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Langlebige Milchkühe zahlen sich für Umwelt und Betrieb aus

Meldung  | 

Rund 40 Prozent der Schweizer Milchkühe verlassen die Herde bereits vor dem Ende der zweiten Laktation. Das ist aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht oft zu früh. Eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL zeigt: Bleiben Kühe länger im Bestand, profitieren sowohl die Umwelt als auch die Betriebe.

Jedes zusätzliche produktive Jahr einer Milchkuh kann Treibhausgasemissionen und Flächenbedarf senken. Foto: FiBL, Thomas Alföldi

Die Nutzungsdauer von Milchkühen beeinflusst unter anderem die Wirtschaftlichkeit, den Ressourcenverbrauch, das Klima und das Tierwohl. Im Rahmen eines fünfjährigen Forschungsprojekts untersuchte das FiBL gemeinsam mit Agridea, der HAFL und weiteren Partnern, welche Auswirkungen eine längere Nutzungsdauer hat.

Weniger Jungtiere nötig

Für die Studie wurden sieben Modellbetriebe entwickelt, die typische Schweizer Milchviehbetriebe abbilden. Berücksichtigt wurden unterschiedliche Rassen, Produktionsregionen sowie Bio- und ÖLN-Betriebe. Für jeden Modellbetrieb berechneten die Forschenden Szenarien mit kurzer, mittlerer und langer Nutzungsdauer der Kühe.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Je länger die Kühe in der Herde bleiben, desto weniger Remontierungstiere müssen aufgezogen werden. Das wirkt sich besonders positiv auf die Klimabilanz aus. Die Treibhausgasemissionen pro Tonne Milch gingen in allen untersuchten Betrieben zurück.

Auch extensivere Produktionssysteme mit einer etwas tieferen Milchleistung pro Kuh schnitten dabei gut ab. Ihre Emissionen lagen insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie jene intensiver produzierender Betriebe.

Freie Flächen schaffen neue Möglichkeiten

Betrachtet man nur die einzelne Milchkuh, erreicht eine mittlere Nutzungsdauer meist die höchsten Deckungsbeiträge. Auf Betriebsebene zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Wenn weniger Jungtiere aufgezogen werden müssen, wird weniger Fläche benötigt. Je nach Rasse und Region sinkt der Flächenbedarf für die Nachzucht um 8 bis 24 Prozent der Betriebsfläche. 

Diese Flächen können anderweitig genutzt werden: beispielsweise, um den produktiven Milchviehbestand zu vergrössern oder für Biodiversitätsförderflächen und andere ökologische Leistungen, die über Direktzahlungen abgegolten werden. Unter dem Strich erwiesen sich deshalb Betriebe mit langlebigen Herden als wirtschaftlich im Vorteil.

Frühe Abgänge vermeiden

Entscheidend ist nicht, dass einzelne Kühe ein besonders hohes Alter erreichen. Viel wichtiger ist, dass möglichst viele Tiere gesund über die zweite Laktation hinaus in der Herde bleiben.

Dazu braucht es weiterhin eine Zucht mit Fokus auf die langfristige Gesundheit sowie ein gutes Herdenmanagement. Besonders fruchtbare Kühe mit einem gesunden Euter sollten nicht allein wegen einer eher durchschnittlichen Milchleistung in den ersten beiden Laktationen ausgemerzt werden.

Leistung steigt oft erst mit dem Alter

Die Ergebnisse bestätigen die Erfahrungen vieler Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. In Befragungen gaben sie eine durchschnittliche Nutzungsdauer von rund sechs Laktationen als optimal an.

Frühere Untersuchungen des Projekts zeigten zudem: Langlebige Kühe gehören oft nicht zu den Höchstleisterinnen in jungen Jahren. Ihre Milchleistung steigt in der Regel bis etwa zur fünften Laktation an. Wer Kühe länger im Bestand hält, kann dieses natürliche Leistungspotenzial besser nutzen.

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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