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Bio-Gipfel: Wie aus «Müll» Innovation entsteht

Meldung  | 

Am dritten Bio-Gipfel traf sich am 3. November an der HAFL in Zollikofen BE ein breites und diverses Publikum mit über 130 Personen. Die Teilnehmenden liessen sich durch Referate und Biohof-Erfolgsgeschichten inspirieren.

Während des Stehlunchs gab es nicht nur allerhand lokale Bioleckereien zu kosten, sondern auch die Möglichkeit, sich auszutauschen. Foto: zVg

Dieses Jahr drehte sich am Bio-Gipfel alles um die zukunftsweisende Verwertung von Nebenströmen in der Lebensmittel- und Tierfutterproduktion. Im Fokus standen Innovation und der Mut, neue Wege zu beschreiten, um Lebensmittelabfälle sinnvoll zu nutzen. «Wie sich zeigte, braucht es dazu Innovation und auch ein bisschen Mut, denn ohne Mut keine neuen Ideen und Ansätze. Und damit auch keine innovativen Lebensmittel aus Nebenströmen», heisst es in der Medienmitteilung der Trägerschaft Bio-Gipfel. Zu dieser gehören die Bio Suisse Mitgliedorganisation Bio Bern, Bern ist Bio (Berner Bio-Offensive 2025), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL sowie das Kompetenzzentrum für Bildung, Beratung und Tagungen Inforama.

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried unterstrich in seinem Grusswort die Wichtigkeit des Tagesthemas, möglichst Vieles zu verwerten, um die jährlich anfallenden 40 000 Tonnen Food Waste in der Stadt Bern zu reduzieren. Dabei spiele Innovation eine entscheidende Rolle. Beispiele für solche innovative Ansätze gab es reichlich am diesjährigen Bio-Gipfel.

Start-up Unternehmen
Doris Erne, Gründerin des Unternehmens Lokalgenuss AG mit der Marke Wheycation entwickelte Proteinshakes aus Molke, die in Schweizer Käsereien im Überfluss vorhanden ist. Bis zu 1,8 Millionen Tonnen dieses Nebenstromes fallen in der Schweiz jährlich bei der Käseherstellung an. Christoph Nyfeler von der Schweizer Mälzerei AG stellt sein innovatives Produkt aus Biertreber vor, das noch als Abfallprodukte und als nicht für die menschliche Ernährung geeignet gilt. Das möchte Christoph Nyfeler gerne ändern und stellt aus dem Treber leckere Burger-Patties her.

Mit Herausforderungen zu kämpfen hatte auch Adrian Koller von Protaneo, ein Joint Venture, bestehend aus der IP-Suisse, der Feldkost Food AG und der Groupe Minoteries SA. Erst mit der Idee seiner Frau, auf vegetarische Ernährung umzustellen, kam die Erkenntnis, dass es in der Schweiz keinen derartigen Verarbeiter für Erbsen und Bohnen gab. Zum Glück kam ihm die Groupe Minoteries SA (GMSA) zu Hilfe und baute eine entsprechende Anlage. Nun kann Koller Halbfabrikate wie Burgers, Hackbraten oder Bolognese aus Bohnen- und Erbsenproteinen herstellen.

Nebenströme in der tierischen Ernährung
Herausforderungen brachte auch das Projekt «Das Gemüseschwein» zu Tage, bei dem FiBL Mitarbeiterin Mirjam Holinger und Martin Koller von Terraviva mitgewirkt haben. Dabei werden Gemüseabfälle an Schweine verfüttert. Zwar schätzten die Schweine abgesehen vom Fenchel das Gemüse. Doch es stellte sich heraus, dass sich die Fettqualität der Schlachttiere verschlechterte, was zu Abzügen für die Produzent:innen führte.

Zwei landwirtschaftliche Betriebe zeigten ihre Innovationen. Viviane Brönnimann und Jonathan Bracher erzählten von der Neuorientierung des Betriebs Farngut in Grossaffoltern BE. Dieser öffnet sich nach einer langen Phase des Knoblauchanbaus neuen Betriebszweigen und bietet nun auch eine «Gemüse-Flatrate» sowie ein Gemüse-Abo an. Das Team plant zudem ein acht Hektaren grosses Lernfeld mit rund 120 Kulturen.

Der Wydihof in Unterseen BE hat sich der antibiotikafreien Milchproduktion verschrieben und setzt auf alternative Medizin. Das hat gemäss Luzi Etter den zusätzlichen Vorteil, dass kaum Antibiotika in den Boden gelangen und somit die Bodenfruchtbarkeit nicht beeinträchtigt wird.

Workshops und Netzwerk
Während des Stehlunchs gab es nicht nur allerhand lokale Bioleckereien zu kosten, sondern auch die Möglichkeit, sich auszutauschen. Die Gespräche zu den Herausforderungen der Branche konnten in den Workshops am Nachmittag weitergeführt werden. Sieben Workshops boten praktische Aktivitäten, darunter die Herstellung von Biochutneys oder Bouillon aus Lebensmittelabfällen, eine von FiBL Mitarbeiterin Bernadette Oehen moderierte Diskussionsrunde zur sozialen Kreislaufwirtschaft oder ein Gespräch zur Vermarktung von Nebenströmen. Kreative Lösungen für die nachhaltige Nutzung von Sonnenblumenkernen-Bruch wurden von der Innovationsmanufaktur der BFH-HAFL mittels Design-Thinking-Sprint entwickelt.

Der Tag endete humorvoll mit einem Abschlusswort von Christian Strübin, ehemaliger Journalist beim Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis. An der dritten Ausgabe des Bio-Gipfels an der BFH-HAFL drehte sich alles um die Verwertung von Nebenströmen.

Quelle: Medienmitteilung Bio-Gipfel vom 6. November 2023

Weiterführende Informationen

Präsentationen Referierende (PDF, Website vom Bio-Gipfel)
Projekt Gemüseschwein (FiBL Website)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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