Der Gemeine Kartoffelschorf Streptomyces scabies verursacht unschöne Wucherungen an der Knollenoberfläche. Vor allem bei Speisekartoffeln wird dieser optische Mangel wenig toleriert.
Da der Erreger ein bodenbürtiges Bakterium mit einem sehr breiten Wirtskreis ist, spielt die Fruchtfolge keine Rolle. Wirksame Massnahmen sind die Sortenwahl, gesunde Böden, ein tiefer Boden-pH-Wert, schwere Böden sowie das Feuchthalten der Dämme während des kritischen Stadiums.
Feuchte Dämme bremsen Bakterien
Schorfbakterien dringen durch die Lentizellen ins Gewebe ein und breiten sich nur auf sich bildenden Knollen aus. Weil Schorf sehr sauerstoffbedürftig ist, lässt sich sein Wachstum durch feuchte Dämme ab dem frühen Knollenansatz bremsen. Dieses Stadium beginnt bereits weit vor der Blüte und zeigt sich an kleinen Häkchen an den Stolonen-Enden.
Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sollten ab Salatkopfgrösse der Staude Kontrollgrabungen erfolgen. In den Wochen nach dem Häkchenstadium ist der Schorfbefall besonders kritisch, da der noch wenig beschattete Damm rasch austrocknet und jüngeres Gewebe umso anfälliger ist. Gezielte kleine Bewässerungsgaben können hier viel bewirken.
Sorten im Feld anschauen
In der Biokartoffelsortenprüfung haben sich in der Vergangenheit Otolia, Simonetta, Emanuelle und Thalia als besonders wenig schorfanfällig erwiesen. In der aktuellen Versuchsserie schneidet die Sorte Brianna bisher am besten ab.
An den Bioackerbautagen am 19. und 20. Juni werden viele Sorten gezeigt. Machen Sie sich auf dem Schorfstandort selbst ein Bild der Knollen!
Tobias Gelencsér, FiBL
Weiterführende Informationen
Bioackerbautage (bioackerbautag.ch)
Sortenliste Biokartoffeln (Rubrik Sortenliste)
