Der erste Bio Marché hatte im Jahr 2000 aus Anlass des Kongresses der Internationalen Biobewegung IFOAM stattgefunden. Der Kongress zog weiter, aber der Biomarkt blieb. Treibende Kraft hinter dem Bio Marché war seit der ersten Durchführung und bis heute Geschäftsführerin Dorothee Stich.
Vom Körnlipicker-Event zum Genuss-Festival
«In den Anfängen noch als Körnlipicker-Event belächelt, zeigte sich schnell: Der Bio Marché ist ein Genuss-Festival für alle Sinne, das die breite Bevölkerung anspricht», schreiben die Organisator*innen in einer Mitteilung. Bis zu 40 000 Besucher*innen und an die 200 Aussteller*innen seien zu Spitzenzeiten verzeichnet worden. Die Ausstellenden waren vor allem Firmen und Händler*innen. Für Landwirt*innen bot der Anlass etwas weniger Absatzpotenzial. Die «Bauernstrasse» von Bio Suisse bot ihnen aber eine niederschwellige Teilnahmemöglichkeit.
Warum nun das Ende? Dorothee Stich erklärt, dass die Einstellung des Bio Marchés nicht wegen Problemen erfolge, sondern weil die Ziele erreicht seien. Bio aus der Nische zu holen, war das erklärte Ziel der Organisatoren. «Als ich nach der ersten Austragung gefragt wurde, wie lange wir weitermachen, war meine Antwort: So lange, bis Bio zur Normalität wird», sagt Stich.
Mission erfüllt: Bio ist überall zu haben
Nun sei die Mission erfüllt: «Bio ist überall zu haben». Seit den Anfängen des Bio Marché habe sich der Jahresumsatz an Bioprodukten in der Schweiz fast versiebenfacht und liegt heute bei 4,3 Milliarden. Alleine Coop – seit drei Jahren Hauptsponsorin des Bio Marché – führe heute über 9000 Bioprodukte im Sortiment. «Unser Ziel ist erreicht», so Stich.
Dazu kämen weitere Faktoren, sagt Stich auf Nachfrage: sie selbst stehe kurz vor dem Pensionsalter und es habe sich keine Nachfolge aufgedrängt. Zudem seien in der Zofinger Altstadt, wo der Bio Marché jeweils stattgefunden hat, umfangreiche Sanierungsarbeiten geplant, die eine weitere Durchführung über Jahre tangiert hätten.
Im Weiteren sei es aufwändiger geworden, die Ausstellenden für den Markt zu begeistern, seit der Coronapandemie habe deren Zahl auf 130 bis 150 abgenommen. Derweil litt der Aufmarsch der Besuchenden unter der Hitze, welche die letzten zwei Jahre geherrscht hat.
«Echter Anteil am Durchbruch von Bio in der Schweiz»
Für Stich ist der Bio Marché ungeachtet der Einstellung eine Erfolgsgeschichte. Dies sieht auch Hauptsponsorin Coop so: «Dass Bio heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, ist auch ein Verdienst des Bio Marché», lässt sich Kommunikationschefin Rebecca Veiga in der Mitteilung zitieren. Laut Stich hätte Coop gerne weitergemacht als Hauptsponsorin, das Unternehmen verstehe aber den Entscheid der Geschäftsführung und trage diesen voll mit.
Ein Erfolg dieses Ausmasses lasse sich nicht allein tragen, so Dorothee Stich weiter. Es habe über die 26 Jahre hinweg das unermüdliche Engagement zahlreicher Menschen gebraucht. «Wir sind enorm dankbar dafür», sagt Stich, «all diese Menschen haben nicht nur zum Erfolg des Bio Marché beigetragen, sondern sie haben echten Anteil am Durchbruch von Bio in der Schweiz».
Adrian Krebs, FiBL
Weiterführende Informationen
Medienmitteilung der Veranstalterin zur Einstellung (presseportal.ch)
Website des Marktes (biomarche.ch)
