Der letzte Satz der Medienmitteilung von Coop von vergangener Woche fasst den Sachverhalt gut zusammen: «Wer mehr Schweizer Bio-Brotgetreide will, muss auch für die übrigen Kulturen in der Fruchtfolge verlässliche Perspektiven schaffen», schreibt die Detailhändlerin.
CEO informiert direkt an den Bio-Ackerbautagen
Das Publikationsdatum der Mitteilung war nicht zufällig auf den vergangenen Freitag gelegt worden. Hier hatte sich nämlich ein guter Teil der möglichen Lieferant*innen an den Bio-Ackerbautagen getroffen. Vor Ort nahm Coop-CEO Philipp Wyss die Gelegenheit wahr, die Produzent*innen und die Medien direkt über den Entscheid zu informieren.
Coop will seine Biobrote bekanntlich bereits ab 2027 zu 100 Prozent aus Schweizer Knospe-Getreide herstellen. Dieses Ziel wird nun mit einem ganzheitlichen Ansatz verfolgt: Neben Brotgetreide bietet die Detailhändlerin auch Absatzmöglichkeiten für weitere Fruchtfolgekulturen aus der Schweiz, darunter Hafer, Hülsenfrüchte oder Ölsaaten.
Zusätzliche Getreidefläche von 2800 Hektaren
«Gemeinsam mit Bio Suisse hat Coop ein entsprechendes Projekt gestartet. Mit diesem langfristigen Engagement stärkt Coop den Standort Schweiz, setzt ein weiteres Zeichen für nachhaltigen Bio-Landbau und unterstreicht ihre Rolle als verlässliche Partnerin der Schweizer Landwirtschaft», so Coop in der Medienmitteilung.
Für die vollständige Herstellung von Biobrot bei Coop aus Schweizer Knospegetreide braucht es gemäss der Mitteilung eine zusätzliche Anbaufläche von rund 2800 Hektaren. Damit solle eine Mehrproduktion von 10 600 Tonnen Bioweizen ermöglicht werden. Dazu wurde nun gemeinsam mit Bio Suisse ein spezifisches Projekt zur Fruchtfolge gestartet. Bis dieses stand, war dem Vernehmen nach einige Überzeugungsarbeit von Produzenten- und Handelsseite vonnöten.
Sonnenblumen, Hafer, Rüben und Hirse
Neben der Förderung von Schweizer Biobrotgetreide habe man bereits weitere konkrete Schritte umgesetzt, so die Mitteilung:
- In der Bäckerei Panofina wird Schweizer Bio-Sonnenblumenöl verwendet,
- die Umstellung auf Schweizer Bio-Haferflocken wird vorangetrieben
- und zusätzliche Mengen an Schweizer Bio-Rübenzucker werden abgenommen.
- Weitere Umstellungen sind etwa bei Hirseflocken bereits geplant.
Damit schaffe Coop schrittweise neue Märkte für Schweizer Biofruchtfolgekulturen und macht deren Anbau für landwirtschaftliche Betriebe attraktiver», so das Communiqué.
«Schweizer Produkte haben Priorität»
Damit setze das Unternehmen ein weiteres klares Zeichen für Schweizer Bioprodukte im Einklang mit der Coop-Nachhaltigkeitsstrategie, heisst es weiter. «Nur wenn Rohstoffe innerhalb der Fruchtfolge noch nicht in ausreichender Menge aus der Schweiz verfügbar sind, ergänzen Importe das Angebot», lautet die kleine oder je nach Schweizer Ernte grössere Konzession.
Bio Suisse-Präsident Urs Brändli zeigte sich an einem Podiumsgespräch auf dem Bio-Ackerbautag erfreut über den Vorstoss der Detailhandels-Partnerin. Solche Projekte seien wichtig, um mögliche Umsteller auf Bio zu ermutigen, den Schritt zu tun.
Adrian Krebs, FiBL
