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Bio Bern beschränkt die Amtszeit der Bio Suisse-Delegierten

Meldung  | 

An der Hauptversammlung von Bio Bern in Huttwil beschlossen die Mitglieder eine Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren für die Bio Suisse-Delegierten. Zur Sprache kam auch die Digitalisierungsstrategie mit dem neuen Portal My Bio Suisse. Dieses hat noch Kinderkrankheiten.

Vorstandsmitglied Dora Fuhrer erläuterte die komplexen Herausforderungen rund um die Einführung des Portals My Bio Suisse. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Präsident Beat Gerber führte durch das Abstimmungsprozedere in Sachen Amtszeitbeschränkung für Delegierte. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Geschäftsführer Johnny Schaufelberger präsentierte die Gründe für den ausserordentlich hohen Jahresgewinn. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Die neue Klimaverantwortliche von Bio Suisse, Tonia Willi machte Werbung für das Faktenblatt Kuh und Klima von FiBL und Bio Suisse. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Präsident Beat Gerber konnte in den attraktiven neuen Räumlichkeiten von Biofarm im bernischen Huttwil kürzlich eine stattliche Zahl von Mitgliedern begrüssen. Dies trotz schönem Wetter und frühlingshaften Temperaturen. «Wir sind hier auf einem wunderschönen Flecken», sagte Gerber einleitend, «dürfen aber nicht vergessen: wir haben nach wie vor Krieg in Europa».   

Aussergewöhnlich hoher Jahresgewinn

Geschäftsführer Johnny Schaufelberger zeigte sich erfreut über die hohe Zahl der Teilnehmenden. Es waren 50 Stimmberechtigte an Bord, die auch etwas Arbeit erhielten. Sie durften zunächst zu Protokoll, Jahresbericht, Rechnung und Budget Stellung nehmen, wobei all diese Traktanden ohne Diskussion und widerstandslos angenommen wurden.

Die Rechnung 2025 schloss mit einem Jahresgewinn 9880 Franken. Das sei aussergewöhnlich, liege aber daran, dass man Projektkonti aufgehoben habe, die seit 2019 nicht mehr gebraucht worden sind, sagte Schaufelberger. Für das laufende Jahr budgetiert der Verband bei Ausgaben von knapp 293 000 Franken einen Verlust von 2800 Franken. 

Landlose Imker bezahlen den halben Mitgliederbeitrag

Anschliessend ging es erneut um die bereits 2025 andiskutierte Amtszeitbeschränkung für Delegierte. Bio Bern hat nicht weniger als 13 dieser Abgeordneten, die an der Delegiertenversammlung von Bio Suisse die Mitglieder des Kantonalverbands vertreten. Im Grundsatz bestand schon vor Jahresfrist Einigkeit, dass es per 2028 eine Beschränkung auf maximal 12 Jahre braucht, wobei die Delegierten eine betriebsleitende Funktion innehaben müssen und die Zeit als Ersatz-Delegierter hier auch angerechnet wird. 

Offen waren noch die Details, dort wurde zwei Varianten zur Abstimmung gestellt und es siegte die folgende: «Delegierte dürfen bei der Wahl das 61. Lebensjahr nicht überschritten haben.» Die Statutenanpassung wurde mit 44 von 50 Stimmen, also deutlich klarer als mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen. In einem weiteren Traktandum hiess die HV einen Mitgliederbeitrag von 35 Franken für landlose Imker*innen gut. Das ist die Hälfte des Normalbeitrags. Die Imker*innen ohne eigene landwirtschaftliche Nutzfläche – meist Kleinstbetriebe – gelten bei Bio Suisse seit 2025 nicht mehr als Lizenznehmende, sondern als Produzent*innen. 

Mitglieder für Rekursstelle gesucht

Dora Fuhrer, die sowohl bei Bio Bern, wie auch beim Dachverband im Vorstand sitzt, überbrachte die Nachrichten aus Basel. Sie begann mit etwas Werbung für Amt und Würden: Man sei auf der Suche nach zwei neuen Mitgliedern für die unabhängige Rekursstelle der Bio Suisse. Gleichzeitig bewarb sie die Bioackerbautage in Diessenhofen im Thurgau am 19. und 20. Juni. Dieser fänden zwar nicht gleich um die Ecke statt, seien aber eine Reise wert. 

Anschliessend kam sie auf das beliebte Thema Digitalisierung zu sprechen, bei Bio Suisse derzeit ein Schwerpunktthema. Digitalisierung sei immer ein grosses Wort, so Fuhrer, aber im Grunde genommen sei sie einfach ein Instrument, das erst im Einsatz Sinn entwickle. Sie verglich mit einer Gabel, die in der Ecke stehend nichts nützt, sondern erst dann, wenn sie ins Heu oder in den Mist geführt wird. 

Digitalisierung mit Stolpersteinen

Der Grund für die erhöhte Aktivität von Bio Suisse im Digitalen sei es, dass der Verband verschiedene Prozesse künftig rein digital abwickeln möchte, darunter die Kommunikation zwischen Bio Suisse und den Betrieben sowie den Mitgliedorganisationen. Dora Fuhrer umschrieb das so: «Heute ist nicht mehr das Zeitalter des Briefs, wir brauchen ein Portal, einen digitalen Briefkasten, wo alles gebündelt werden kann». Es gehe darum, Prozesse und Absatz zu optimieren. 

Wichtige Stichworte seien Verlässlichkeit, Kompatibilität für alle Geräte und Datenschutz. Unabdingbar sei auch eine Vereinfachung, sodass Daten für möglichst viele Bereiche nur noch einmal eingegeben werden müssen. Das Login erfolgt deshalb über das bestehende Portal Agate, die Freigabe der Daten erfolgt dann via agridata.ch. Dieses Portal gibt es erst seit November, es ist damit gleich alt wie das Portal My Bio Suisse. Bio Suisse sei die erste Organisation, die mit agridata.ch arbeitet, deshalb sei man auch mit allen Kinderkrankheiten konfrontiert. «Bitte gerne geschehen», sagte Fuhrer mit einem Augenzwinkern. 

My Bio Suisse: Registrieren erst nach Erhalt des Briefs

Sie räumte ein, dass es Fehler gebe und dass es nicht möglich sei, alle Betriebe auf einmal auf My Bio Suisse zu registrieren, was zu Problemen führe. «Wir arbeiten in Wellen und eliminieren die Fehler einen um den anderen», so Fuhrer. Alle Mitglieder erhielten im laufenden Jahr ein Schreiben mit der Aufforderung, sich zu registrieren, vorher solle man nicht versuchen, auf my.bio-suisse.ch zu gelangen. Im Jahr 2026 werde der Biodiversitätscheck aufgrund der Schwierigkeiten ausgesetzt, er sei für die Biokontrolle nicht relevant. 

Im Anschluss stellte sich Tonia Willi, die neue Klimaverantwortliche von Bio Suisse vor. Sie folgt auf Jasmin Hufschmid, welche den Verband verlassen hat. Sie sei sich sehr bewusst, dass der Bio Suisse-Klimacheck viele Fragen auslöse und zur Meinungsbildung beitrage. Dieser sei wie der Biodiversitätscheck ebenfalls über das Portal My Bio Suisse erreichbar. 

Klimacheck mit praxisnahen Massnahmen

Man habe jetzt einen überblickbaren Massnahmenkatalog kreiert, so dass der Klimacheck einfach ausgefüllt werden kann. Ziel sei es, dass die Klimaleistungen des Einzelbetriebs aber auch des gesamten Biolandbaus ermittelt werden können. «Wir sind überzeugt, dass da bereits sehr viel geleistet wird», sagte Willi. Zur Einführung des Checks führe man viele Gespräche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Einen ersten Eindruck von der Meinung an der Basis lieferte anschliessend eines der Mitglieder von Bio Bern. Die Checks seien nicht zielführend, sagte er sinngemäss übersetzt aus dem Berndeutschen. Sie erzeugten zusätzlichen Aufwand für eine Leistung, die eigentlich bereits durch die Knospe garantiert werde. «Die Klimageschichte hat nichts mit Biolandwirtschaft zu tun», meinte er.

Adrian Krebs, FiBL

Weiterführende Informationen

Bio Bern (bio-bern.ch)
Bioackerbautage (bioackerbautag.ch)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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