Die primäre Schorfsaison im Hochstammobstbau ist weitgehend abgeschlossen. Daher empfiehlt es sich nun, die Hochstammanlagen auf Schorfbefall zu kontrollieren.
Weitere Fungizidbehandlungen sind nur vor längeren Nässeperioden sinnvoll, insbesondere bei starkem Schorfbefall oder wenn ein erhöhtes Risiko für Marssonina besteht. Dazu zählen anfällige Sorten, Vorjahresbefall oder erste Symptome auf den Blättern.
Da gemäss Prognosemodell die erste mögliche Marssonina-Infektion bereits Anfang Mai stattgefunden haben könnte, ist in den kommenden Wochen mit ersten Symptomen zu rechnen.
Ein Kontrollrundgang auf Feuerbrand ist jetzt empfehlenswert, sofern dieser noch nicht erfolgt ist.
Zweite Behandlung gegen Apfelwickler möglich
Die erste Bekämpfung des Apfelwicklers wurde Ende Mai angekündigt. Je nach Befallsdruck und Anbauziel kann nun eine zweite Behandlung erfolgen. Dies ist insbesondere dort sinnvoll, wo im Vorjahr ein erhöhter Befall festgestellt wurde oder neben Mostobst auch Tafelobst produziert wird.
Kirschfliege: Behandlungen nur noch bei späten Sorten
In vielen Regionen hat die Kirschenernte bereits begonnen. Aufgrund der Wartefristen kommen Behandlungen mit «Neem» oder «Beauveria bassiana» nur noch bei späten Sorten in höheren Lagen infrage. Bei den meisten Beständen lässt sich die vorgeschriebene Wartefrist bis zur Ernte nicht mehr einhalten.
Veranstaltungstipp
Vom 12. bis 14. Juni 2026 lädt FRUCTUS zu einer Exkursion ins Schwäbische Streuobstparadies ein. Weitere Informationen und zur Anmeldung unter fructus.ch/exkursion_2026.
Nachlesen im Biohochstammbulletin
Mehr Details und weiterführende Links finden sich im aktuellen Biohochstammbulletin Nr. 4 vom 13. Juni 2026.
Weiterführende Informationen
Hochstammbulletin (Rubrik Pflanzenschutz)
Apfelschorf-Prognose (Rubrik Pflanzenschutz)
Schorfbulletin (Rubrik Pflanzenschutz)
Marssonina-RIMpro-Modell (Rubrik Pflanzenschutz)
