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Massnahmen gegen Trockenheit im Gemüsebau

Meldung  | 

In den letzten Monaten haben anhaltende Hitze und Trockenheit für einen deutlichen Mehraufwand gesorgt – allen voran bei der Bewässerung der Kulturen. Die aktuelle Wetterlage zeigt so deutlich wie noch nie die Notwendigkeit auf, langfristige Massnahmen zu ergreifen, um künftigen klimabedingten Herausforderungen zu begegnen. Akut stehen jetzt viele Pflanzen zusätzlich unter Stress. Deshalb ist ihre Anfälligkeit auch für pilzliche Erreger besonders hoch.

Auch im Gewächshaus kann eine Bodenbeckung vor Verdunstung schützen. Foto: FiBL, Simona Moosmann

Der aktuelle Gemüsebau-Newsletter gibt folgende Denkanstösse zur langfristigen Anpassungen in der Produktion. 

Sortenwahl 

Es gibt Sorten, die besser mit Hitze- oder Trockenstress zurechtkommen als andere. Sommer wie der aktuelle liefern dazu wertvolle Hinweise: So zeigt beispielsweise der laufende FiBL-Sortenversuch «Hitzetoleranz bei Biobrokkoli», dass sich Sorten deutlich in ihrer Hitzetoleranz unterscheiden können. Auch bei Salaten (Vorbeugung von vorzeitigem Schossen) oder Tomaten (stabiler Fruchtansatz trotz Hitze) lohnt sich in solchen Jahren ein gezielter Sortenvergleich auf dem eigenen Betrieb.

Bodenbedeckung

Eine möglichst durchgehende Bodenbedeckung verhindert das Austrocknen des Bodens und begünstigt gleichzeitig das Bodenleben, welches die Wasserspeicherkapazität erhält. Untersaaten, Mulchen oder Gründüngungen sind hier wirksame Massnahmen – etwa Stroh- oder Grasschnitt-Mulch in Kulturen wie Kohl oder Lauch, oder Untersaaten in Kulturen mit längerer Standzeit.

Bewässerungssysteme

Tröpfchenbewässerung bringt das Wasser punktuell zur Pflanze und reduziert Evaporationsverluste während der Hitzephasen. Allerdings können die ausgelegten Schläuche bei der Bodenbearbeitung im Weg sein oder sich für ganzflächige Untersaaten weniger eignen. Hier kann ein Eingraben der Schläuche eine Option sein. Alternativ sind Mikrosprinkler oder eine Kombination beider Systeme in Erwägung zu ziehen, je nach Kultur und Anbausystem.

Wasserrückhalt in der Fläche

Auch die Geländeform und Anordnung der Beete beeinflussen, wie viel Wasser im Boden verbleibt, statt oberflächlich abzufliessen. Keyline-Design-Prinzipien – etwa das Anlegen von Beeten entlang der Höhenlinien statt im Gefälle, oder kleine Wasserauffangbecken/Mulden an strategischen Punkten im Gelände – können helfen, Regen- und Bewässerungswasser länger in der Fläche zu halten und gezielt zu verteilen. Solche Massnahmen sind zwar planerisch aufwendiger und eher auf Betriebs- statt Parzellenebene zu denken, können sich aber gerade an Hanglagen oder auf durchlässigen Böden langfristig auszahlen.

Mikroklima

Hecken, Baumreihen (Agroforst) oder weitere Strukturelemente wie mehrjährige Blühstreifen oder bewachsene Zäune (z. B. mit Bohnen oder Kefen/Zuckererbsen) können Wind brechen oder Schatten und Abkühlung schaffen, und so eine zusätzliche Austrocknung der Kulturen verhindern.

Kurzfristig bei Pilzbefall

Bei beginnendem Befall mit pilzlichen Schadorganismen hilft das Entfernen der ersten kranken Blätter. Es verzögert eine weitere Ausbreitung. 

Hygienemassnahmen verzögern die Ausbreitung von Pilzsporen:  

  •  Befallene Pflanzen und Reihen zuletzt pflegen und ernten
  •  Separate Übermäntel und Handschuhe tragen
  •  Befallene Pflanzen nach Kulturende separat entsorgen

Auszug aus dem Newsletter Gemüsebau 08/2026

Weiterführende Informationen 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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