Der Biolandbau ist und bleibt in der Schweiz und der EU gentechnikfrei. Die Wahlfreiheit und der Schutz einer gentechnikfreien Landwirtschaft, u.a. bei Haftungsfragen, sei für Bio Suisse deshalb zentral, so schreibt der Verband in einer Medienmitteilung vom Freitag. Die Lebensmittelschutz-Initiative fordert, dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft auch bei einer Anwendung der neuen gentechnischen Züchtungsverfahren nicht negativ tangiert wird. Mit der Initiative können die Menschen in der Schweiz selbst entscheiden, was in Zukunft auf ihrem Teller landet.
Seriöse Kosten-Nutzen-Abwägung
Für Bio Suisse ist es zentral, dass eine gentechnikfreie Produktion, wie der Biolandbau diese verfolgt, auch in Zukunft möglich bleibt und nicht negativ tangiert wird durch eine mögliche Koexistenzlösung. Insbesondere dürfen die Kosten und Aufwände der Koexistenz nicht auf eine gentechnikfreie Produktion abgewälzt werden. Die neuen gentechnischen Technologien müssen zudem dem Anspruch eines agronomischen, ökonomischen und ökologischen Nutzens gerecht werden, damit deren Anwendung in Zukunft gerechtfertigt ist.
Biolandbau setzt auf gesamtheitlichen Ansatz
Der Biolandbau setzt sich für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion vom Feld bis auf den Teller ein und hat in den vergangenen Jahrzehnten viel für ein optimales Zusammenspiel von Produktion und Ökologie geleistet. Ziel von Bio Suisse ist es, dieses System stetig weiterzuentwickeln, damit die Bio-Landwirtschaft sowohl für die Produzent:innen als auch die Konsument:innen ein überzeugender Weg bleibt, den immer mehr Menschen auf ihren Betrieben und mit ihrem Konsum verfolgen und unterstützen.
Chancen der neuen Technologien überschätzt
Dabei setzt Bio Suisse sowohl auf bewährte Praktiken, wie auch neue Technologien. Aus Sicht von Bio Suisse werden die Chancen der neuen gentechnischen Züchtungstechnologien aktuell jedoch deutlich überschätzt. Auch nach weit über 10 Jahren Crisp/Cas-Technologie fehlt es an Sorten, die die Versprechen der neuen Technologie einlösen. Bio Suisse fordert deshalb, dass die neuen gentechnischen Verfahren schrittweise erprobt werden und die bisherige, erfolgreiche Pflanzenzüchtung gestärkt und weiterhin genügend Unterstützung erfährt.
Medienmitteilung von Bio Suisse, leicht redigiert von akr
Weiterführende Informationen
Website der Initiant*innen (lebensmittelschutz.ch)
Der Initiativtext im Wortlaut (lebensmittelschutz.ch)
