Diese Website unterstützt Internet Explorer 11 nicht mehr. Bitte nutzen Sie zur besseren Ansicht und Bedienbarkeit einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome
FiBL
Bio Suisse
Logo
Die Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern

Bioknospe auch für Parks und Grünflächen? Die DV muss entscheiden

Meldung  | 

Seit 2012 können Parkanlagen und Grünflächen von Gemeinden mit der Knospe ausgezeichnet werden. Es gibt bereits 13 solche Bio Parcs. Die bestehenden Knospe-Richtlinien sind jedoch dafür nur bedingt geeignet. Die kommende Frühjahrs-DV muss entscheiden, ob es spezifische Park-Richtlinien geben soll. Für die Biogärtnereien wäre ein Nein ein herber Verlust.

Blick in die Merian-Gärten in Basel: Die grosszügige Anlage mitten in der Stadt ist einer von 13 bestehenden Bio Parcs, für die jetzt spezifische Richtlinien entstehen sollen. Foto: Merian Gärten

Bio Suisse arbeitet seit mehreren Jahren an Grundlagen, um die Anforderungen für öffentliche Parkanlagen und Grünflächen künftig klar und angemessen zu regeln. Bevor diese konkret ausgearbeitet werden, beantragt der Vorstand ein grundsätzliches Ja der Delegiertenversammlung (DV) zur Weiterverfolgung des Themas. 

Erster Park 2012 umgestellt

Im Jahr 2012 wurde der erste Park «umgestellt», das heisst nach Bio Suisse-Richtlinien bewirtschaftet und zertifiziert. Aktuell sind 13 Parks und Gemeinden mit der Knospe ausgezeichnet, hauptsächlich in der Westschweiz. Laut Bio Suisse wächst das Interesse: Immer mehr Gemeinden möchten ihre Grünflächen biologisch bewirtschaften und pflegen. Bislang werden diese Flächen analog zu landwirtschaftlichen Betrieben kontrolliert und zertifiziert.

Seit 2019 bearbeitet Bio Suisse das Projekt «Bio Parc» (Zertifizierung öffentlicher und privater Erholungs- und Grünflächen). Im April 2022 wurde das Thema erstmals an der DV vorgestellt. Aufgrund fehlender Ressourcen wurde das Projekt anschliessend zurückgestellt.

Keine neuen Zertifizierungen seit 2022

Da die bestehenden Richtlinien nicht auf Erholungs- und Grünflächen zugeschnitten sind, wurden im Jahr 2022 die Kontrollstellen angewiesen, keine neuen Zertifizierungen vorzunehmen, bis spezifische Regelungen verabschiedet sind. In der Folge mussten interessierte Gemeinden abgewiesen werden. 

Mehrere Gremien – Vorstand, Geschäftsleitung, Markenkommission Anbau und Fachgruppe Hortikultur –  haben sich wiederholt positiv zum Thema geäussert und unterstützen die Erarbeitung spezifischer Regelungen für die Knospe auf Erholungs- und Grünflächen.

Bei einem Nein wird «dezertifiziert»

Im Jahr 2025 wurde das Projekt «Bio Parc» deshalb wieder aufgenommen, wie die Bio Suisse in den DV-Unterlagen schreibt. Das Ziel ist es, im Rahmen der Strategie 2030 innerhalb des Projekts «Richtlinien optimieren» neue Richtlinien für Erholungs- und Grünflächen in Kraft zu setzen.

Damit das Thema weiterverfolgt werden kann, brauche es aber ein grundsätzliches Commitment der DV zur Zertifizierung von Erholungs- und Grünflächen. Erteilt die DV grünes Licht, werden entsprechende Regelungen erarbeitet. Lehnt diese den Antrag ab, wird das Thema nicht weiterverfolgt und die heute zertifizierten Parks und Gemeinden werden «dezertifiziert».

Zusätzlicher Absatz für Knospe-Gärtnereien

Der Vorstand beantragt der DV, dass Bio Suisse spezifische Regelungen für Erholungs- und Grünflächen (Bio Parc) erarbeitet. Seine Argumente lauten wie folgt: 

  • Klare, nachvollziehbare und kontrollierbare Richtlinien stärken die Glaubwürdigkeit der Knospe-Auszeichnung für urbane Erholungs- und Grünflächen.
  • Stärkung von Image und Sichtbarkeit der Knospe im urbanen Raum sowie Verbesserung der grundlegenden Informationsvermittlung.
  • Zusätzlicher Absatz für Knospe-Gärtnereien, da Bio Parcs verpflichtend Biopflanzen und Bioausgangsmaterial einsetzen.
  • Sicherung der bestehenden 13 Knospe-Parks und -Gemeinden sowie Gewinnung weiterer Parks und Gemeinden.
  • Bis 2030 sollen rund 30 Gemeinden und Parks ihre Grünflächen biologisch bewirtschaften (v. a. kleine und mittlere Gemeinden).
  • Der Hauptnutzen liegt im Mehrabsatz von Knospe-Produkten, in der erhöhten Sichtbarkeit der Knospe sowie in der verstärkten Zusammenarbeit mit Gemeinden und ParksArgumente für das Projekt Bio Parc.

Kosten für Bio Suisse überblickbar

Die Kosten für die Aufbauarbeiten beziffert Bio Suisse auf 50 bis 60 000 Franken, wobei dies Arbeitszeit im Rahmen von bestehenden Pensen betrifft. Ab 2029 sollen es jährlich nurmehr 10-20 000 Franken sein. Demgegenüber sollen die Markennutzungsgebühren künftig bis zu 15 000 Franken jährlich in die Kasse des Verbands spülen. Derweil hoffen die Biogärtnereien auf zusätzliche Einnahmen von 500 000 bis 5 Millionen Franken jährlich. 

DV-Unterlagen Bio Suisse, bearbeitet von akr.

Weiterführende Informationen

DV-Unterlagen (ab Seite 46, bio-suisse.ch)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Möchten Sie die Website zum Home-Bildschirm hinzufügen?
tippen und dann zum Befehl zum Home-Bildschirm hinzufügen nach unten scrollen.