«Die ausserordentlichen Wetterbedingungen im Jahr 2026 stellen die Biomilchproduzent*innen vor grosse Herausforderungen», schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung. Trockenheit, Futterknappheit und daraus resultierende Ernteverluste belasteten die wirtschaftliche Situation vieler Biobetriebe. Gleichzeitig liegen die Biomilch-Einlieferungen laut dem Dachverband zur Jahresmitte unter dem Vorjahresniveau.
Vor diesem Hintergrund werde der Produzentenpreis für Biomilch per 1. Oktober 2026 um 3 Rappen pro Kilogramm erhöht. «Mit diesem Schritt sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Biomilch-Produktion verbessert und ein weiterer Abbau des Milchkuhbestands verhindert werden», so Bio Suisse.
Wichtiges Signal für die Biomilch-Produktion
Die rückläufigen Einlieferungsmengen und die geringe Zahl an Umstellbetrieben zeigen laut Bio Suisse, dass die Weiterentwicklung des Biomilchmarktes vor Herausforderungen steht. «Umso wichtiger ist es, die bestehenden Biomilch-Produzent*innen langfristig im Markt zu halten und Perspektiven für die Zukunft zu schaffen», heisst es weiter. Die Nachfrage nach Biomilch-Produkten im Detailhandel bleibe erfreulicherweise hoch.
Die beschlossene Preiserhöhung trage dieser Marktsituation Rechnung und sei ein wichtiges Signal an die Produzent*innen. «Die Erhöhung berücksichtigt zudem, dass der Biomilchpreis im Frühjahr 2026 nicht gesenkt wurde. Mit der Anpassung per 1. Oktober 2026 soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die Mehrbelastungen auf den Betrieben abzufedern und die Produktion von hochwertiger Biomilch nachhaltig zu sichern», so Bio Suisse.
Marktinstrumente gezielt weiterentwickeln
Neben einer angemessenen Preisgestaltung blieben Deklassierungsmassnahmen und die Absatzförderung am Point of Sale wichtige Instrumente, um Marktschwankungen gezielt abzufedern. «Aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Biomilchmarkt werden neben der Biomilch-Preiserhöhung auch die Deklassierungsregelungen von Marktpartnern der aktuellen Situation angepasst», schreibt der Verband.
Ziel sei es, die verfügbaren Instrumente möglichst wirksam einzusetzen und damit die Stabilität des Biomilchmarktes zu stärken. «Mit der Erhöhung des Produzentenpreises um 3 Rp./kg ab 1. Oktober 2026 wird ein konkreter Schritt zur Stärkung der Biomilch-Produktion und zur Sicherung ihrer langfristigen Perspektiven gemacht», zeigt man sich in Basel überzeugt.
Auch der A-Richtpreis wird erhöht
Ende August hatte die Branchenorganisation Milch bereits beschlossen, den A-Richtpreis für Molkereimilch um 4 auf 82 Rappen zu erhöhen. Wenn sich die Erhöhung am Markt durchsetzen kann, was nicht immer der Fall ist, sollte diese Erhöhung auch für Biomilch wirksam werden.
Medienmitteilung von Bio Suisse, leicht redigiert von akr.
Weiterführende Informationen
Die Medienmitteilung von Bio Suisse im Wortlaut (bio-suisse.ch)
Die Medienmitteilung der BOM im Wortlaut (ip-lait.ch)
