Am 26. März führten FiBL und Strickhof am Strickhof in Lindau einen Informationsnachmittag zum Thema «Teilflächenspezifische Düngung mit organischen Düngern» durch. Rund 35 Personen nahmen am Vernetzungsanlass teil. Manuel Baur vom Fachbereich Düngung und Biolandbau eröffnete den Nachmittag und zeigte auf, dass aufgrund unterschiedlicher Wachstumsbedingungen innerhalb eines Feldes eine teilflächenspezifische Ausbringung organischer Dünger sinnvoll sein kann.
Organische Dünger – teuer aber wertvoll
Aline Dallo vom FiBL stellte die besonderen Eigenschaften organischer Dünger vor. Hof- und Recyclingdünger sind Mehrnährstoffdünger und enthalten im Fall von Gülle und Mist alle essenziellen Pflanzennährstoffe. Die tiefe Konzentration und die variablen Gehalte erschweren allerdings eine präzise Nährstoffbestimmung.
Bezogen auf den verfügbaren Stickstoff sind organische Handelsdünger ungefähr sechsmal so teurer wie mineralische Dünger. Gemessen am Stickstoffgehalt zeigt sich auch der hohe Wert von Hofdüngern. Zusätzlich leisten organische Dünger wichtige Beiträge zur Bodenfruchtbarkeit, etwa durch Humusreproduktion. Eine zentrale Herausforderung bleibt die verzögerte Stickstoffwirkung.
Heterogenität der Felder ermitteln
Marco Landis von der Fachstelle Agrartechnik & Digitalisierung führte in die Grundlagen der teilflächenspezifischen Düngung ein. Er zeigte auf, dass auch kleine Schläge stark heterogen sein können und die Methode deshalb auch für die kleinstrukturierte Schweizer Landwirtschaft relevant ist. Zur Ermittlung der Heterogenität können unter anderem Satellitenbilder, Biomassekarten oder Bodenscans eingesetzt werden. Aufgrund der verzögerten Stickstoffverfügbarkeit empfiehlt sich bei organischer Düngung die Nutzung langjähriger Biomassekarten als Basis.
Landis demonstrierte, wie mit der Software Cropsat Applikationskarten erstellt werden und betonte, dass es sinnvoll ist, das eigene Feld mit Satellitenbildern zu betrachten, um bessere und schlechtere Stellen zu erkennen und mögliche Ursachen dafür zu verstehen. Auch wenn die Effektivität der teiflächenspezifischen Düngung mit organischen Düngern noch unklar ist, sprechen höhere Düngerkosten und Produzent*innenpreise im Biolandbau für die Methode.
Technische Umsetzung der teilflächenspezifischen Düngung
Die wetterbedingt auf befestigtem Platz durchgeführte Maschinendemo zeigte verschiedene technische Lösungen für die teilflächenspezifische Ausbringung. Die Peter Briner AG präsentierte ein speziell für biologische Flüssigdünger konzipiertes Fass, mit dem Produkte wie Brinogia oder Brinotato (Kartoffelfruchtwasser mit und ohne Biogaskonzentrat) präzise und bodennah ausgebracht werden können.
Die Robert Aebi AG stellte den NIRS-Sensor Harvestlab 3000 von John Deere vor, der mittels Nahinfrarotspektroskopie die Nährstoffgehalte der Gülle während der Ausbringung in Echtzeit schätzt. Die Technologie ist für Rinder- und Schweinegülle kalibriert, bei Gärgut sind die Schätzungen aufgrund unterschiedlicher Substrate noch weniger präzise. Anschliessend zeigte das Precision-Center einen Amazone-Düngerstreuer für die teilflächenspezifische Ausbringung organischer Handelsdünger.
Messgeräte, Scanner und Projektberichte
Zum Abschluss präsentierten verschiedene Anbieter an Marktständen ihre Produkte und Dienstleistungen. DigitSoil zeigte ein Gerät zur Messung der enzymatischen Bodenaktivität, mit dem sich die Mineralisierung von organischem Stickstoff während der Saison abschätzen lässt. Landor stellte den Bodenscanner Terra Scan vor, der mithilfe von Drohnen Bodenkarten für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung erstellt. Agridea informierte über das Projekt Smart N, das zeigte, dass mit teilflächenspezifischer mineralischer Düngung im Winterweizen die Stickstoffmengen reduziert werden können, ohne Ertrag oder Proteingehalt zu mindern.
Aline Dallo, FiBL
