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FiBL
Bio Suisse
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Die Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern

Ökologische Vorteile, Erosionsschutz und Produktivitätssteigerung

Das landwirtschaftliche Areal ist für den Anbau von mehrjährigen Kulturen ausgelegt. Die Bäume werden bereits ab der Gründung im Jahr 2020 gepflanzt. Sie gewährleisten die Nachhaltigkeit des Systems dank ihrer ökologischen, erosionshemmenden und produktiven Vorteile. Die Früchte aus dem Obst- und Gemüsegarten ergänzen das angebotene Sortiment. Darüber hinaus ermöglicht die gestaffelte Anbaufolge eine optimale Nutzung der Anbaufläche durch den Kleinstbetrieb.

Sowohl beim Gemüse als auch beim Obst verfügt der Betrieb über eine sehr große Anbauvielfalt und probiert regelmäßig neue Kulturen aus.

Ein Teil der Parzelle wird als Dauergrünland genutzt. Die Gestaltung der Parzelle ist nicht linear und wirkt poetisch.

Etwa 500 Hoch-, Mittel- und Niederstammbäume wurden in Reihen entlang der Höhenlinien gepflanzt.

Im nördlichen Teil haben die Hochstammbäume einen Abstand von acht Metern zueinander, und zwischen jedem Hochstammbaum wurde ein Mittelstammbaum gepflanzt (also in einem Abstand von vier Metern zu jedem Hochstammbaum). Der Rest der Reihe wird von Beerenobst eingenommen.

Der Abstand zwischen den Reihen hängt von der Art der dort gepflanzten Bäume und dem Vorhandensein von Anbautunneln ab. Auf deren Höhe sind die Baumreihen in Abständen von zehn Metern angeordnet.

Übersicht

Der Betrieb

Einrichtung2020
LN gesamt 2,5 ha 
ProduktionObstbau, Gemüseanbau, Gemüsepflanzen, Geflügel, Verarbeitung
Arbeitskraft3 Vollzeitäquivalente (VZÄ)
Zertifizierung-
VermarktungVerkauf ab Hof, Direktverkaufsladen in der Stadt, Setzlingsmärkte, Gastronomie, Obst- und Gemüsekisten

Obst- und Gemüseanbau

Ersteinrichtung2020
Fläche1 ha
ObstartenApfelbäume, Pflaumenbäume, Birnbäume, Kirschbäume, Kaki-Bäume, Feigenbäume, Weinbergpfirsichbäume, Nektarinenbäume, Quittenbäume

Konzeption

Bewässerung

Auf der Parzelle befindet sich eine Quelle. Die Gemüsebeete werden in Zeiten von Wasserstress mit Sprinklern bewässert. Die Bäume werden nicht bewässert (außer bei der Pflanzung).

Düngung

Die Gemüsebeete werden gedüngt. Die Bäume profitieren von dieser Düngung.

Unkrautbekämpfung

In einem Teil der Baumreihen werden ertragreiche Pflanzen wie Beerenobst oder Kräuter angebaut, um den Arbeitsaufwand für die Unkrautbekämpfung zu reduzieren.

Pflanzenschutz

Die Bäume werden vor Erreichen ihrer vollen Ertragsfähigkeit nicht behandelt. Generell werden chemische Mittel nur in sehr geringem Umfang eingesetzt.

Erfahrungen bei der Pflanzung

Die Pflanzung erstreckt sich über mehrere Jahre. Die Anzahl der daran beteiligten Personen variiert je nach Jahr (zwischen zwei und sechs Personen pro 100 Bäume).

Es werden von Hand Löcher in der Größe des Wurzelsystems gegraben. Die Wurzeln werden mit einer Mischung aus Erde und Kompost umhüllt. Der Boden wird bei der Pflanzung nicht aufbereitet. Die Anwachsphase verläuft langsamer, doch anschließend sind die Bäume selbstständiger.

Die ersten gepflanzten Bäume wurden weder gestützt noch durch einen Drahtzaun geschützt. Dieses zeitaufwändige und kostspielige Verfahren wurde als wenig zufriedenstellend bewertet. Bei den folgenden Pflanzungen wurde lediglich ein einfacher Pfahl gesetzt, ohne Schutz vor Großwild – mit Ausnahme von langsam wachsenden Bäumen wie dem Haselnussstrauch.

Vermarktung

Die Verkaufsstellen benötigen regionales Obst, das bisher anderswo eingekauft wurde, um ihr Angebot zu vervollständigen. Die Anpflanzung wurde so geplant, dass künftig eine ausreichende Menge an Äpfeln für die Saftherstellung zur Verfügung steht.

Über den Laden hinaus könnte auch die Gastronomie Interesse an regionalen oder außergewöhnlichen Sorten zeigen.

Entscheidungen und Argumente

Anpflanzung entlang der Höhenlinien

Die Bäume sichern den Boden und begrenzen die Erosion. Diese Vorgehensweise bietet zudem den Vorteil, dass der Gemüseanbau auf ebenem Gelände erfolgen kann.

Anordnung von Hochstammbäumen am Rand der Parzelle

Die Bäume schirmen das Licht nicht ab und ermöglichen es, von ihren ökologischen Vorteilen und ihrem Ertrag zu profitieren, ohne den Gemüseanbau allzu sehr zu beeinträchtigen.

Sorgfältige Auswahl des Pflanzenmaterials

Die Auswahl der Obst- und Gemüsesorten erfolgt zunächst nach ihrer geschmacklichen Qualität und ihrer Resistenz gegen Schädlinge und Krankheitserreger, erst danach nach ihrer Ertragskraft. Bei Obstbäumen wird deren Verwendungszweck (Tafelobst oder zur Weiterverarbeitung) berücksichtigt.

Freilauf von Hühnern und Enten in den Gemüsefeldern

Jeden Morgen durchstreifen die Tiere die Beete, um den Schneckendruck zu verringern.AA

Stärken und Schwächen des Systems

Stärken

  •    Der Kleinstbetrieb veredelt einen Teil seiner Bäume selbst. Dadurch lassen sich Kosten einsparen.
  •    Dank der gestaffelten Anpflanzung konnten die gewonnenen Erfahrungen zur Verbesserung genutzt werden.

Schwächen

  •    Die Obstarten und -sorten sind über den Hof verstreut, was bestimmte Aufgaben wie die Ernte erschwert. Außerdem sind einige Sorten nicht in ausreichender Menge vorhanden.
  •    Die Standorte einiger Bäume mussten geändert werden, um den Zugang für die Arbeitsgeräte zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen

Merkblatt Créer un verger maraîcher (auf Französisch, FiBL Shop) 

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