Diese Website unterstützt Internet Explorer 11 nicht mehr. Bitte nutzen Sie zur besseren Ansicht und Bedienbarkeit einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome
FiBL
Bio Suisse
Logo
Die Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern

Vom Acker auf den Frühstückstisch: Welche Winterhafersorte passt?

Meldung  | 

Biohafer für die menschliche Ernährung ist aktuell gefragt. Geeignete Hafersorten können zu Frühstücksflocken oder Haferdrinks verarbeitet werden. Auf der Biosortenliste der Schweiz war lange nur eine geeignete Winterhafersorte vertreten. Ein dreijähriger Sortenversuch mit verschiedenen Winterhafersorten konnte nun weitere identifizieren, die vielversprechend für die Biospeisehaferproduktion sind.

Verschiedene Winterhafersorten im Test für die Speisehaferproduktion. Foto: FiBL, Katrin Carrel

Da Hafer nur begrenzt winterhart ist, wurden hierzulande bisher vor allem Sommerformen angebaut. Im biologischen Landbau bietet Winterhafer jedoch Vorteile, da er sich besser in die Fruchtfolge integrieren lässt. Um die Kriterien für die Speisenutzung zu erfüllen, muss die Hafersorte nebst einem hohen Hektolitergewicht eine gelbe oder weisse Spelzenfarbe aufweisen. Winterhafer ist dabei besonders interessant, da er in der Regel höhere Hektolitergewichte erzeugt. 

Vielversprechende Sorten für stabile Erträge

Der Sortenversuch wurde an mehreren Standorten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen durchgeführt. Dabei wurden u.a. die Pflanzenhöhe, Krankheitsresistenz, Ertrag, Hektolitergewicht und der Mykotoxingehalt erhoben.

Besonders überzeugten die Sorten VODKA, SNOWBIRD und FLEURON. Sie lieferten über die drei Versuchsjahre hinweg stabile und hohe Erträge mit guten Hektolitergewichten. Dies macht sie zu vielversprechenden Kandidaten für den Biospeisehaferanbau.

Die Sorte RHAPSODY zeigte zwar gute Erträge, aber weniger gute Hektolitergewichte und wird daher als Futterhafersorte empfohlen. Weniger geeignet für den Schweizer Biospeisehaferanbau erwiesen sich GERALD und DALGUISE. Während den Versuchsjahren 2023-2025 zeigten sie grössere Ertragsschwankungen als die übrigen Sorten. Sie können daher für die Produktion von Biospeisehafer in der Schweiz eher nicht empfohlen werden.

Robust gegen Mykotoxine

Ein weiterer Aspekt der Untersuchungen war die Belastung mit Mykotoxinen, die durch Fusarium-Pilze verursacht werden können. Während in den Erntejahren 2023 und 2025 keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden, stellte das feucht-kühle Jahr 2024 einen echten Stresstest dar. Besonders robust erwiesen sich dabei die Sorten SNOWBIRD und FLEURON. 

Degustation: Welche Sorte schmeckt als Haferdrink?

Die verschiedenen Sorten wurden zu Haferdrinks weiterverarbeitet und bei einem Sondierungsversuch getestet. Das Fazit der Degustation: Grundsätzlich eignen sich alle Sorten, sofern die Qualität stimmt und das Rezept an die Sorte angepasst wird.

Zu hohe Saatdichten und übermässige Düngung vermeiden

Was soll beim Anbau beachtet werden? Als optimaler Saatzeitraum für Winterhafer gilt Ende September bis Mitte Oktober. Besonders geeignete Vorfrüchte sind Körnerleguminosen oder Kunstwiesen. Bei den Saatdichten zeigten sich Werte zwischen 330 und 380 Körnern pro Quadratmeter als besonders erfolgreich; Biofarm empfiehlt aktuell Saatdichten von 260-330 Körnern pro Quadratmeter (Kö/m2). Zu hohe Saatdichten, übermässige Düngung oder späte Saaten erhöhten dagegen das Risiko von Lager, was sich negativ auf die Erträge auswirkte.

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Möchten Sie die Website zum Home-Bildschirm hinzufügen?
tippen und dann zum Befehl zum Home-Bildschirm hinzufügen nach unten scrollen.