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Bio Ostschweiz tut sich schwer mit der Aufnahme von Lizenznehmenden

Meldung  | 

An ihrer Hauptversammlung haben die Mitglieder von Bio Ostschweiz noch ohne Ergebnis über die Aufnahme von Lizenznehmenden in den Verband diskutiert. Es gibt Vorbehalte bezüglich der möglichen Beeinflussung von Abstimmungsresultaten. Höhepunkt des Verbandsjahres sind die Bioackerbautage, dafür werden noch Helfer*innen gesucht.

Gruppenbild des Vorstands von Bio Ostschweiz mit den beiden Co-Präsidenten Peter Schweizer (v.m.) und Martin Harder (vorne, 2. von rechts). Foto: FiBL, Adrian Krebs

Sie wurden mit Dank aus verschiedenen Aufgaben verabschiedet (v.l.): Jakob Rohrer, Monika Egli (beide OK Biomarkt) und Stephanie Biderbost (Projekt FiBL Arenenberg). Foto: FiBL, Adrian Krebs

Blick in den schmucken und gut besetzten Versammlungssaal auf dem Betrieb Tiefenmühle. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Marc Nyffenegger bei der Führung durch die Tiefenmühle, die er den Biolandwirt*innen mit Müllerstolz präsentierte. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Die Co-Präsidenten Peter Schweizer und Martin Harder konnten in den schmucken Räumlichkeiten der Tiefenmühle im thurgauischen Weiningen nicht weniger als 63 Stimmberechtigte begrüssen. Harder rief die Mitglieder auf, auch an den Basisabenden teilzunehmen. Hier wird jeweils darüber entschieden, wie die neun Delegierten von Bio Ostschweiz an den halbjährlichen Versammlungen der Bio Suisse zu stimmen haben. Laut dem Co-Präsidenten sei dies ein guter Moment, um die basisdemokratischen Rechte als Verbandsmitglied zu nutzen. Der nächste Basisabend, an dem unter anderem über die Zulassung von Spermasexing diskutiert wird, findet am 31. März statt.

Beabsichtigtes hohes Defizit

Die Rechnung schloss erneut mit einem deutlichen Defizit, diesmal lag es bei knapp 23 000 Franken. Man habe in den Corona-Jahren sehr hohe Überschüsse erwirtschaftet, sagte Kassier Melchior Knaus. Deshalb sei man bewusst etwas grosszügiger geworden. Er betonte aber, dass man künftig wieder ausgeglichener kutschieren wolle. Ein möglicher Hebel wäre die Erhöhung der Mitgliederbeiträge. «10 Franken machen 8000 Franken aus», sagte Martin Harder. Vorläufig wolle man aber bei 50 Franken pro Mitglied verharren.

Eine erste positive Nachricht für das Budget 2026 konnte diesbezüglich Verbandsmanagerin Diana Eggenschwiler von der Bio Suisse-Geschäftsstelle überbringen. Sie berichtete der erfreuten Versammlung, dass man ihn Basel beschlossen habe, jährlich fix 15 000 Franken für die Teilnahme an Bio Ostschweiz an der Olma zu berappen, was mit Applaus quittiert wurde.  

Abstimmung über Aufnahme von Lizenznehmenden vertagt

Eine kleine Kontroverse entstand anschliessend um die mögliche Mitgliedschaft von Lizenznehmenden bei Bio Ostschweiz.  Der Vorstand schlug vor, dass Lizenznehmende «mit engem Bezug zur inländischen Bioproduktion» als reguläre Mitglieder aufgenommen werden könnten. Dazu zählten etwa Heu- und Viehhändler aber auch Lohnverarbeiter, Metzgereien und Käsereien. 

Ein Produzent erklärte, er sehe das kritisch. Basis müsse Basis bleiben. Er befürchtet schwierige Situationen bei Abstimmungen, wenn man gegen Geschäftspartner stimmen müsse. Zudem könnten Entscheide anders ausfallen, wenn plötzlich 20 Lizenznehmende an Bord sind. Weitere Versammlungsteilende äusserten sich ähnlich.

Eine Teilnehmerin schlug vor, eine Passivmitgliedschaft einzuführen, was auf gefühlte Zustimmung stiess. Diese Passivmitgliedschaft gebe es bereits, sagte ein Vorstandsmitglied. Nach einigen Diskussionen einigte man sich auf eine Vertagung des Geschäfts.  

Bioackerbautage: Helfer*innen erhalten 100 Franken pro Tag

Im Verschiedenen machte OK-Chef Dani Vetterli Werbung für die Bioackerbautage am 19. und 20. Juni im St. Katharinental bei Familie Urban und Nadine Dörig. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang und verlaufen nach Plan. Derzeit werden die Frühjahrskulturen gesät, wofür dank trockenem, warmem Wetter ideale Bedingungen herrschen.

An der Versammlung zirkulierten Helfer*innenlisten, dem Vernehmen nach gibt es darauf noch Platz. Man kann sich via Webseite des Bioackerbautags oder direkt über Peter Schweizer oder Heinz Brauchli anmelden. Pro Halbtag erhalten die Helfenden laut dem OK-Präsidenten 50 Franken Abgeltung plus Verpflegung .

Bio für vierköpfige Familie 760 Franken teurer

Nach dem Mittagessen warf Andreas Bisig einen Rundumblick auf das Marktgeschehen. Eine vierköpfige Familie gebe pro Jahr 760 Franken mehr aus, wenn sie sich biologisch statt konventionell ernähren wolle. Um diesen Mehrpreis besser zu rechtfertigen, wolle Bio Suisse als eines der aktuellen Ziele auch die Mehrwerte besser ausloben, sagte Bisig.

Bisig gab auch einen interessanten Einblick in die Verhandlungen mit dem Detailhandel. Man habe mit den wichtigsten Akteuren intensive Gespräche geführt, so Bisig. Dabei ging es darum, dass neben Weizen für mehr Schweizer Biobrot auch andere Kulturen in der Fruchtfolge absatzmässig besser gefördert werden sollen, um den Anbau attraktiver zu gestalten. Hafer, der nun plötzlich stärker nachgefragt wird, sei ein Beispiel dafür, so Bisig.

Vielseitiger Betrieb mit hauseigener Mühle

Abschliessend präsentierten der Gastgeber und die Gastgeberin, Marc und Marlene Nyffenegger ihren Betrieb Tiefenmühle. Marc ist Müller und betreibt den Familienbetrieb in vierter Generation. «In unserer Spezialmühle reinigen und schälen wir effizient und in höchster Qualität ihre Ackerfrüchte», heisst es auf der Website. Zum Angebot gehört auch die Hygienisierung für Kerne, Tee oder Sprossen. Die Mühle wird mit Strom vom hauseigenen gut 100-jährigen Flusskraftwerk mit zwei Turbinen und aus der Photovoltaikanlage betrieben.

Die Landwirtschaft ist das Wirkungsfeld von Marlene Nyffenegger. Sie bewirtschaftet den Betrieb mit unter anderen 10 ha Ackerbau. Dabei haben sich Nyffeneggers auf Mischkulturen spezialisiert, weil sie mit der eigenen Mühle ideale Voraussetzungen für die Trennung der Ernte aufweisen. Eine der Spezialitäten, die es in der Schweiz sonst nicht vielerorts gibt, sind rote Linsen – aus dem Thurgau.

Adrian Krebs, FiBL

Weiterführende Informationen

Website Bio Ostschweiz (bio-ostschweiz.ch)
Website Betrieb Tiefenmühle (tiefenmuehle.ch)
Website Bioackerbautag (bioackerbautag.ch)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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