Roots2Res steht für «Root phenotyping and genetic improvement for rotational crops resilient to environmental change» und bedeutet Wurzelphänotypisierung und genetische Verbesserung von Fruchtfolgekulturen zur Erhöhung der Widerstandskraft gegen umweltbedingte Veränderung. Das Projekt zielt darauf ab, neue Kulturpflanzensorten zu entwickeln und zu bewerten, wobei die Wurzeleigenschaften eine wichtige Rolle spielen. Wurzelsysteme sind wesentlicher Bestandteil der Toleranz gegenüber abiotischem Stress, also gegenüber Wasserdefizit oder -überschuss und Nährstoffmangel. Ebenso tragen Wurzeln zur Kohlenstoffspeicherung in den Böden bei.
Doch die Untersuchung von Wurzelmerkmalen ist für Züchterinnen und Züchter, Genetikerinnen und Genetiker sowie Agronominnen und Agronomen eine echte Herausforderung. Es sind dafür effiziente Methoden nötig: zur Charakterisierung des Erscheinungsbildes von Wurzeln sowohl im Freiland als auch unter kontrollierten Bedingungen, genetische Analysen zur Identifikation relevanter genetischer Marker, die mit den gewünschten Wurzelmerkmalen in Verbindung stehen, sowie Modellierungsinstrumente, um zu schätzen, ob sich die gefundenen Wurzelmerkmale für den Anbau unter den unterschiedlichen Umwelt- und Klimabedingungen in Europa und Afrika eignen. Genau das ist das Ziel von Root2Res: die Entwicklung solcher Analysen und deren Einsatz, um innovative Kulturpflanzensorten zu finden und zu prüfen.
Um diese Ziele zu erreichen, versammelt Root2Res ein interdisziplinäres Team von 22 Partnern und wird während fünf Jahren an Getreide (Gerste, Weizen), Kartoffeln, Leguminosen (Ackerbohne, Erbse, Linse) und Süsskartoffeln arbeiten. Die FiBL-Forschenden werden die Zusammensetzung und die Funktionen des Mikrobioms der Rhizosphäre ausgewählter Kulturpflanzensorten untersuchen. Darüber hinaus werden sie anhand von genotypische Daten von Erbsen neue Kandidatengene und Marker identifizieren, die mit gewünschten Wurzelmerkmalen in Verbindung stehen.
Zwei Feldversuche mit Erbsen werden am FiBL in Frick durchgeführt. Neben den wissenschaftlichen Untersuchungen ist Root2Res auch eng mit Personen aus der Praxis und politischen Verantwortlichen sowie anderen Beteiligten verbunden. Das Projekt nutzt das fundierte Wissen des FiBL in der Kommunikation und Verbreitung von Forschungsergebnissen, welche allen Endnutzerinnen und -nutzern zugutekommen sollen: vor allem Züchtenden, Forschenden und Landwirtschaftenden.
Das Projekt Root2Res startete Anfang September 2022 mit einem Kick-Off-Meeting in Frankreich. Bei dieser Veranstaltung legten alle 22 Partner aus Europa und Afrika, koordiniert vom französischen ARVALIS-Institut du végétal und dem britischen James Hutton Institute, den Grundstein für ein ehrgeiziges Projekt.
Quelle: Medienmitteilung Roots2Res vom 18.10.2022
Weiterführende Informationen
Projektbeschreibung in der FiBL-Projektdatenbank (FiBL Webseite)
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