Auch das heurige Jahr zeigt sich bislang positiv für den Kartoffelanbau. Biolandwirte freuen sich über perfekte Pflanzbedingungen und den geringen Krautfäuledruck durch das zuerst kühle, dann heisse Wetter. Die Wärme hat aber den Kartoffelkäfern geholfen, ihren Reifungsfrass zügig vorzunehmen und bereits viele Gelege ans Kartoffellaub zu bringen.
Larven verstecken sich gut
Nun gilt es, regelmässig die Bestände zu kontrollieren, um rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen. Dazu sollte man an verschiedenen Stellen der Parzelle jeweils 5-10 Pflanzen begutachten. Um die kleinen Larven zu finden, muss man ganz genau hinschauen. Gerade wenn es abkühlt, verkriechen sich die kleinen Larven gerne in Blattachseln und Triebspitzen.
Frühe Behandlung sichert die Wirksamkeit
Im Biolandbau steht das sehr spezifisch wirkende, natürliche Mittel Novodor zur Verfügung. Der ideale Behandlungszeitpunkt ist sehr früh, denn Novodor wirkt am besten auf die ersten beiden Larvenstadien. Es sollte also mit einer Behandlung nicht zu lange abgewartet werden, um nicht plötzlich die Handlungsoptionen zu verlieren. Sind bereits etwas grössere Larven mitzubehandeln, wird die Dosis bei Novodor 3FC von 3l/ha auf 5l/ha erhöht. Das Mittel wird leicht abgewaschen, sollte also mindestens 2 Tage vor Niederschlag oder Bewässerung ausgebracht werden. Die beste Applikation geschieht abends, da es empfindlich auf UV-Licht ist. Das Mittel lässt sich unmittelbar vor Ausbringung auch mit Kupferpräparaten mischen.
Kartoffelkäfer‑Regulierung in der Praxis erleben
An den Bioackerbautagen am 19. und 20. Juni wird mit dem Beetle Collector auch eine mechanische Alternative zur Kartoffelkäferbekämpfung vorgestellt. Am Kartoffelposten werden zudem robuste Sorten, Streifenanbau, Untersaaten sowie die Pflanzgutvorbereitung thematisiert.
Tobias Gelencser, FiBL
Weiterführende Informationen
Bioackerbautage (bioackerbautag.ch)
Merkblatt Kartoffelkäfer (fibl.org)
Pflanzenschutz Kartoffeln (Rubrik Ackerbau)
