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Beerenbulletin: Kulturführung und Pflanzenschutz

Meldung  | 

Die Ernte von Terminkulturen und remontierenden Erdbeersorten sowie die Strauchbeeren sind in vollem Gange. Doch die heissen Temperaturen Mitte bis Ende Juni haben nicht nur zu Sonnenbrandschäden und Wachstumsstopp bei Strauchbeeren geführt, sondern auch die Beerenreifung beschleunigt. Zudem ist der Druck durch Schädlinge wie Mehltau, Kirschessigfliege, Blattläuse, Spinnmilben und Thripse hoch. Erfreulicherweise sind Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegenlarven und Schlupfwespen in den Kulturen präsent.

Die Kirschessigfliege (KEF) auf einer Himbeere: Ein ständiges Risiko, das konsequente Feldhygiene und sauberes Ernten unerlässlich macht. Foto: FiBL, Obstbauteam

Erdbeeren

Bei den Erdbeeren ist eine präzise Bewässerung und Düngerabgabe über die Fertigation entscheidend, um den Pflanzen auch bei heissem und trockenem Wetter ausreichend Nährstoffe zuzuführen.

Abgeerntete Felder, die für das nächste Jahr vorgesehen sind, sollten rasch abgemulcht werden, um Botrytis-Fruchtfäule und Kirschessigfliege vorzubeugen. Beim Mulchen sollte bedecktes Wetter genutzt und die Herzblätter der Pflanzen intakt gelassen werden. 

Strauchbeeren

Es wurde dieses Jahr einen erhöhten respektive starken Anstieg des Thripsbefalls an Himbeeren beobachtet. Der Thripsbefall an den Himbeeren äussert sich durch kleine, goldfarbene Läsionen an den Beeren. Zudem wurden an Himbeeren Schäden durch Eriophyiden (Gallmilben) festgestellt. Es wird empfohlen, im Herbst eine Schwefelbehandlung durchzuführen und anschließend bei Austrieb ein Akarizid auszubringen, sobald die Triebe eine Länge von fünf bis zehn Zentimeter erreicht haben.

Aktuell zeigt sich an Brombeeren ein Befall durch Falschen Mehltau, dessen Druck als hoch einzustufen ist. Die Beeren sollten kontrolliert werden. An den Beeren zeigt sich der Falsche Mehltau dadurch, dass diese hart werden und klein bleiben, anstatt zu reifen, oder dass sie an den Blättern rötliche Flecken aufweisen. Es ist wichtig, befallene Pflanzenteile so schnell wie möglich zu entfernen. Für die Bekämpfung des Falschen Brombeermehltaus im Biolandbau stehen leider keine Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Ein schnelles Entfernen befallener Pflanzenteile ist daher die beste Massnahme.

Kirschessigfliege (KEF): Monitoring und Hygiene bleiben entscheidend

Eine konsequente Feldhygiene und sauberes Ernten sind weiterhin unerlässlich, da insbesondere reife Früchte am Boden die Entwicklung der Kirschessigfliege (KEF) fördern. Obwohl die Fangzahlen an vielen Standorten derzeit sehr niedrig sind, bedeutet dies keineswegs, dass keine weitere Entwicklung zu erwarten ist. Aktuell wird ein starker Befallsdruck an Hochstammkirschen beobachtet, was eine Migration in die Beerenkulturen jederzeit möglich macht. Daher wird eine sorgfältige Überwachung vor Ort dringend empfohlen.
Detaillierte Informationen zu den Fangzahlen sind auf Agrometeo.ch zu finden.

Nachlesen im Biobeerenbulletin

Mehr Details und weiterführende Links finden sich im vollständigen Biobeerenbulletin Nr. 6 vom 07. Juli 2026.

Weiterführende Informationen

Biobeerenbulletin (Rubrik Pflanzenschutz)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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