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Dreiviertelmehrheit der Bio Suisse-Delegierten für Spermasexing

Meldung  | 

Mit 72 Ja- zu 18-Neinstimmen und 10 Enthaltungen hat die Bio Suisse-Delegiertenversammlung der Zulassung von Spermasexing in den Richtlinien sehr deutlich zugestimmt. Ein Antrag von Demeter, das Geschäft um ein Jahr zu verschieben, hatte keine Chance.

Genug diskutiert: Klares Ja der Delegierten in der Abstimmung über die Zulassung von Spermasexing. Foto: FiBL, Adrian Krebs

Dieses Ergebnis hatte sich abgezeichnet. Im vierten Anlauf und rund 11 Jahre nach dem ersten Versuch haben die Delegierten der Bio Suisse dem Spermasexing zugestimmt. Die DV folgte mit klarem Mehr einem Antrag von 12 Mitgliedorganisationen (MO). Die Diskussion verlief etwas überraschend einseitig und es gab kaum Wortmeldungen gegen die Einführung der lange Jahre nicht mehrheitsfähigen Technologie. 

12 MO standen hinter der Einführung

Zum Durchbruch verhalf dem Ansinnen ein systematisch vorbereiteter Antrag, den letztlich 12 Mitgliedorganisationen unterstützen konnten. Der Antrag ist simpel formuliert. Im Absatz 4.3. Tierzucht heisst es neu:

Die künstliche Besamung inklusive Spermasexing ist erlaubt. Andere Formen der künstlichen oder anderweitig beeinflussten Reproduktion (z. B. Embryotransfer, Klonen, In-Ovo Selektion) sind jedoch nicht zulässig.

Namens der Antragssteller*innen präsentierte Kurt Zimmermann, der im Verfahren die Regie geführt hatte, noch einmal die wichtigsten Argumente, die auch in diesem Artikel ausführlich erläutert sind.

Neue Ausgangslage mit Fütterungsrichtlinien

Präsident Urs Brändli begründete die erstmalige Zustimmung des Vorstands. Dank den verschärften Fütterungsrichtlinien bestehe keine Gefahr für das Abdriften in die Hochleistungszucht, meinte er unter anderem. Er betonte auch, dass es kein Hüftschuss ist und erinnerte an die langjährige Leidenszeit der Befürwortenden. Weitere Informationen zur Haltung des Vorstands finden sich hier.

Ein Antrag von Demeter Schweiz, den Entscheid um ein weiteres Jahr zu vertagen, blieb chancenlos. Alfred Schädeli, Präsident des Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft hatte davor eine Reihe von offenen Fragen aufgezählt, die es vor einem definitiven Votum zu beantworten gäbe, so etwa die möglichen Auswirkungen auf die Biozucht und den Tränkermarkt. Er warnte die Versammlung vor zu grossen Hoffnungen in die Heilwirkung des Spermasexings. 

Widerstand in Gedichtform von der Bergheimat

Weitere kritische Voten kamen in äusserster Kürze von Franz Steiner, der die Skepsis des Bioforums überbrachte. Kritisch äusserte sich auch Jonas Lichtenberger von der Bergheimat und zwar in Gedichtform: «Heute Spermasexing, morgen Embryotransfer, was unterscheidet Bio, bald nicht viel mehr», so die ersten Zeilen des poetischen Einspruchs.

Diese Voten vermochten aber die gemachten Meinungen nicht mehr zu beeinflussen. Die Abstimmung über den Demeter-Antrag verlief ebenso deutlich wie dienige in der Schlussabstimmung mit einem knappen Dreiviertelmehr für die Einführung der neuen Technologie. 

Klares Ja auch für «Bio-Parcs»

Klar zugestimmt haben die Delegierten auch einem Richtungsentscheid zugunsten von sogenannten Bio-Parcs. Hier geht es um die Auszeichnung von öffentlichen Grünanlagen und Gärten von Städte und Gemeinden mit der Knospe. Die fertigen Richtlinien sind für 2029 in Aussicht gestellt worden.

Die Delegierten folgten laut der Mitteilung von Bio Suisse zur DV einer weiteren Empfehlung des Vorstandes: «Künftig verzichtet Bio Suisse auf eine alleinige Zuständigkeit für die biospezifischen Aspekte in den Berufen des Berufsbildes Landwirtschaft. Gemäss Vorstand sei es zielführender, gezielt die konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitgliedorganisationen der OdA AgriAliForm zu suchen.»

Adrian Krebs, FiBL

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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