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Innovationen rund um Lupinen, Sorghum und Augenbohne

Meldung  | 

Rund fünfzehn Personen trafen sich am Mittwoch, dem 24. Juni, auf dem Bauernhof «Ferme du Château» in Combremont-le-Grand (VD) zu einer Feldbesichtigung mit Schwerpunkt auf Lupinen und Nischenkulturen. Von Sortenversuchen über Verwertungsmöglichkeiten bis hin zu innovativen Strategien im ökologischen Landbau zeigte die Veranstaltung vielversprechende Entwicklungen rund um diese Kulturen in der Schweiz.

Die Lupine bildete den roten Faden des Feldbesuchs vom 24. Juni 2026. Vorgestellt wurden verschiedene laufende Versuche auf dem Hof von Bruno Graf in Combremont-le-Grand (VD). Der Landwirt aus der Broye präsentierte zunächst die Parzelle, auf der er eine Mischung aus zwei polnischen Sorten der Blauen Lupine mit geringem Alkaloidgehalt testet und vermehrt. Ein niedriger Alkaloidgehalt ist ein entscheidendes Kriterium für den menschlichen Verzehr. Direkt daneben wird im Rahmen des Projekts rés0sem auch die Weisse Lupinensorte Frieda mit verschiedenen Saatgutbehandlungen geprüft.

Weisse Lupine im Mischanbau mit Kichererbsen

Ein weiteres Versuchsfeld gehört zum vom FiBL geleiteten Forschungsprojekts «LEGU4FOOD», in dem eine neuartige Kombination aus Weisser Lupine und Kichererbsen im Mischanbau untersucht wird. Dazu wurden zwei Streifen angelegt: einer als Reinkultur und einer als Mischkultur.

Ziel ist es, die Auswirkungen auf verschiedene Parameter zu bewerten. Untersucht werden unter anderem Schädlingsdruck, Ertrag, Krankheiten und Samenqualität. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Einfluss der Mischkultur auf den Alkaloidgehalt. Bislang scheinen sich beide Kulturen in der Mischung gut zu entwickeln.

Augenbohne und Zuckersorghum – vielversprechende Nischenkulturen

Über die Lupine hinaus bot der Besuch die Gelegenheit, mehrere Nischenkulturen für die menschliche Ernährung kennenzulernen. Auf einer Parzelle von Bruno Graf läuft derzeit ein Versuch mit Kichererbsen in Mischkultur mit Senf und Leindotter. Damit soll das Potenzial dieser Begleitkulturen zur natürlichen Bekämpfung des Nachtfalters untersucht werden. Dieser zählt zu den wichtigsten Schädlingen der Kichererbse.

Zu den originellsten Kulturen gehört die Augenbohne, die in der Schweiz bislang noch sehr wenig verbreitet ist. Aufgrund ihrer Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit – ein wichtiger Vorteil vor dem Hintergrund des Klimawandels – gilt diese Hülsenfrucht als besonders interessant.

Im Zuge derselben Anpassungsstrategie testet der Betrieb auch Zuckersorghum. Zum Zeitpunkt des Besuchs befand sich die Kultur noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Seit mehreren Jahren werden Sortenversuche durchgeführt, um sowohl die agronomischen Leistungen als auch die Eignung für die Herstellung von Zuckersirup zu bewerten.

Vom Feld auf den Teller: inspirierende Verwertung

Der Besuch endete mit einem geselligen Beisammensein und einer Degustation von Produkten aus den vorgestellten Kulturen. Bruno und Cathy Graf servierten verschiedene Spezialitäten aus eigener Produktion: Teigwaren aus Hartweizen und Lupinen, Krapfen sowie ein Dessert aus Lupinenmehl und Sorghumssirup.

Auch weitere Teilnehmer*innen brachten ihre Kreationen aus Lupinen des Betriebes mit. Dazu gehörten verschiedene Lupinenkäse, ein erfrischendes Getränk aus eisgekühlten Lupinenkaffee sowie ein «Cevichocho», eine vom traditionellen ecuadorianischen Ceviche inspirierte Spezialität auf Lupinenbasis.

Ludivine Nicod, FiBL

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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