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Biozuckerrübenanbau wird attraktiv

Meldung  | 

Ökologisch produzierter Schweizer Zucker ist gefragt, die Nachfrage kann nicht gedeckt werden. Zuckerrüben ohne Pflanzenschutzmittel anzubauen ist eine Herausforderung. Was innovative Landwirtinnen und Landwirte im Frühjahr versuchsweise gepflanzt statt gesät haben, konnte kürzlich geerntet werden – mit Erfolg.

Die gesetzten Rüben erreichten im Durchschnitt 15.3 Tonnen Mehrertrag. Foto: FiBL, Thomas Alföldi

Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten wollen Schweizer Zucker aus nachhaltigem Anbau kaufen. Der Absatz von Schweizer Biozucker stieg seit 2014 von 30 Tonnen auf 690 Tonnen 2020. Das Angebot kann der Nachfrage nicht gerecht werden, weil noch zu wenig Biozucker angebaut wird.

Viele Landwirtinnen und Landwirte zeigen sich skeptisch gegenüber dem Anbau von Biozuckerrüben, weil sie befürchten, der Aufwand übersteige die Erträge. Innovative Landwirtinnen und Landwirte sowie Beraterinnen und Berater testeten auch dieses Jahr an verschiedenen Standorten der Schweiz, ob der Anbau durch das Pflanzen von Setzlingen vereinfacht werden kann. Das Resultat lässt sich zeigen.

Weniger Aufwand

Auf rund achtzig Hektaren, verteilt über die ganze Schweiz, konnten Erfahrungen gesammelt werden. Auffallend ist der Vergleich zwischen Saat und Pflanzung. Die gesäten Rüben haben einen Durchschnittsertrag von 40.4 Tonnen. Die gesetzten Rüben erreichten im Durchschnitt 15.3 Tonnen Mehrertrag bzw. 55.7 Tonnen pro Hektare.

Die Spannweite der Erträge bei der Saat war im Verhältnis zur Pflanzung jedoch einiges grösser. Bei gesäten Zuckerrüben wurden Erträge von 3.2 bis 91.6 Tonnen pro Hektare erreicht. Bei gepflanzten Zuckerrüben wiesen die Erträge eine geringere Spannweite von 26 bis 91.3 Tonnen pro Hektare auf. In beiden Verfahren sind Spitzenerträge von über 90 Tonnen möglich. Es zeigt sich, dass mit gesetzten Rüben eine bessere Ertragssicherheit erreicht werden kann.

Auch der Aufwand hält sich in Grenzen. Auf den Versuchsfeldern im Jura wurden von der Fondation Rurale Interjurassienne (FRIJ) die Arbeitsstunden erfasst und der Verdienst je Verfahren ausgewertet. Bei den gesetzten Rüben kann nach dem initialen Setzaufwand der Arbeitsaufwand stark reduziert werden, und dank dem sicheren Auflaufen von 99 Prozent hat man eine grosse Ertragssicherheit.

Durch die schnelle Entwicklung der Rüben reduziert sich die Unkrautbekämpfung auf wenige Striegel- und Hackdurchgänge. Die nötige Handarbeit beschränkt sich auf das Entfernen von mehrjährigen Unkräutern wie etwa Disteln. Gesäte Rüben brauchen dagegen mehr Zeit zum Auflaufen und Wachsen, dies bedingt einen höheren Arbeitsaufwand für die Unkrautbekämpfung. Somit summiert sich der Aufwand um das Doppelte gegenüber den gesetzten Rüben.

Lohnenswerte Alternative

In Montignez JU wurden über die Jahre 2019 bis 2021 Versuche durchgeführt. Die Resultate stimmen durchwegs positiv. Bei den gesetzten Rüben ist das Einkommen pro Arbeitsstunde im Durchschnitt der drei Jahre rund 130 Franken und somit höher als bei den gesäten Rüben mit 87 Franken. Hingegen schneiden die gesäten Rüben beim Einkommen pro Hektare besser ab. So konnte über die Versuchsjahre mit den gesäten Rüben ein Einkommen pro Hektare von 9780 Franken erwirtschaftet werden, dies im Gegensatz zu den gepflanzten Rüben, die rund 9400 Franken erreichten.

Mit dem Setzen wird Handarbeit durch die Investition in den Setzling und damit ein Vorsprung in der Vegetation ersetzt. So ist es auch Betrieben ohne die entsprechenden Personalressourcen möglich, grössere Flächen Rüben anzubauen. Biozuckerrüben werden damit auch wirtschaftlich attraktiv.

Quelle: Gemeinsame Medienmitteilung vom 16. Dezember 2021 des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer, der FRIJ, Bio Suisse, der Schweizer Zucker AG und der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenanbau (477.0 KB)


Weiterführende Informationen
Film: Zuckerrüben pflanzen statt säen (Rubrik Zuckerrüben)
Zuckerrüben (ganze Rubrik)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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