Praxisnahe Pilotversuche in der Chicorée-Treiberei zeigen, dass mikrobielle Präparate vor allem zur Stabilisierung der Zapfenqualität beitragen können. Unbehandelte Kontrollen lieferten im Mittel zwar die schwersten Chicorée-Zapfen, bei der Sortierung zeigte sich jedoch, dass Varianten, welche mit Bacillus-Arten oder Trichoderma behandelt wurden, den höchsten Anteil gut geschlossener und marktfähiger Zapfen erreichten. Auch die Behandlung mit Coniothyrium minitans lag qualitativ über der unbehandelten Kontrolle, jedoch weniger deutlich.
Qualität schlägt Gewicht
Für Betriebe ist deshalb nicht allein das Netto-Gewicht entscheidend, sondern der Anteil verkaufsfähiger Ware pro Partie. Ein etwas leichterer, aber gesunder, geschlossener und gut sortierbarer Zapfen kann wirtschaftlich interessanter sein als ein schwererer Zapfen mit Qualitätsmängeln. Die Sortenwahl bleibt dabei zentral. Die Sorte "Baccara" brachte hohe Gewichte, zeigte aber stärkere Qualitätsschwankungen. "Topscore" und "Tobix" wirkten in der Treiberei stabiler.
Anwendung in der Biotreiberei
In der Biotreiberei darf dem Umlaufwasser nichts zugesetzt werden, weshalb die Mikroorganismen vor dem Einstellen als Spritzbehandlung auf die Wurzeln appliziert wurden, mit 0,7 Gramm Präparat pro Liter Wasser und Wiederholung, entsprechend etwa 100 Wurzeln. Mikrobielle Präparate können die Chicorée-Treiberei künftig ergänzen, die klassischen agrotechnischen Massnahmen und phytosanitären Grundsätze bleiben jedoch entscheidend. Weitere Versuche sollen den optimalen Einsatz und gegebenenfalls die Zulassung geeigneter Antagonisten klären.
Ludek Mica, FiBL
Weiterführende Informationen
Biochicorée: Krankheiten in der Treiberei (Meldung vom 18.06.2024)
Potenzial für Schweizer Biochicorée-Produktion (Meldung vom 24.10.2022)
Gemüsebau (Rubrik Pflanzenbau)
