Diese Website unterstützt Internet Explorer 11 nicht mehr. Bitte nutzen Sie zur besseren Ansicht und Bedienbarkeit einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome
FiBL
Bio Suisse
Logo
Die Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern

Bäume auf der Weide sind mehr als nur Schattenspender

Meldung  | 

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, wird der Schutz vor Hitze ebenso wie vor stechenden und lästigen Insekten für Weidetiere zentral. Bäume auf der Weide erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Sie spenden Schatten und bieten gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten mit geringerem Insektendruck. Neue Erkenntnisse aus einem FiBL-Projekt zeigen, dass einige Baumarten dafür besonders interessant sind, grundsätzlich aber jede Form von Schattenangebot auf der Weide wertvoll ist.

Sträucher und Bäume dienen Weidetieren als Schutz. Foto: FiBL, Thomas Alföldi

In einer Literaturauswertung im Rahmen eines FiBL-Projekts wurden mehrere einheimische Baumarten identifiziert, die insektenabwehrende Eigenschaften besitzen oder traditionell gegen Insekten eingesetzt werden. Die vielversprechendsten Baumarten waren:

  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Rottanne/Fichte (Picea abies)
  • Echte Walnuss (Juglans regia)
  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Feldversuche mit Rinderherden deuten zudem darauf hin, dass insbesondere unter Nadelbäumen tendenziell weniger Insekten auftreten. Allerdings: Die Unterschiede zwischen den Baumarten sind nicht in jedem Fall eindeutig. Die Ergebnisse gelten daher eher als Orientierung.

Schatten ist der beste Schutz

Messungen zeigen, dass der Einfluss von Sonne und Jahreszeit entscheidend ist. An sonnigen Standorten können deutlich mehr Insekten auftreten als im Schatten. Deshalb ist weniger die einzelne Baumart ausschlaggebend als das Vorhandensein von Schatten an sich. Unter einem dichten Blätter- oder Nadeldach finden die Tiere kühlere Bedingungen, weniger direkte Sonneneinstrahlung und oft einen geringeren Insektendruck.

Bestehende Bäume erhalten

Auch wenn einzelne Baumarten besonders empfohlen werden, sollten vorhandene Bäume auf Weiden grundsätzlich erhalten bleiben. Denn selbst Arten ohne bekannte insektenabwehrende Wirkung erfüllen wichtige Funktionen für Tierwohl und Mikroklima. Wo keine Bäume vorhanden sind, können auch Unterstände oder andere Strukturen Schatten bieten.

Prävention ist entscheidend

Bäume allein können das Problem der Stechinsekten nicht lösen. Ein umfassendes Management kombiniert mehrere Ansätze:

Auf der Weide:

  • Tiere während der Dämmerung einstallen (Peak-Aktivität von Gnitzen und Kriebelmücken)
  • Feuchte, nährstoffreiche Stellen vermeiden (zum Beispiel stark beanspruchter Boden und Pfützen bei Tränken)
  • Unterstände anbieten

Im Stall und Hofumfeld:

  • Brutstätten von Stechinsekten wie Gnitzen beseitigen: Dazu zählen feuchte, nährstoffreiche Bereiche im Stall und auf dem Hof wie Pfützen mit Silosickersaft oder Gülle, vernässte Ränder und Ecken in Tiefstreu
  • Luftbewegung durch moderate Ventilation im Stall erhöhen
  • Nützlinge wie Schwalben oder räuberische Insekten in der Einstreu fördern

Naturbasierte Strategien statt Insektizide

Der Einsatz von Insektiziden bietet nur begrenzten Schutz und kann Nebenwirkungen auf Umwelt und Nützlinge haben. Studien zeigen zudem, dass viele Mittel unter Praxisbedingungen weniger wirksam sind als erwartet. Langfristig zielführender ist ein Ansatz, der auf natürliche Regulation setzt. Das heisst, strukturreiche Weiden mit Bäumen, Hecken und Randstreifen, Förderung von natürlichen Feinden und möglichst geringer Einsatz breit wirkender Insektizide, die natürliche Feinde schädigen.

Corinne Obrist, FiBL

Weiterführende Informationen

Tiergesundheit Rindvieh (Rubrik Tierhaltung)
Merkblatt Stallfliegen (FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Möchten Sie die Website zum Home-Bildschirm hinzufügen?
tippen und dann zum Befehl zum Home-Bildschirm hinzufügen nach unten scrollen.