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Eine kleine Wespe als neue Hoffnung für Hochstamm-Kirschen?

Meldung  | 

Die Kirschessigfliege verursacht grosse Schäden in Obst- und Beerenkulturen. Mit der Freilassung der Schlupfwespe Ganaspis kimorum wird nun ein neuer biologischer Ansatz getestet. Einer der 35 Schweizer Standorte liegt auf dem FiBL-Areal in Frick.

Anfang Juli wurden Schlupfwespen auf dem FiBL-Areal freigelassen. Foto: FiBL, Roxane Muller

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), eine invasive Art, ist ein Hauptschädling in vielen Obst- und Beerenarten. Je dunkler und weicher die Frucht, umso attraktiver ist sie für die Kirschessigfliege. Besonders problematisch ist der Befall bei Hochstamm-Kirschen, da Schutznetze nicht einsetzbar sind und Pflanzenschutzmittel den Befall häufig nur verzögern.

Nationale Freilassungen an 35 Standorten

Eine neue Verordnung ermöglicht die koordinierte Massenfreisetzung von Nützlingen zur Bekämpfung von Schadorganismen. In einem nationalen Projekt, koordiniert vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in Zusammenarbeit mit dem internationalen Zentrum für Landwirtschaft und Biowissenschaften (CABI) und den Kantonen, sollen nun an 35 Standorten landesweit Freilassungen der Schlupfwespe Ganaspis kimorum, ein spezifischer Parasitoid der Kirschessigfliege, stattfinden.

Erster Einsatz auf dem FiBL-Areal in Frick

Einer dieser Standorte ist das FiBL-Areal in Frick. Hier fand am 1. Juli 2026 in Zusammenarbeit mit der Liebegg eine erste Freilassung statt. Eine zweite Freilassung soll im August stattfinden und dasselbe soll 2027 wiederholt werden. Da die Schlupfwespe nicht kommerziell erhältlich ist, wurde das CABI vom BLW mit der Vermehrung und dem Versand beauftragt.

Langfristige Unterstützung durch natürliche Gegenspieler

Die Hoffnung ist, dass sich die Schlupfwespe in Lebensräumen wie Hecken ansiedelt und so den Druck durch die Kirschessigfliege langfristig reduzieren kann. Der Nützling allein wird das Problem voraussichtlich nicht lösen, könnte aber ein wichtiger Baustein in einer umfassenderen Strategie werden. Das CABI wird den Erfolg der Ansiedlung nach einem Jahr kontrollieren.

Clémence Boutry, FiBL

Weiterführende Informationen

Kirschessigfliege (Rubrik Obstbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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