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Kontrolljahr 2026: Hobbytierhaltung im Fokus

Meldung  | 

Die Kontroll- und Zertifizierungs­stellen schauen auf ein ausgewogenes Kontrolljahr 2025 zurück. Im Kontrolljahr 2026 dreht sich vieles ums Tierwohl. Daneben warten zusätzliche Herausforderungen.

Der Kontrollschwerpunkt 2026 fokussiert auf die Haltung und Fütterung von Hobby- und Selbstversorgungstieren. Foto: Depositphoto, manukuku

«Die Ergebnisse waren durchaus positiv, auf den Schweizer Biobetrieben wurde letztes Jahr gut gearbeitet», resümiert Lisa Konrad, Zertifiziererin bei Bioinspecta in Frick AG. Auch Lukas Held, stellvertretender Bereichsleiter Landwirtschaft bei Bio Test Agro in Münsingen BE, spricht von einem «sehr ruhigen» Jahr. Manchmal zu ruhig: «Es häuft sich, dass wir bei unangemeldeten Kontrollen niemanden auf dem Betrieb antreffen.» Der Grund: Immer mehr Betriebsleitende gehen einem Nebenerwerb abseits des Hofs nach. 

Schaut man auf die Mängelliste, so fällt etwa bei Bio Test Agro auf, dass die meisten Abweichungen im Bereich Tierschutz festgestellt wurden. «Insbesondere verschmutzte Tiere, nicht eingehaltene Stallmasse, Überbelegung sowie fehlendes Wasser und Heu bei Kälbern waren wiederkehrende Themen», erzählt Lukas Held.

Tierwohl hat überall Priorität

Der Tierschutz bleibt auch 2026 wichtig. «Der diesjährige Kontrollschwerpunkt fokussiert auf die Haltung und Fütterung von Hobby- und Selbstversorgungstieren », sagt Sara Gomez, Co-Bereichsleiterin Landwirtschaft bei Bio Suisse. Gemeint seien Tiere, die weder kommerziell genutzt noch deren Erzeugnisse vermarktet werden. Zudem dürfen sie nicht für Beiträge der Programme RAUS (Regelmässiger Auslauf ins Freie) oder bei Kaninchen BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) angemeldet sein. Hobbytiere müssen nicht zwingend biologischen Ursprungs sein, genauso wenig die Einstreu – davon abgesehen gelten auch für sie alle Haltungs- und Fütterungsvorgaben gemäss den Richtlinien von Bio Suisse. «Das Tierwohl hat für uns in allen Bereichen Priorität», betont Sara Gomez.

Ein besonderes Augenmerk legen die Kontroll- und Zertifizierungsstellen 2026 zudem auf das Geflügel. Grund ist die definitive Einführung des Kükentötenverbots respektive des Bruderhahnsystems. «Hinzu kommt, dass die kleinste Haltungseinheit bei Hühnern mindestens zwei Quadratmeter Grundfläche betragen muss», so Lisa Konrad von bio.inspecta. Und laut Lukas Held von Bio Test Agro wird, wo angeordnet, die korrekte Umsetzung der Vogelgrippemassnahmen überprüft.

Nährstoffbilanz im Auge behalten

Dauerbrenner bleiben nicht gemeldete Umstellflächen, ungenügend dokumentierte Lohnverarbeitung sowie Überschüsse bei der Nährstoffbilanz. «Teils wird zu viel Hofdünger zugekauft oder zu wenig abverkauft. Die Betriebe müssen da genau hinschauen», empfiehlt Lukas Held. Ebenfalls gut zu wissen: Für Umstellende gibt es neu nur noch einen Einführungskurs statt zwei, dafür vier statt drei frei wählbare Weiterbildungskurse, die für alle offen sind. Und: «Die Möglichkeit, ohne Ausnahmebewilligung bis zu fünf nicht biologische Hochstammobstbäume zu pflanzen, gibt es nicht mehr», so Lisa Konrad von bio.inspecta.

Laut Lukas Held lohne sich übrigens bereits ein Blick auf die Neuerungen von 2027. Dann nämlich, sagt er, beginne die Mitteilungspflicht zum Verbrauch von und Handel mit Pflanzenschutzmitteln sowie Nährstoffen mittels Digiflux. Zudem wird die obligatorische Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel eingeführt (Bioaktuell 4|25).

Weiterführende Informationen

Bioregelwerk

Fachauskünfte:
bio.inspecta
Hotline: +41 62 865 63 33
MO–FR 8:00–12:00 / 13:00–17:00
bio-inspecta.ch

Bio Test Agro
Lukas Held, stv. Bereichsleiter Landwirtschaft
E-Mail
bio-test-agro.ch

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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