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Beerenbulletin: Hitze, Ernte und Pflanzenschutz

Meldung  | 

Die Haupternte der Freilanderdbeeren fand zwischen Ende Mai und Anfang Juni statt; die Ernte der Juniträger im Tunnel ist weitgehend abgeschlossen. Aktuell sind Spätsorten im Freiland, Terminkulturen sowie Remontierer in der Ernte, zudem frühe Sommer- und Doppelernte-Herbsthimbeeren. Bei frühen Heidelbeeren zeigen sich erste blaue Früchte, die Brombeerblüte im Freiland dauert an.

In Beerenkulturen mit reifen oder annähernd reifen Früchten besteht bei starker Sonneneinstrahlung und ab Temperaturen von über 25°C die Gefahr von Verbrennungen (Sonnenbrand) auf den Früchten. Foto: FiBL, Obstbauteam

Die Erntestaffelung funktionierte gut, jedoch haben Niederschläge teils mit Hagel einigen Freilandparzellen zugesetzt. Die aktuelle Hitzewelle wird die Reife stark beschleunigen und für neue Herausforderungen sorgen. Schutzmassnahmen gegen Sonnenbrand wie Netze, Vlies oder Schattierung in Tunneln sind jetzt besonders wichtig (siehe Merkblatt unter weiterführende Informationen).

Erdbeeren

Abgeerntete Felder, die im Folgejahr stehen bleiben, sollten rasch abgemulcht werden, um einen Befall von Botrytis-Fruchtfäule und Kirschessigfliege zu verhindern. Ob ein Erdbeerbestand ein zweites Jahr genutzt wird, hängt von Pflanzengesundheit, Bestandesdichte und Vermarktungsziel ab. Besonders bei Selbstpflückfeldern können zweijährige Bestände sinnvoll sein, sofern der Bestand im ersten Jahr gesund und nicht zu üppig ist, um zu kleine Früchte im zweiten Jahr zu vermeiden.

Im Pflanzenschutz ist im Freiland auf Fruchtfäulen zu achten; befallene Früchte sind in einer dichten Tonne oder in der Güllegrube zu entsorgen. Das warme, trockene Wetter fördert zudem Thripse, Blattläuse und Spinnmilben, wobei durch das Abmähen von Ökowiesen der Thripsdruck zusätzlich steigt. Gleichzeitig sind bereits Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegenlarven und Schlupfwespen in den Kulturen aktiv.

Strauchbeeren

Bei mehrjährigen Sommerhimbeeren in Ertragsanlagen wachsen die neuen Triebe jetzt heran und sollen gut gestützt werden (anheften). Bei Ertragskultur von Longcanes (eine Ernte) werden weiterhin alle Bodentriebe konsequent entfernt.

Bei den bestehenden Dauer-Kulturen (Sommerhimbeeren) sind die Neutriebe normalerweise bis etwa Anfang Ernte zu entfernen. Das erleichtert die Arbeit und verbessert die Durchlüftung der Anlage. Auch bei Kulturen von Long Canes (bei nur einer Ernte), müssen weiterhin alle Bodentriebe konsequent entfernt werden. Bei Herbsthimbeeren als Bodenkultur bleiben etwa 10–12 gesunde Triebe pro Laufmeter stehen, zusätzliche Triebe ausserhalb der Reihe sind zu entfernen, damit der Bestand nicht zu dicht wird.

Die Düngung über Fertigation ist an die Temperatur anzupassen (bei Hitze weniger Dünger, längere Spülzeiten; bei Kühle umgekehrt), EC-Werte sind regelmässig zu kontrollieren. Bei Hitze kann Verdunstungskühlung im Tunnel eingesetzt werden (ab ca. 27 °C), was auch gegen Spinnmilben hilft.

Im Pflanzenschutz sind Blattläuse, Spinnmilben, Himbeerkäfer und Blütenstecher regelmässig zu kontrollieren. Bei Johannisbeeren sind insbesondere Blattläuse an Jungruten relevant. In Brombeeren und nicht geernteten Himbeeren sind Botrytis-Abschlussbehandlungen vor Regenperioden sinnvoll.

Umwandlung der Fachbewilligung Pflanzenschutz (FaBe-PSM)

Ab 2027 können nur noch Pflanzenschutzmittel gekauft werden, wenn eine gültige Fachbewilligung vorgezeigt wird. Dafür müssen bis 30. Juni 2026 die aktuellen Fachbewilligungen umgewandelt werden. Wer dies verpasst, muss nochmals mit der 5-tägigen Grundausbildung von vorne beginnen. Alle Informationen dazu finden sich auf der Homepage der Kantonalen Fachstelle Pflanzenschutz oder beim SOV Fachbewilligung Pflanzenschutz - Schweizer Obstverband

Nachlesen im Biobeerenbulletin

Mehr Details und weiterführende Links finden sich im vollständigen Biobeerenbulletin Nr. 5 vom 17. Juni 2026. 

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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