklung der Bioflächen und Biounternehmen veröffentlicht. Diese zeigen ähnliche Tendenzen, wie sie im Schweizer Biomarkt zu finden sind.

Gemüseernte in Deutschland: Hier ist der Biomarkt im vergangenen Jahr wie in der Schweiz weiter gewachsen. Foto: Nina Weil/BLE/BÖLW

«Auch im Jahr 2023 zeigt die Biobranche positive Tendenzen, trotz der zahlreichen Herausforderungen, denen wir aktuell gegenüberstehen», lässt sich Tina Andres, die Vorstandsvorsitzende des deutschen Biodachverbands BÖLW in einer Mitteilung zitieren.

Flächen nur geringfügig gestiegen
Namentlich die Zahl der Verarbeitungsunternehmen, die (auch) Biolebens- oder -futtermittel herstellen, sei stark gestiegen, so Andres. «Dies zeigt nicht nur, dass Unternehmer*innen das Potenzial der Biowirtschaft erkennen und nutzen», so Andres, «auch die Verbraucher*innen fragen Bio-Lebensmittel weiterhin stark nach».

Ähnlich wie in der Schweiz sind im vergangenen Jahr biologisch bewirtschafteten Flächen nur geringfügig angestiegen. Die Zahl der Biobetriebe hat anders als hierzulande gar einen minimalen Rückgang verzeichnet, doch der allgemeine Aufwärtstrend bleibe ungebrochen. «Bio ist und bleibt ein wichtiger Baustein für die Lösung der komplexen Herausforderungen unserer Zeit», schreibt der BÖLW.

Strukturwandel ist geringer als bei konventionellen Betrieben
Hier ein paar Kennzahlen zum deutschen Biomarkt 2023, die teilweise bereits an der BioFach im Februar vorgestellt worden sind:

  • Der Umsatz mit Biolebensmitteln hat in Deutschland 2023 um 5 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro zugenommen.
    In der Schweiz betrug der Umsatz mit Bioprodukten im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Franken. Der Umsatzzuwachs lag mit 6,9 Prozent noch etwas höher als in Deutschland.
  • Die bewirtschaftete Fläche hat um 1,6 Prozent auf 1 888 999 Hektaren zugenommen. Damit werden nunmehr 11,4 Prozent der deutschen Agrarfläche biologisch bewirtschaftet. 20 Jahre zuvor waren es noch 4,6 Prozent.
    Zum Vergleich die Schweiz: Hier lag die Biofläche 2023 bei 190 280 Hektaren, dies entspricht 18 Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche, wobei der Anteil im Berggebiet mit 26 Prozent deutlich höher liegt als derjenige im Tal, wo es 13 Prozent sind.
  • Die Anzahl der Biobetriebe hat in Deutschland 2023 leicht auf deren 36 680 abgenommen, das sind 182 weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem ist der Anteil an der gesamten Betriebszahl im nördlichen Nachbarland von 14,2 auf 14,4 Prozent gestiegen. Grund dafür ist der deutlich höhere Strukturwandel in der konventionellen deutschen Landwirtschaft.
    In der Schweiz hat die Zahl der Biobetriebe um 21 leicht zugenommen. Mit 7362 Biohöfen erreicht man im letzten Jahr einen Anteil von 17,9 Prozent an der Gesamtzahl der Betriebe.
  • Bei der Verteilung der Betriebe und der Fläche gibt es zwischen den deutschen Bundesländern markante Unterschiede: Das kleinste Bundesland Saarland hat mit 20,5 Prozent am meisten Biofläche. Am anderen Ende der Skala findet sich Niedersachsen mit 6 Prozent. Den höchsten Anteil Biobetriebe hat Baden-Württemberg mit 25,8 Prozent. Am tiefsten liegt dieser Anteil mit 6,7 Prozent in Nordrhein-Westfalen.
    In der Schweiz hatte der Kanton Graubünden mit 63,7 Prozent 2023 unangefochten den grössten Anteil Biobetriebe, das Schlusslicht bildet Appenzell Innerrhoden mit 28 Betrieben oder 7,3 Prozent. Bern bleibt mit total 1370 Betrieben der Kanton mit den meisten Biohöfen.
  • Ein deutliches Wachstum verzeichnete 2023 die Biozertifizierung in der deutschen Lebensmittelverarbeitung. 22 382 Unternehmen dürfen ihre Verarbeitungsprodukte als Biolebens- oder -futtermittel kennzeichnen, ein Plus von 495 Unternehmen gegenüber dem Vorjahr.
    Auch in der Schweiz setzen immer mehr Lebensmittel verarbeitende Betriebe auf die Knospe. Im Jahr 2023 zählte Bio Suisse 1356 Lizenznehmende, 70 mehr als im Vorjahr.

Adrian Krebs, FiBL

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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