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Soziale Verantwortung auf internationalen Biobetrieben stärken

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Neue Bio Suisse Sozialaudits: Seit 2023 setzt sich die Knospe für die Kontrolle von Arbeitsbedingungen im Biolandbau ein und zählt damit zu Europas Pionier*innen.

Neu schult Bio Suisse Kontrolleur*innen im Ausland im Bereich Arbeits­bedingungen. Foto: Bio Suisse, Noah Ramos

Wenn es um Knospebetriebe im Ausland geht, reichen hohe Anforderungen im Anbau alleine nicht aus. «Auch im Sozialen müssen wir uns engagieren», sagt Noah Ramos, Projektleiter Soziale Verantwortung bei Bio Suisse. Seit 2023 werden schrittweise Kontrollen der Arbeitsbedingungen im Ausland eingeführt: Zunächst in Spanien, dann in Italien, Frankreich, Griechenland und in der Türkei. Zwar gelten schon seit 2012 soziale Richtlinien für Knospebetriebe im Ausland, allerdings fehlte bis zur Lancierung der Bio Suisse Sozialaudits ein griffiger Kontrollmechanismus. Ab nächstem Jahr werden Knospe-Betriebe in ganz Europa sozialauditiert und ab 2028 weltweit. 

Eine effiziente Ausgestaltung der Bio Suisse Sozialaudits gelingt durch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Bioverband Naturland. Das neue Bio Suisse Sozialauditsystem ist eng an das von Naturland angelehnt. So nutzen die beiden Verbände Synergien optimal aus und teilen Know-how, Netzwerke und lokales Wissen. Ein Vorteil für die rund 400 Betriebe mit beiden Zertifizierungen ist, dass Bio Suisse die Naturland-Zertifizierung anerkennt. «Damit lässt sich eine Wiederholung des Sozialaudits vermeiden und die Kontrollkosten für die Betriebe sinken», erklärt Noah Ramos.

Schulungen, Kontrollen und Erfolge

Seit Beginn des Projekts wurden durch Bio Suisse und Fachpersonen der internationalen Zertifizierungsstelle ICB AG über 270 Kontrolleur*innen internationaler Kontrollstellen geschult. Hierbei wurde stets Wert auf Interaktivität und Praxisnähe gelegt. Die Schulungen umfassen Interviewtechniken, Rollenspiele, Gruppenarbeiten und eine Einführung ins Arbeitsrecht – oft begleitet von lokalen Gewerkschaften. Wichtig ist, dass die Kontrolleur*innen nach der dreitägigen Schulung das Bio Suisse Sozialaudit verstehen und in herausfordernden Kontexten anwenden können. 

Im Jahr 2025 wurden in Spanien und Italien 320 Sozialaudits von frisch geschulten Kontrolleur*innen durchgeführt. Bei einem Drittel der Betriebe wurden Abweichungen festgestellt. Diese können kleinerer Natur sein – beispielsweise, wenn Arbeitsmaterialien wie Handschuhe und Stiefel von den Arbeiter*innen selbst gezahlt werden.  Bei drei Prozent der Betriebe hingegen wurden bedeutendere Verstösse gegen die Einhaltung des Mindestlohns festgestellt. Hierzu gibt sich Noah Ramos aber optimistisch: «Die Zahlen zeigen, dass die Kontrollen funktionieren und die Kontrolleur*innen ihren Job richtig machen». Entscheidend ist für den Bio Suisse Projektleiter, dass die Betriebe bereit sind, Verbesserungsmassnahmen umzusetzen. So haben bereits viele Betriebe die Löhne angehoben und in Arbeitssicherheit investiert. 

Herausforderungen und Ausblick

Seit diesem Jahr wird das neue Sozialauditsystem auf 65 Prozent aller internationalen Knospebetriebe angewendet. Damit die Kontrollen der Arbeitsbedingungen im Ausland langfristig funktionieren, müssen laut Noah Ramos noch Verbesserungen erreicht werden. «Beispielsweise fällt die Entlöhnung der Kontrolleur*innen sehr unterschiedlich aus», sagt Noah Ramos. Die Entscheidung über das Gehalt des Kontrollpersonals obliegt den internationalen Kontrollstellen, doch Bio Suisse bemüht sich, die Rahmenbedingungen so zu optimieren, dass eine hohe Kontrollqualität sichergestellt werden kann.

Eine weitere Herausforderung sieht Noah Ramos in der Ausweitung des Sozialauditsystems auf über 70 Länder bis 2028: «Stets vor Ort bei Kontrollstellen und Betrieben zu sein wird zunehmend schwierig». Bio Suisse setzt daher auf eine digitale Schulungsplattform, um Kontrolleur*innen in verschiedenen Sprachen flexibel zu schulen. «Der persönliche Kontakt bleibt aber unerlässlich». Man wolle keine Vorgaben am Schreibtisch entwickeln, die in der Praxis nicht funktionieren. Bislang läuft es gut, denn die Erfahrungen zeigen, dass das Bio Suisse Sozialaudit von Kontrollstellen, Betrieben und Arbeiter*innen unterstützt wird.

Text: Jeremias Lütold

Dieser Artikel erschien im Bioaktuell-Magazin 05/26 als Teil des Themenschwerpunkts Biokontrolle.

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Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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