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Genug vom Excel-Chaos dank der «Coltivio» App

Meldung  | 

Die Dokumentation von Feldarbeiten im Jahresverlauf sollte schnell und flexibel vor Ort möglich sein, dachte sich Curdin Barandun, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah Hell einen Knospe-Betrieb im Calancatal im Kanton Graubünden bewirtschaftet. Zusammen mit seinem Kollegen Pascal Vetsch entwickelte der gelernte Softwareentwickler die «Coltivio» App.

Wer Mitglied im Verein AgriColtivio ist, kann in Zukunft die App mitgestalten. Foto: Coltivio Webapp

Der Name «Coltivio» leitet sich vom italienischen Verb «coltivare» ab, was «anbauen» bedeutet. Die Coltivio-App richtet sich speziell an die Bedürfnisse kleiner und mittelgrosser Schweizer Familien­betriebe. Um den Papierkram am Feierabend zu minimieren, bietet sie digitale Unterstützung im Arbeitsalltag.

Was die App kann

Der wichtigste Vorteil für Curdin Barandun: «Informationen lassen sich dort erfassen, wo sie entstehen – im Stall oder direkt auf dem Feld. Statt sich am Abend erinnern zu müssen, wann auf welcher Parzelle welche Arbeit erledigt wurde, kann sie unmittelbar dokumentiert werden.» Daneben bietet Coltivio die Möglichkeit, Feldarbeiten und Fruchtfolgen zu planen und den Feldkalender zu exportieren. Über die Betriebsnummer werden die bewirtschafteten Flächen automatisch erfasst, dies passiert basierend auf den Geodaten der Kantone.

Für tierhaltende Betriebe bietet die App zusätzlich ein Auslauf- und Behandlungsjournal an. Listen können dabei aus der Tierverkehrsdatenbank übertragen werden. Bei offiziellen Kontrollen lassen sich über die App die erforderlichen Berichte im Format der Schweizer Behörden abrufen.

Aktueller Stand

Nun, rund ein Jahr nach der Entwicklung der App, ist die Testphase abgeschlossen und die Anwendung marktreif. Sie lässt sich über den Apple App Store und Google Play kostenfrei herunterladen. Alternativ kann Coltivio auch über den Computer genutzt werden. Unabhängig vom Gerät ist das Programm in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar. Im Unterschied zu bereits bestehenden Angeboten ist sie auf eine einfache Anwendung sowie eine mobile Nutzung ausgerichtet.

Nicht eine Lösung für alles

 «Coltivio ist keine App, die für alle Betriebe alle Probleme löst», gibt Curdin Barandun offen zu. Was die Anwendung nicht könne, sei etwa eine Schnittstelle zu Lieferanten herzustellen. Auch lasse sie sich nicht mit der Technik landwirtschaftlicher Maschinen koppeln. Das Grundgerüst funktioniere aber solide, so der Softwareentwickler. «Welche Funktionen brauchen die Landwirtinnen und Landwirte noch?», fragt sich Curdin Barandun.

Wer die App nutzt und Anmerkungen oder Fragen hat, kann sich via E-Mail an feedback(at)coltivio.ch wenden.

Weitere Informationen

AgriColtivio Verein

Hinter Coltivio steht der gemeinnützige Verein AgriColtivio. Er wurde Anfang 2025 von Curdin Barandun ins Leben gerufen, um kleine und mittelgrosse landwirtschaftliche Betriebe zu stärken. Die App Coltivio wurde als sogenannte Open-Source-Software angelegt. Das bedeutet, jeder kann einsehen, wie das Programm funktioniert und es weiterentwickeln. Der Verein finanziert sich über Mitgliedschaften und Spenden. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei Fr. 75.– pro Jahr und ermöglicht den Austausch in Foren sowie einen direkten Support bei Problemen. Laut Curdin Barandun werden die Daten ausschliesslich auf Servern innerhalb der EU gespeichert und weder analysiert noch weitergegeben.

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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