Auf einer Teilfläche von 2,73 Aren in einer der Obstanlagen der Familie Wirth werden im Jahr 2026 verschiedene Verfahren getestet. Im Fokus stehen Zwetschgen der Sorten «Tegera» und «Cacaks Schöne» sowie Aprikosen der Sorten «Vertige» und «Harogem». Die untersuchten Bäume wurden im Herbst 2023 gepflanzt und sind dementsprechend noch jung.
Neemöl gegen die Mehlige Pflaumenblattlaus
Die mehlige Pflaumenblattlaus (Hyalopterus pruni) stellt im Biosteinobstbau, vor allem bei Aprikosen und Zwetschgen, eine wiederkehrende Herausforderung dar. Besonders in überdachten Anlagen tritt sie verstärkt auf, da sie das dort entstehende warme und geschützte Mikroklima bevorzugt. Erste Erfahrungen aus einem Vorversuch deuten darauf hin, dass der Einsatz von Neemöl vielversprechend sein könnte.
Ziel des Versuchs ist es, die Wirkung von Neemöl unter Praxisbedingungen genauer zu beurteilen. Dabei interessiert insbesondere, in welchem Ausmass sich der Befall durch die unterschiedlichen Behandlungsstrategien reduzieren lässt.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zeitpunkt der Anwendung: Die erste Neemöl-Behandlung erfolgt bewusst früh (unmittelbar nach dem Schlupf der ersten Blattläuse), bereits Ende April. Hintergrund ist die teilsystemische Wirkung von Neemöl. Das bedeutet, dass der Wirkstoff nach der Anwendung in die Blätter gelangt und dann von den Blattläusen beim Saugen an den Blättern ausgenommen wird. Die frühe Anwendung zielt darauf ab, die Blattläuse bereits in einer frühen Entwicklungsphase zu beeinflussen. Neben der direkten Wirkung auf die Blattlauspopulationen sollen auch mögliche Unterschiede zwischen den Sorten sowie zwischen einmaliger und wiederholter Anwendung sichtbar werden. Da Blattläuse bestimmte Sorten bevorzugen, ist mit sortenspezifischen Unterschieden im Befall zu rechnen.
Durchführung des Versuchs
Insgesamt werden drei unterschiedliche Verfahren miteinander verglichen:
- Kontrolle ohne Neemöl-Behandlung
- Verfahren 1: einmalige Anwendung von Neemöl
- Verfahren 2: zweimalige Anwendung von Neemöl
Erste Resultate werden Anfang des nächsten Jahres erwartet.
Fabian Baumgartner, FiBL
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