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Süsses Wachstum

Meldung  | 

Von der Rübe bis zum Kristall – die Schweizer Biozucker-Wertschöpfungskette wird laufend ausgebaut. Mit Erfolg.

Mit über 23 000 Tonnen fiel die Ernte 2025 fast doppelt so hoch aus wie in den drei Jahren zuvor. Grafik: Bioaktuell; Quelle: Bio Suisse / Schweizer Zucker AG

2013 gab es in der Schweiz drei Biozuckerrüben-Produzent*innen. Letztes Jahr bauten bereits 104 Knospe-Betriebe Zuckerrüben auf einer Fläche von über 300 Hektaren an. Mehrheitlich in der Westschweiz. Mit über 23 000 Tonnen fiel die Ernte 2025 fast doppelt so hoch aus wie in den drei Jahren zuvor. Dies dank günstiger klimatischer Bedingungen, einer verbesserten Anbautechnik und mehr Know-how unter den Produzent*innen. Der Ertrag war mit 58,4 Tonnen pro Hektare so hoch wie noch nie seit Wiedereinführung der Kultur. Gleichzeitig bedeuten diese Zahlen eine Herausforderung für die Abnahme.

Coop grösste Abnehmerin

Mit einem Fruchtfolgeprojekt wollen Coop und Bio Suisse den Absatz von Schweizer Bioackerkulturen auf Produkte ausserhalb des stark gesuchten Weizens ausweiten. So plant Coop, zu den aktuell 440 Tonnen Schweizer Knospe-Zucker weitere 200 Tonnen abzunehmen und über Gelierzucker, Promotionen und neue Produkte wie Puderzuckermühlen zu vermarkten. Der Grossteil des Absatzes läuft aber weiterhin über die Kilopackungen Biokristallzucker. Weitere Abnehmer setzen ebenfalls bedeutende Mengen ab – entweder als Kristallzucker oder verarbeitet in Bioprodukten. 

Bio Suisse sieht zudem Potenzial bei Sirup und Konfitüren und sucht stets nach weiteren Vermarktungskanälen. Die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu importierter Ware ist ein wichtiger Faktor bei der Absatzsteigerung. 

Wirtschaftlichkeit verbessern

Die Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung von Schweizer Knospe-Zucker ist eine Herausforderung, auch aufgrund der Logistik. Bio Suisse und die Schweizer Zucker AG sind in regelmässigem Austausch, um hierzu nach Lösungen zu suchen.

Eine Senkung der Produktionskosten auf den Biobetrieben hingegen sei trotz stetiger Verbesserungen in der Anbautechnik kurzfristig nicht realistisch, sagt Raphaël Charles, Westschweiz-Koordinator des FiBL-Beratungsprojekts VulgBettBio zur Weiterentwicklung des Biozuckerrübenanbaus. So seien etwa die Investitionen zur Anschaffung entsprechender Maschinen noch nicht amortisiert. Ziel sei es, Stabilität in der Produktion sowie im Produzentenpreis sicherzustellen.

Sortenspektrum erweitern

Das Projekt VulgBettBio endet dieses Jahr. Die Erkenntnisse werden danach in praxisnahen Merkblättern publiziert. Ein Folgeprojekt wird sich der Sortenproblematik widmen. Aufgrund der Verbreitung von neuen Krankheiten wie dem Syndrome Basses Richesses oder Cercospora sowie von Schädlingen wie dem Rübenrüssler stehen aktuell nur zwei Biosorten zur Verfügung. Konkret soll das durch Knospe-Ackerbaubeiträge und den Coop Fonds für Nachhaltigkeit unterstützte Projekt leistungsfähige Sorten für den Schweizer Biolandbau zugänglich machen.

Sonja Plüss, Bio Suisse

Dieser Artikel erschien im Bioaktuell 6|26.

Weiterführende Informationen

Interesse am Anbau von Biozuckerrüben? Dann jetzt melden bei:
Sebastian Sieber
Leiter Verkauf Biozucker, Schweizer Zucker AG
s.sieber(at)zucker.ch
+41 52 724 75 54

Merkblatt «Zuckerrüben pflanzen» (FiBL-Shop)
Merkblatt «Biozuckerrüben – Herausforderungen und Chancen des Anbaus» (FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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