Es ist ein halbes Jahr her, seit Michael Kipfer vom Biohofacker in Ferenberg ob Stettlen BE den Grand Prix Bio Suisse 2025 in Empfang nehmen durfte. Der Betriebsleiter wurde für sein zukunftsträchtiges Konzept zur Förderung und Erhaltung von gesunden, fruchtbaren Böden ausgezeichnet. Im Zentrum stehen dabei der Einsatz von selbst hergestellter Pflanzenkohle, der Getreideanbau in Dammkultur, die konsequente Begrünung mit Gründüngungen und Untersaaten sowie eine schonende Bodenbearbeitung.
«Ich habe ein grosses Echo bekommen. Viele, die mich kennen, haben mir gratuliert », berichtet der Biolandwirt. «Zudem durfte ich mehrere Gruppenführungen mit Interessierten zu Dammkultur und Pflanzenkohle machen. Vor allem für Betriebsleitende von Biohöfen, aber auch konventionelle waren dabei.»
Weiter optimieren
Das Grand-Prix-Preisgeld in Höhe von 10 000 Franken hat Michael Kipfer in eine vollautomatische Kleinpyrolyseanlage investiert. «Der 50-Kilowatt-Ofen läuft bereits seit einiger Zeit und liefert rund um die Uhr Strom», sagt er. Das Vorgängermodell, ein Prototyp, habe er zur Abkühlung immer wieder ausschalten müssen. Die neue Anlage soll weiter optimiert werden. Dafür arbeitet der Betriebsleiter mit dem Hersteller zusammen. «Es geht darum, ihr den Feinschliff zu verpassen.»
Als Nächstes plant Michael Kipfer, die Bodenbearbeitung seiner Dammkulturen zu optimieren. Sie soll minimaler, flacher und damit noch schonender werden. «Mein Ziel sind maximal zwei bis drei Zentimeter Tiefe. Dazu evaluiere ich gerade diverse Geräte und Methoden.»
Den Biosektor weiterbringen
Nun geht der 2006 gegründete Grand Prix Bio Suisse in die nächste Runde. Ab sofort können sich Landwirt:innen, Verarbeitungsbetriebe, Handelsunternehmen, Kooperativen und Forscher:innen für die Ausgabe 2026 bewerben. Gesucht werden innovative, nachhaltige Projekte oder Geschäftsideen aus der Schweizer Biobranche. Vergeben wird der Förderpreis für herausragende Leistungen in Bereichen wie Zucht, Anbautechnik, Grundlagenforschung, Produktentwicklung, Verarbeitungsverfahren, aber auch für die Etablierung einer regionalen Wertschöpfung und Vermarktung, die Weiterentwicklung einer Tourismusregion oder für die allgemeine Förderung des Biolandbaus.
Eine unabhängige Jury bewertet die Eingaben. Im Fokus stehen diverse Kriterien. Notabene: Innovationsstärke, Relevanz für die Bioproduktion, regionaler, ökologischer und gesellschaftlicher Nutzen, Zukunftschancen sowie PR-Potenzial.
Jetzt anmelden: Grand Prix Bio Suisse 2026
Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Bioprojekt für die diesjährige Ausgabe des Grand Prix Bio Suisse. Eingabeschluss ist der 31. August 2026. Anmeldungen sind schriftlich via Post oder E-Mail möglich. Die Preisverleihung findet im Rahmen eines Medienanlasses statt. Bio Suisse verleiht den mit 10 000 Franken dotierten Förderpreis für aussergewöhnliche, wegweisende Projekte aus der Biobranche.
René Schulte, Bioaktuell
Dieser Artikel erscheint im Bioaktuell Magazin 05|2026.
Weiterführende Informationen
Informationen und Anmeldung zum Grand Prix Bio Suisse (bio-suisse.ch)
Biopreis geht an Michael Kipfer vom Biohofacker (Meldung vom 05.11.2025)
