Der aus Ostasien eingeschleppte Japankäfer wurde inzwischen in mehreren Kantonen nachgewiesen und breitet sich weiter aus. Ist der Schädling einmal etabliert, gilt er als kaum mehr erfolgreich bekämpfbar. Deshalb ist die Früherkennung derzeit besonders wichtig.
Verdächtige Funde melden
Aktuell befindet sich der Käfer in seiner Hauptflugzeit. Winzerinnen und Winzer sollten ihre Kulturen deshalb aufmerksam beobachten und verdächtige Funde dem kantonalen Pflanzenschutzdienst melden. Wer aus bekannten Befallsgebieten wie dem Tessin, dem Misox, dem Simplongebiet oder Norditalien zurückkehrt, soll zudem Fahrzeuge und Ausrüstung kontrollieren, da die Käfer häufig als blinde Passagiere verschleppt werden.
Forschung sucht Lösungen
Trotz der angespannten Situation gibt es auch positive Signale. Die anhaltende Trockenheit bremst die Entwicklung des Schädlings, da Weibchen ihre Eier bevorzugt in feuchte Böden ablegen und die Larven auf Bodenfeuchtigkeit angewiesen sind. Forschende von Agroscope arbeiten ausserdem an neuen Bekämpfungsstrategien. Besonders entomopathogene Pilze, also Pilze, die Insekten parasitieren, zeigen vielversprechende Resultate.
Pflanzenschutz: Mehltau und Kirschessigfliege
Pflanzenschutzbehandlungen sind nur bis zum Beginn des Farbumschlags bewilligt. Ausnahmen bestehen nur für Kupfer bei starkem Befall durch Falschen Mehltau und Behandlungen gegen die Kirschessigfliege. Auf den meisten Betrieben ist die Abschlussbehandlung schon erfolgt oder steht diese Woche an.
Die Kirschessigfliege sollte bei anfälligen Sorten mit Beginn des Farbumschlags im Auge behalten werden. Vorbeugend werden regelmässige Kontrollen sowie bei Bedarf Kaolin-Behandlungen empfohlen.
Nachlesen in der Biowinzerinfo
Die vollständigen Empfehlungen finden sich in der aktuellen Ausgabe der Biowinzerinfo, die Ende Juli erschienen ist. Die nächste Ausgabe erscheint am 11. August.
Weiterführende Informationen
Bekämpfung Japankäfer (Rubrik Pflanzenschutz)
Japankäfer (agroscope.admin.ch)
Biowinzerinfo (Rubrik Rebbau)
