Über alle Sorten rechnet Bio Suisse mit einem Nettoertrag von 198 Kilo pro Are. Im Vergleich zum Mittel der Jahre 2020 bis 2025 ist dies eine Ertragsminderung von 13 Prozent. Auf bewässerten Flächen wurden höhere Erträge generiert. Was sehr erfreulich ist: Trotz geringeren Erträgen ist die Qualität der geernteten Knollen gut. Die Biokartoffelanbaufläche ist wie bereits letztes Jahr leicht zurückgegangen und beträgt aktuell 970 Hektaren.
Richtpreise werden angehoben
Die herausfordernden Produktionsbedingungen dieses Jahr führen dazu, dass die Branche ein ausserordentliches Massnahmenpaket in der Höhe von 4.50 Franken pro 100 Kilo zugunsten der Produzent*innen verabschiedet hat. Das Preisband für Biospeisekartoffeln wird auf ± 8 Franken pro 100 Kilo erweitert und die Anforderungen an die Kaliber zugunsten kleinerer Kartoffeln flexibilisiert. Der Richtpreis für Biospeisekartoffeln steigt damit auf 106.15 Franken pro 100 Kilo. Zudem wird ein einmaliger Sonderzuschlag im Industriebereich von 2 Franken bezahlt. Mit diesen Anpassungen anerkennen Handel und Industrie die hohen Produktionsaufwände im Kartoffelanbau.
Die Erweiterung des Preisbandes gilt für die kommenden fünf Jahre. So lassen sich die starken Ertragsschwankungen zwischen einzelnen Jahren besser berücksichtigen. Das mittlere Preisniveau für 2027 wird im November verhandelt. Die Erträge der letzten zwei Jahre verdeutlichen die Bedeutung einer frühzeitigen Produktionsplanung.
Matthias Meyer, Bio Suisse
Dieser Artikel erschien am 2. September im Schweizer Bauer.
Weiterführende Informationen
Marktinformationen zu Biokartoffeln (Rubrik Markt)
Informationen zum Kartoffelanbau, Sorten und Pflanzenschutz (Rubrik Pflanzenbau)
